Spass Beiseite – Aufbruch im Märchenland

Spass Beiseite – Aufbruch im Märchenland
FK Produktion | CD

Mit Spass Beiseite gibt es eine balladeske Klangscheibe aus dem Umfeld der Band Bullenschubser, genauer gesagt von dem Bandmitglied Alex der bei Spass Beiseite als Texter, Sänger und Alleinmusiker fungiert, und diese hat bereits für einigen Gesprächsstoff gesorgt. „Aufbruch im Märchenland“, so der Titel von diesem Soloprojekt, wird in erster Linie die Hörerschaft ruhigerer Klänge ansprechen. Darüber hinaus bedient sich der Musiker einer ziemlich eigenwilligen Art, man wird ziemlich schnell feststellen das es sich hierbei nicht um klassisches Balladenmaterial im eigentlichen Sinne handelt. Strukturell im Kern verhaftet und doch aus der Norm ausgebrochen, das Material auf „Aufbruch im Märchenland“ ist anders, teils humorvoll und durchdacht aber mitunter auch anstrenged bis sogar fast nervig und auf Dauer nicht zu ertragen.

Wie bereits erwähnt, die Texte sind teilweise nicht von plumper Natur. Der Musiker hat sich teilweise wirklich Gedanken gemacht, wenngleich nicht alles Gold ist, was an Texten hier zu glänzen scheint. Für einige mögen gewisse plumpe Themen belustigen sein, leider nicht bei mir. Es mangelt mir gewiss nicht an Humor, im Gegenteil und Spaß muss sein, allerdings bedarf es meines Erachtes nach, ab einen gewissen Punkt schon etwas mehr durchdachte Vorgehensweise , wenn man sich als Freidenker und Grauzonemusiker in einem braunen Musikgeschäft bewegt und bevor die wilden Diskussionen ausbrechen, es geht hier ausschließlich um Spass Beiseite. Vielleicht gehe ich auch nur mit dieser Produktion scharf ins Gericht, da mir der Umstand um die Person etwas skeptisch erscheint. Bullenschubser, Umfeld, Grauzone usw., für mich alles etwas merkwürdig und fragwürdig. Das sehen einige gewiss anders und ist auch völlig in Ordnung. Thematisch geht es gesellschaftskritisch zu, teilweise garniert mit einer Portion Sarkasmus und einen Hauch Ironie. Als Beispiel sei das Lied „Alexanderplatz“ genannt, dieser Fleck in Mitten von Berlin dürfte jeden bekannt sein und wer schon einmal da war, der wird wissen was mit diesem Lied gemeint ist.

Die Arbeit aus dem Hause FK Produktion macht auch in diesem Fall etwas her. Das Teil wurde im A5 großen Digi veröffentlicht und ist handschriftlich auf fünfhundert Exemplare limitiert. Un Beiheft findet ihr alle Texte. Wie unschwer zu erkennen ist, erinnert die Gestaltung an ein Zirkusplakat und damit verbundene Werbung. Ich bin ein Freund der Arbeit aus dem Hause FK Produktion, was der gute Claudio an Zeit, Ideen und Energie in seine Produktionen steckt, ist immer wieder eine richtig feine Sache. Auch diese Produktion ist technisch gut und von der Aufmachung her einen absolut feine Angelegenheit. Musikalisch und vom Gesang her, ist dieses Album allerdings mit der Zeit ziemlich nervig und anstrengend. Die ersten zwei, drei Lieder war noch unterhaltsam, aber auch schon mit einer notwendigen Selbstdisziplin zu ertragen. Im weiteren Verlauf wird es dann aber schlimmer und die bereits erwähnte Nervigkeit und Anstrengung tritt ein. Die Produktion in allen Ehren und wie immer gut, den Rest beurteilt ihr wieder selbst. Bis auf ein, zwei Ausnahmen, ist dieses Teil eine Minusrunde. So, und nun wird erst einmal der gute Frank Rennicke aufgelegt!

Titelliste:
01. Intro
02. Masterplan
03. Hoellenomas
04. Immernoch da
05. Was ein Mann tun muss
06. Maerchenland
07. Affe scheisst mit Kot
08. 100%
09. Panzer fahr´n
10. Alexanderplatz
11. Kein Sex mit Nazis
12. Die lebenden Toten
13. Verzoegerung
14. Kompensieren
15. Seit dem ich nicht mehr Trinke

Hörprobe – Spass Beiseite – Immernoch da:

 

Author: Frontmagazin

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