60 Prozent Sachsonia – Alte Lieder abgestaubt

[Gesamt: 16   Durchschnitt:  3.1/5]

60 Prozent Sachsonia – Alte Lieder abgestaubt
OPOS Records | CD

So denn, eine weitere Coverscheibe und dieses mal mit einer noch ausgefalleneren Auswahl an Liedern der vergangenen Tage. Es scheint ein gewisses Interesse zu geben, sich mit den Federn der alten Musiker und ihren Werken, im Form einer kompletten Vollscheibe zu schmücken, was erst einmal aber auch nichts schlechtes sein muss. Helle und seine Jungs haben beispielsweise gezeigt, wie man es gut umsetzt. Ein Teil der Band Sachsonia hat sich zusammen mit Öddi von White Rebel Boys u.a., ins Studio begeben und fünfzehn alte Nummern mit neuem Leben gefüllt. Dabei hat man ordentlich die Kiste mit den Tonträgern auf denen sich die B-Seiten befinden, durchgestöbert und sich einiger Titel angenommen. Dabei raus gekommen ist ein Album mit Titeln, bei denen man wahlweise und nostagisch schmunzelt, aber auch jene, die lediglich zum Kopfschütteln etwas taugen.

Musikalisch ist das Teil völlig in Ordnung, man bekommt gewohnt gutes Material geboten. Was bei den beteiligten Musikern zwar nicht immer reibungslos funktioniert und auch mal musikalisch nüchtern ausfällt, aber in den meisten Fällen doch entspricht. Es erfreut mich durchaus, u.a. mal wieder was von Udo (Sachsonia) zu hören, der wohl auch die treibende Kraft hinter dieser Produktion gewesen ist. Wer das musikalische Treiben von ihm verfolgt, der dürfte um seine Sangeweise wissen und mögen, oder auch nicht. Dazu gesellt sich u.a. noch Öddi hinterm Mikro und dieser bietet mit seiner tieferen Stimme einen guten Kontrast im Gesang. Wenngleich man auch sagen muss, das Öddi am Mikro und Instrument, etwas zum Ramschprodukt der deutschen Rechtsrockmusik verkommt. Es gab in den jüngeren Vergangenheit verhältnismäßig viel von ihm und das führt zwangsläufig etwas zur Ermüdung.

Bei den vorgetragenen Coverversionen werden sich die Geister scheiden. Es wurde wirklich sehr, sehr tief in der Plattenkiste gekramt und sich an einigen alten Schinken bedient. Wie bereits oben erwähnt, gibt es hier sowohl „Top“ als aus „Flop“ geboten. Der positive Aspekt dieser Titelauswahl liegt darin, das wir nicht die allseits bekannten, großen Nummern zum tausendsten mal nachgespielt um die Ohren gefallert bekommen. Zum Glück gibt es hier keine Division Germania oder Sturmwehr Coverlieder geboten, das muss man durchaus erwähnen. Dafür hat man ein paar musikalische Leckerchen der Vergangenheit ausgegraben, die wohl eher die alte Fraktion kennen dürften. Wenn überhaupt. Da sei beispielsweise das Lied „Highlander“ von der Band Commando Pernod genannt, die sich Mitte der Achtziger in Hamburg formierte und den einen oder anderen Klassiker verfasste, der noch heute zum Tanzen einlädt. In dem Lied „Highlander“ geht es, wer hätte es gedacht, um Connor McLoud, den unsterblichen Schwertschwinger aus den gleichnamigen Kinofilmen. Die Coverversion ist wirklich nicht verkehrt. Oder das eingedeutschte Lied „Lied der Freiheit“, was man als Ballade und im Original aus Schweden kennt. Hier gibt es eine rockige Variante, diese kann sich hören lassen. Mir persönlich sagen außerdem Lieder wie „Belüge nie die Wahrheit“ von den kultigen, leider nicht mehr aktiven Boots Brothers oder „Patriot“ von Blutrausch zu. Schön das man bei letztgenannter Nummer den selben Einspieler genommen hat, wie einst beim Original auch schon. Im Gegenzug frage ich mich wirklich, wie man solch einen Schrott wie beispielsweise „Dosenbier“ von Division Wiking oder „Benutzt euren Kopf“ von Bomber nur covern kann. Sicher, die Lieder klingen jetzt zumindest besser als im Original aber dennoch, das ist nicht unbedingt Material was man heute noch hören mag und braucht.

Der gute Wille zählt und dies auch bei OPOS Records, die dieses Album produziert haben. Technisch ist das Teil ausgereift, ein angenehmer Klang ist gegeben und dürfte in diesem Punkt auch überzeugen. Optisch hingegen ist diese Produktion nicht wirklich auf dem Standard einer gängigen OPOS Records Produktion. Es sieht wie notgedrungen aus, langhweilig und mal eben schnell anfertigt. Auch das Booklet bietet nicht wirklich etwas spannendes, keine Liedtext sondern eine Snippsel mit Auszügen. Ein paar Worte von Udo zur Idee dieser CD und das war es dann auch schon. Nee, das ist nichts dolle, da freut man sich doch schon auf die nächste anständige Produktion des Labels. Testet das Teil an, es dürfte vorrangig für Nostalgiker und (Label)Komplettisten etwas sein. Oder eben für jene, die mal (wieder) in die Vergangenheit reisen möchten und sich mit den alten, ja wirklich alten Liedern beschäftigen möchten. Ansonsten wird dieser Tonträger wohl ziemlich fix unter der Fülle an Produktionen versinken!

Titelliste:
01. Wir sind wieder da (Störkraft)
02. Aufrecht (Rheinwacht)
03. Der Tag wird kommen (Bollwerk)
04. Highlander (Commando Pernod)
05. Lied der Freiheit (Eldgrim/Ultima Thule)
06. Sie sagen (Starkstrom)
07. Nie wieder (Brutale Haie)
08. I´m just a Bootboy (Edelweiss)
09. Belüge nie die Wahrheit (Boots Brothers)
10. Patriot (Blutrausch)
11. Benutzt euren Kopf (Bomber)
12. Dosenbier (Division Wiking)
13. Solange das Blut (Nordlicht)
14. Rebell (Tollschock)
15. Die Zeit bleibt nicht steh´n (Deutsche Patrioten)

Hörprobe – 60 Prozent Sachsonia – Highlander (Commando Pernod):

 

 

 

Author: Frontmagazin

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6 thoughts on “60 Prozent Sachsonia – Alte Lieder abgestaubt

    1. Sei gegrüßt,

      Du hast natürlich recht. Siehste, das kommt dabei raus, wenn man an mehreren Sachen gleichzeitig arbeiten. Dann schleichen sich solche Fehler ein. Danke für die Info! 😉

      Beste Grüße
      Dein Frontmagazin

  1. Moin, puhh ein durchaus durchwachsende Scheibe. Was Bomber betrifft so war die erste CD, zumindestens zu der damaligen Zeit, garnicht so übel. Die darauffolgenden Veröffentlichungen kenne ich nicht. Auch Bollwerk, das Demo und die erste CD, wissen zu gefallen nebst die Haie, das C. Pernod Demo usw usf… Mir persönlich gefällt die Scheibe etwas besser als die beiden von Helle… Ist aber sicherlich alles Geschmackssache. Zugegeben, ob man diese Songs nun als sogenannte Evergreens bezeichnen kann, sei auch dahingestellt. Aber dennoch sind und bleiben gewisse Bands einfach, auch wenn ich dieses Wort nicht mag, Kult. Respekt ebenfalls an die Redaktion, macht weiter so

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