Blutzeugen – Parsifal

[Gesamt: 22   Durchschnitt:  4.5/5]

Blutzeugen – Parsifal
OPOS Records | CD

Ein Schwergewicht der rechtspolitischen Musikszene, wie es das neue Album „Parsifal“ von den Blutzeugen ist, zu rezensieren, bedarf Fingerspitzengefühl und ist wahrlich keine Arbeit von nur ein paar Minuten. So hat das Frontmagazin sich auch entsprechend Zeit gelassen und das Werk vom Anfang bis zum Ende, auseinandergenommen…

Die Erwartungen der Hörerschaft waren ziemlich hoch angesetzt und nicht unbegründet. Schließlich wurde vor gut sechs Jahren mit dem Vorgänger „Völkisch orthodox“ ein beachtliches Album auf die Hörerschaft losgelassen und dieses sollte erst einmal seine Früchte tragen. Im Anschluss galt es dann, dieses Werk zu überbieten. Oder zumindest würdig fortzusetzen. Diese Aufgabe hatte sich die Band selber nicht einfacher gemacht, da man zwischenzeitlich die ebenfalls gelungene Minischeibe „Ewige Wache“ veröffentlichte. Nun sind wir im Dezember 2020 angekommen und inzwischen dürften alle die, die es wollten, das neue Album „Parsifal“ in den Händen halten und bereits mehrfach damit die heimischen Anlagen zu glühen gebracht haben.

„Parsifal“, angelehnt an das Werk Wagners und geschrieben von Wolfram von Eschenbach, muss ein starkes Erbe antreten. Machen wir uns nichts vor, diese Aufgabe hatte es wirklich in sich und dürfte der Band einiges abverlangt haben. Noch vor der Veröffentlichung der kompletten Scheibe, hat OPOS Records mir „Wo sind sie hin?“, eines der fertigen Lieder via Social Media präsentiert. Keine Frage, der „Wow“-Effekt trat bereits nach kurzer Zeit ein und für die deutsche Musikszene gab es erst einmal einen Weckruf, der einer musikalischen Kampfansage gleich kommt, in diesem überwiegend trüben Jahr. Ein zweiter Vorgeschmack sollte nicht lange auf sich warten lassen, dieser erfolgte mit „Fahneneid“. Ok, ein gutes Lied ist es ja schon, aber die Euphorie, wie noch beim ersten Vorgeschmack regierte, ist irgendwie gewichen. Wie auch immer, das waren jetzt zwei Lieder, warten wie die Veröffentlichung ab. Dies hatte sich ja aufgrund verschiedener Vorkommnisse, immer und immer mal wieder verzögert.

Nun liegt „Parsifal“ endlich vor und man kann sich ein gründliches und ausführliches Bild von dem neuen Album verschaffen und inzwischen hat auch hier das Album so einige Runden in der Anlage gedreht. Eines kann man jetzt schon zweifellos sagen, Blutzeugen lieferten stets progressive Musik ab. So auch hier, auf diesem Tonträger. Die gewohnt hochwertige Mischung aus (Hard)Rock und Metal, immer mal wieder garniert mit stimmungsvollen Melodien, zeichnet die musikalische Schaffenskraft der Formation aus und mit dem Einklang „Zum Appell“ stellen die Blutzeugen es einmal mehr unter Beweis. Allerdings sind die Einspieler ziemlich leise und kommen unter der musikalischen Wucht nicht richtig zur Geltung. Im weiteren Verlauf hält das Album das spielerische und technische Niveau aufrecht, die zehn Titel, auf dem Silberling in der limitierten Box sind es sogar elf Lieder, lassen größtenteils keine Wünsche offen und bieten abwechslungsreiche Klänge. Mal geht man in purer Raserei zu Werke, mal etwas langsamer, fast schon Rockballaden ähnlich in zwei Fällen.

Thematisch haben die Blutzeugen immer ein gesundes Verhältnis zwischen historischen und gegenwärtigen Ereignissen behandelt, diesen Marsch setzt man hier, auf „Parsifal“ fort. Hier kommen wir unserer Meinung nach, jetzt aber zum großen Kritikfeld was das neue Album angeht. Thematisch behandelt man, wie bereits geschrieben, sowohl historische Ereignisse, wie hauptsächlich das große Ringen der Völker betraf, aber auch aktuelle Dingen. Das Lied „Halte aus…“ ist da wohl der deutlichste Vertreter in Sachen gegenwärtiger, politisch betreffender Ereignisse. In dem Lied beschäftigt man sich mit den Nachkommen der weißen Siedler Südafrikas und die gegenwärtige Situation auf dem entfernten Kontinent. Weißer Genozid steht dort auf der Tagesordnung. Es dominieren am Ende dann allerdings die Lieder, historische Thematiken vorweisen. Lieder wie „Wo sind sie hin?“, welches die Frage nach dem wahrhaftigen Geist Deutschlands in den Raum stellt, oder „Helm ab zum Gebet“, welche den letzten Moment des Frontsoldaten lyrisch festhält, bevor es zum letzten Feldzug geht. Zwei großartige Stücke, zwei Lieder, welche sinngemäß für das stehen, was Blutzeugen von Anfang an ausgemacht haben. Leider solche brachialen Übernummern aber auch in der Unterzahl auf dem neuen Album. Sicher, mit beispielsweise „Dolchstoß“, „Sie leben!“ oder dem Bonuslied „Schwerter & Brillanten“ aus der limitierten Edition, gibt es noch ziemlich gute Lieder geboten, im Großen und Ganzen allerdings, sind die verfassten Zeilen auf „Parsifal“ deutlich hinter dem Vorgänger geblieben. Natürlich sprechen wir hier nicht von stumpfen und plumpen Parolen, hier gibt es keine flachen Aussagen zu hören. Aber auch nicht die lyrische Aggression wie bei alten Nummern, es fehlt größtenteils die Wut und Bissigkeit, die man beispielsweise bei Liedern wie „Bis zum Tod“, „Ewig treu“, „Babylon wird untergehen“ oder „Wenn sie fallen“, um nur mal vier der durchweg genialen Machtnummern vom „Völkisch orthodox“ Vorgängeralbum zu nennen. Oder die Minischeibe „Ewige Wache“, ein kleines Werk und doch sowas von mächtig mit seinen lediglich drei Liedern.

Produktionstechnisch darf OPOS Records zurecht stolz auf sich sein, aber auch etwas Kritik muss das Haus und Hof Label der Blutzeugen ertragen. Klang technisch ist „Parsifal“ zweifelsohne ein echt starkes Album geworden, das Teil wütet wie eine entfesselte Feuerwalze und hinterlässt nur noch Staub und Asche. Das Album ist aus technischer Sicht ein echtes Hörvergnügen. Die Gestaltung an sich ist edel und macht wirklich was her. Das Design mit den Skulpturen gehört ja ebenfalls zum gängigen Stilmittel bei den Blutzeugen und davon wurde auch auf dem neuen Album kein Abstand genommen. Wenn ich jetzt nicht falsch liege, handelt es sich bei den Skulpturen um Werke von Arno Breker. Kritikpunkt ist allerdings erneut das Fehlen der Liedtexte, wie es leider auch schon beim Vorgänger der Fall war. Das soll es allerdings an Kritik gewesen sein, was die Produktion angeht. Natürlich gibt es das Werk in zwei Varianten, einmal eine normale Edition mit zehn Liedern im Jewel Case und ein limitiertes Mediabook mit Bonuslied und erweitertem Design. Nein, auch hier gibt es keine Liedtexte, dafür ein paar interessante Zeilen zum Lesen. Die limitierte Edition ist auf zweitausend Exemplare begrenzt und war nach kurzer Zeit schon ausverkauft.

So denn, bleibt am Ende nur noch folgendes zu schreiben: OPOS Records dürfen zurecht stolz auf sich sein, und erst recht die Blutzeugen, die ein gutes Album abgeliefert haben. Aber man braucht sowohl der Band als auch dem Label kein Honig um das Maul zu schmieren, beide dürften beständig genug sein und ausreichend Rückgrat besitzen, um mit Kritik umgehen zu können. Wie gesagt, ein gutes Album mit guten Liedern und einer wirklich starken Klangkulisse, die Wartezeit hat sich schon gelohnt. Aber auch ein Album, welches allerdings in seiner Gesamtheit, was hauptsächlich an den schwächeren Texten und der fehlenden Bissigkeit in eben jenen liegt, dem Vorgänger leider nicht das Wasser reichen kann!

Titelliste:
01. Zum Appell
02. Wo sind sie hin?
03. Fahneneid
04. Helm ab zum Gebet
05. Parsifal
06. Nibelungentreue
07. Kalt weht der Wind
08. Schwerter & Brillanten *
09. Sie leben!
10. Dolchstoß
11. Halte aus…

* Bonuslied nur auf der CD in der limitierten Box enthalten

Hörprobe – Blutzeugen – Helm ab zum Gebet:

 

 

Blutzeugen – Ewige Wache

Author: Frontmagazin

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2 thoughts on “Blutzeugen – Parsifal

  1. Hallo Frontmagazin!

    Danke für eure ehrliche Meinung. Auch ich finde die neue CD richtig gut aber nicht so gut wie die CD davor. Da musst man wirklich mal die Kirche im Dorf lassen. Aber ein starker Kandidat in eurer Jahresumfrage oder???

    MkG
    P.

    1. Sei gegrüßt,

      mal schauen, auf die Umfrage haben wir keinen Einfluss, ist diese erst einmal gestartet. Aber ja, du hast recht. Ein Plätzchen auf dem Siegerpodest könnt durchaus drinne sein, die Chancen stehen gut… 😉

      Beste Grüße
      Dein Frontmagazin

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