Allen Stürmen zum Trotz – Die NPD, unsere politische Heimat und ihre Geschichte

[Gesamt: 4   Durchschnitt:  1.5/5]

Allen Stürmen zum Trotz – Die NPD, unsere politische Heimat und ihre Geschichte
DS Verlag | 220 Seiten | ISBN: 978-3-935102-51-3

Egal wie man zu ihr stehen mag, um die NPD als älteste noch existierende Partei des nationalen Lagers kommt kein Nationalist herum. Die Geschichte des nationalen Widerstands ist, im positiven wie im negativen, auch mit der Geschichte der NPD eng verknüpft. Wenn daher die Partei eine Dokumentation ihrer Geschichte veröffentlicht, ist dies zunächst für jeden Angehörigen des nationalen Widerstandes interessant, der mehr über den politischen Kampf der letzten Jahrzehnte wissen will. Umso interessanter wird es, wenn die Partei ankündigt, dass dabei „Probleme (…) nicht verschwiegen (werden)“. Weiterhin sind Fotografien, Geschichte der Landesverbände und der Unterorganisationen sowie eine umfangreiche Betrachtung der Rechtskämpfe der Partei enthalten, sodass ein entsprechender Umfang versprochen wird.

Die Erwartungen an das Buch sind dementsprechend hoch und werden leider enttäuscht. Von der Ankündigung, dass „Probleme (…) nicht verschwiegen (werden)“ lässt sich nahezu nichts im Buch finden. Nicht nur Feinde der Partei, sondern auch die eigenen Mitglieder und schlicht die objektive Parteigeschichte können von genug Problemen berichten, die zum allergrößten Teil keinerlei Erwähnung finden. Die Turbulenzen um die „Nationalrevolutionäre Plattform“, die teilweise vorgenommene Deckung von V-Männern, Skandale bzw. parteiinterne Skandalisierungen (man denke an die „Peniskuchen-Affäre“, unabhängig wie man sich zu dieser positionieren mag), harte interne Kämpfe und Abspaltungen sind nur wenige der vielen Punkte, die durchaus Erwähnung hätten finden können. Stattdessen ließt sich die eigene Geschichte größtenteils wie ein ruhiges Dahinplätschern durch die Jahrzehnte, einzig unterbrochen von einzelnen Erfolgsmeldungen. Während man das Weglassen kritischer Punkte noch in einem solchen Buch, das ja auch immer der eigenen Werbung und Identitätsbildung dient, noch verstehen kann, ist das Weglassen selbst von eigenen Erfolgen und Teilgeschichten gänzlich unverständlich. Schulhof CDs, das „Haus Montag“, die immerhin sieben Jahre bestehende Zeitschrift „Hier & Jetzt“, die JN Zeitschrift „Der Aktivist“, die „Volksfront von Rechts“, der „Nationaldemokratische Hochschulbund“ und viele weitere Punkte finden sich nirgendwo im Buch. Ein Weglassen aus Platzgründen dürfte als Grund ausfallen, vielmehr macht das ganze Werk einen lieblosen Eindruck. Mehrere Landesverbände erzählen beispielsweise ihre immerhin teils über 50-jährige Geschichte in zwei-drei (!) Seiten (und damit mit kaum mehr Wörtern als diese Rezension) und ganze Abschnitte wirken mehr wie die Erfüllung einer unerwünschten Pflichtaufgabe als der stolze Beitrag zur eigenen Geschichte. Während einige der enthaltenen Details und Bilder für jeden nationalen Aktivisten interessant sein dürften, bleibt im Gesamten vor allem das Fazit einer verpassten Gelegenheit. Statt eine eigene Darstellung der zahlreichen Kontroversen der eigenen Geschichte vorzunehmen, Erfolge herauszustreichen und auch Selbstkritik offen zuzugeben, wurde ein im Endeffekt unvollständiges, liebloses Buch herausgeben. Kritiker der Partei dürften damit eher neue Nahrung finden statt von ihr überzeugt zu werden, neutral stehende Personen und auch eigenen Mitglieder wiederum dürfte vieles fehlen.

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort des NPD-Parteivorsitzenden Frank Franz 7
Vorwort von Thomas Salomon 9

Teil 1 – Zur Geschichte der Partei
1.1 – Die Geschichte der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands 11
1.2 – Die Parteivorsitzenden der NPD 43
1.3 – Die Bundesparteitage der NPD 48
1.4 – Die Arbeit des Amtes Bildung 49

Teil 2 – Die Landesverbände der NPD
2.1 – Baden-Württemberg 51
2.2 – Bayern 55
2.3 – Berlin 60
2.4 – Brandenburg 64
2.5 – Bremen 66
2.6 – Hamburg 68
2.7 – Hessen 72
2.8 – Mecklenburg-Pommern 77
2.9 – Niedersachsen 80
2.10 – Nordrhein-Westfalen 83
2.11 – Rheinland-Pfalz 86
2.12 – Saarland 89
2.13 – Sachsen 91
2.14 – Sachsen-Anhalt 98
2.15 – Schleswig-Holstein 102
2.16 – Thüringen 105

Teil 3 – Die Unterorganisationen der NPD
3.1 – Junge Nationalisten – Eine Jugend im Wandel seit 1967 108
3.2 – Ring Nationaler Frauen – Die Frauen der NPD 116

Teil 4 – Der Deutsche Stimme Verlag
Peter Schreiber: Die Deutsche Stimme – Ruf der Vernunft in einer anti-nationalen Medienwüste 118

Teil 5 – Die NPD im Rechtskampf
5.1 – Frank Schwerdt: Das erste NPD-Verbotsverfahren (2001–2003) 128
5.2 – RA Peter Richter: Der Kampf um das Recht – die NPD vor dem Bundesverfassungsgericht 134
5.3 – RA Wolfram Nahrath: Das politische Strafrecht als Maulkorb der Freiheit 143

Teil 6 – Die NPD in Bildern
Bilder, die für sich sprechen: Die Partei des nationalen Widerstandes 152

Vielen Dank an unseren Gast-Rezensenten Hans Kraft für die Besprechung!

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Author: Frontmagazin

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1 thought on “Allen Stürmen zum Trotz – Die NPD, unsere politische Heimat und ihre Geschichte

  1. Kann ich nur unterschreiben. Natürlich muss man in einer Jubiläumsveröffentlichung keine interne Schmutzwäsche aufkochen, aber es gibt wirklich genug offizielle und wohlbekannte Geschichten, bei denen eine Einordnung durch die Partei sinnvoll gewesen wäre. Thema Hupka z.b., dann sind wichtige Personen und Ereignisse der letzten Jahre (Heiße, Steiner) völlig unerwähnt. Von der vollmundigen Ankündigung bleibt leider nur ein schaler Nachgeschmack.

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