Hausmannskost – Waffenschmiede

[Gesamt: 21   Durchschnitt:  3.7/5]

Hausmannskost – Waffenschmiede
Rebel Records | CD

10 Jahre Krautzrock und kein bisschen leise, deftige Hausmannskost nach deutscher Art. Wohl bekomms.

Nun ist es endlich so weit, mit Waffenschmiede melden sich die Krautzrocker von Hausmannskost mit ihrem dritten Album zurück und liefern damit auch prompt den ersten richtigen Kracher in diesem Jahr ab. So denn, die ruhigen Stunden sind vorbei und es ist wieder an der Zeit auszurasten, die Tanzflächen in Kriegsschauplätze zu verwanden und den Mittelfinger in Richtung Berlin zu strecken. Ohne großartig auf Kuschelkurs zu gehen und erst einmal mit sanften Symphonien für eine musikalische Wohlfühlzone zu sorgen, legen Krautzrocker gewaltig los und machen bereits mit dem Angry-Intro klar, das sie nicht auch nur einen Funken an Wut und Aggression eingebüßt haben. Es gibt genau das serviert, was wir erwartet haben, musikalische Ambossschläge die mit jedem Lied einen brachialen und punktgenauen Volltreffer landen. Dieses Album wird allen Gutmenschen, Moralaposteln und Antideutschen weh tun, es wird richtig weh tun und das ist verdammt nochmal auch gut so. Dennoch, es wären nicht Hausmannskost, würde die Band nicht auch mit dem dritten Album eine Entwicklung durchleben.

Das neue Album Waffenschmiede ist hart, es ist brachial und knall ordentlich in die Fresse. Dieses Mal hat man allerdings das Tempo etwas gedrosselt, hier und dort etwas mehr Melodien reingepackt und fertig ist ein ausgereifter, gewachsener Klang. Aber keine Sorge, allen die nun Schnappatmung bekommen, dürfen wieder runterfahren. Hausmannskost haben nichts von ihrer musikalischen Brutalität verloren, die der Band von Anfang an ein treuer Begleiter war und auch weiterhin sein wird. Stattdessen hat man sich dazu entschieden, nicht dem gleichen Tonträger noch einmal zu veröffentlichen und sich selbst zu kopieren. So kommt es dann eben auch, das wir ein musikalisch breit aufgestelltes Album zu hören bekommen. Neben klassischen (Hard)Rock, der dieses Mal in hochwertiger Form, stärker vertreten ist, gibt es natürlich auch wieder die beliebten Coreelemente sowie teils schleppende Metal Riffs, die dem Material die erwähnte brachiale Wucht verliehen haben. Mal lassen Hausmannskost es in wütender Raserei durch die Boxen dröhnen und dann auch gerne mal im Midtempo, was dem Material dadurch u.a. seine Abwechslung verleiht.

Thematisch lassen die Lausitzer logischerweise kein gutes Haar an diesem System und seinen Funktionären, wie auch an diesem Zeitgeist, der nicht nur Deutschland schadet. Warum auch?! Hier steht der politische Wahnsinn, die Auswüchse einer entarteten Zeit und alles was dazugehört, im Fokus. Wer also auf der Suche nach der nächsten plumpen Party-Malle-Scheibe ist, der wird hier vergebens suchen. Nach einem ziemlichen Thrash Metal Intro, das mich direkt an Slayer erinnert hat, geht es dann auch schon los und man lässt mit Die Fäuste hoch gleich klarstellen, das die Zeichen auf diesem Album ganz klar auf Kampfansage und Konfrontation stehen. Von diesen Positionen nimmt man im weiteren Verlauf auch keinen Abstand, durch die 10 Lieder der regulären Edition, zieht sich diese Energie, die Wut und Kampfbereitschaft. Mit Bollwerk Cottbus setzt man ein Zeichen und salutiert vor der Gemeinschaft der Region, dabei geben sich Hausmannskost ziemlich melodisch und überwiegend rockig. Das wäre dann die bereits erwähnte musikalische Entwicklung, macht wirklich was her. Was man von der EU hält, erfährt man im gleichnamigen Lied Europäische Union und wenn es darum geht, die Ruhe vor dem Sturm zu verkünden, sollte man das Lied Der Wind schlägt um aufdrehen. Die Krautzrocker haben zwar schon häufiger in englischer Sprache gesungen, aber hier erstmals mit regulären Beiträgen auf einem Album. Keine Hidden Tracks oder dergleichen. Und das man mit den fremdsprachigen Beiträgen dann auch gleich zwei geniale Lieder abliefert, war eine kleine Überraschung. Never Surrender Never Give In glänzt mit ziemich stimmigen Riffs, den Vogel schießt aber das Lied White Honour (Commitment to Europe) ab, auf welches ich ja bereits vor einiger Zeit im Pre-Listening des Albums eingegangen bin. Die Nummer beginnt im balladesken Stil und schart eine Reihe von musikalischen Mitstreitern aus allen Ecken der Welt um sich herum. Neben Hausmannskosten leisten LTW aus Polen, Scott (Fortress) aus Australien und der Schreihals von Green Arrows aus Italien, ihren Teil und lassen damit dieses Lied zu einer kleinen Hymne werden. Ein Appell an das weiße Europa, einfach nur genial, was für ein Kehrreim! Neben der normalen Auflage gibt es noch eine Sonderedition mit einem Bonuslied. Bei diesem Bonuslied handelt es sich um die Nummer 24. September, die einst eingedeutschte Version von Black September von Brutal Attack durch Sturmwehr. Man hat daraus eine einfühlsame Ballade mit Damengesang gemacht und so erinnert man auch noch heute dem Lebenswerk und Vermächtnis von Ian Stuart Donaldson.

Das Warten hat sich mehr als gelohnt, Hausmannskost haben sich nicht nur mehr als eindrucksvoll zurückgemeldet, die Krautzrocker haben dann auch mal eben diese noch recht stille Jahr aufgeweckt und das erste vollwertige Brett rausgehauen. Doch nicht nur musikalisch ist das Teil großartig, auch die Aufmachung macht wieder einmal was her. Zwei unterschiedliche Versionen existieren, das dürfte inzwischen bekannt sein. Beide Versionen sind erfreulicherweise in Jewelcase erschienen, die Sonderedition hat nur eben eine alternative Gestaltung, ein 16-seitiges Beiheft und eben ein Bonuslied, die normale Edition ist mit einem 12-seitigen Beiheft ausgestattet. Ihr findet selbstverständlich alle Texte im Beiheft. Der Stil der Krautzrocker findet auch hier seinen Weg zurück in die Aufmachung und ich muss sagen, das es mir denn je gefällt. Geile Umsetzung. Das Teil knallt rein, ob musikalisch oder optisch, eine gelungene Produktion aus dem Hause Rebel Records. Ganz klar, für mich das bisher beste Album in diesem Jahr, das heißt es erst einmal zu überbieten. Zieht euch die Hörprobe bei uns rein, wie immer ein komplettes Lied. Und wenn ihr das Album dann gekauft habt, dann hört es bis zum Schluss, kapiert? Bis zum Schluss hören Was für ein Brett, Kaufempfehlung!!!

Titelliste:
01. Das-Angry-Intro
02. Die Fäuste hoch
03. Lauf
04. Bollwerk Cottbus
05. Never Surrender Never Give In
06. Europäische Union
07. Waffenschniede
08. Schweigende Mehrheit
09. Der Wind schlägt um
10. White Honour (Commitment to Europe)
Bonus
11. 24. September *

* nur auf der CD in der Sonderedition enthalten, im Original von Sturmwehr bzw. Brutal Attack

Hörprobe – Hausmannskost – Bollwerk Cottbus:

 

Hausmannskost – Wir wollen sein

Author: Frontmagazin

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1 thought on “Hausmannskost – Waffenschmiede

  1. „White Honour“ ist bereits seit Mitte der 90er eine Hymne! Damals erst auf Polnisch erschienen, dann auf dem göttlichen „No more brother wars“ Sampler von Di-Al Records in englischer Sprache! Kommt von HMK leider nicht ans Orginal ran. Einzig Scott liefert eine super Leistung ab. Die Aufmachung ist super, der restliche Teil leider nur 3/5 finde ich. Aber wie immer Geschmacksache.

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