Nordland 8

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Nordland 8
Midgård Records | CD

Midgård Records führt eine Tradition fort, und zwar die beliebte und bekannte Samplerreihe “Nordland die in den Achtzigern via B.H. Records – eines von diversen Sublabels von Rock-O-Rama Records – ihren Anfang nahm. Inzwischen haben wir mit dieser Produktion den 8. Teil der Reihe vorliegen und Midgård Records serviert der interessierten Hörerschaft einen aktuellen Einblick in die rechtspolitische Musikszene Schwedens. Dabei bekommen wir einen spannenden und durchaus unterhaltsamen Mix aus verschiedenen Stilrichtungen, von Balladen mit ordentlich Südstaaten-Atmosphäre über traditionellen melodischen Rock bis hin zu wuchtigen Metalnummern, es ist vieles dabei und dies in gewohnter Güteklasse, die man aus Schweden kennt und liebt.

Den Anfang machen die schwedischen Senkrechtstarter Ursinne mit drei Coverliedern. Ursinne haben bereits mit ihrem letzten Album trampad mark für mächtig Aufsehen gesorgt und sich zu Recht den Titel als rechtspolitische Alternative zu Amon Amarth einkassiert. Die erste Nummer und somit auch der Beginn dieser Kompilation ist im Original von Mistreat, mit “Side by side” lassen Ursinne die Hörerschaft bereits zu Anfang wissen in welche Richtung es geht. Melodischer (Viking) Metal der stark arrangiert und verspielt daher kommt. Selbiges gilt für die zweite Nummer “I stand”, welches ein Cover von Ken McLellan (Brutal Attack) ist. Ziemlich episch erklingt die Nummer und mit einem kräftigen Schrei geht es hart aber dennoch verständlich zur Sache. Gesungen wird bei allen Beiträgen übrigens in englischer Sprache. Den Abschluss gibt es mit der dritten Nummer “Freedom“, hierbei handelt es sich um eine mächtige Coverversion von den Berlinern. Und mit mächtig wird in diesem Zusammenhang auch nicht übertrieben, die Nummer knallt dermaßen rein und wenn der Sänger am Ende des Kehrreims die Forderung “…open the Prion Gates” in Mikro brüllt, zerlegt es damit fast die Boxen. Endgeile Beiträge.

Mit Nordic Storm wird es nun finster, in drei Liedern bekommen wir einen Mix auch brachialen Death und Black Metal geboten. Man muss die Musikrichtung gewiss mögen und Ambitionen haben, diese auch zu hören. Wenn man mit den Stilrichtungen vertraut ist, dann versteht man die doch ziemlich finsteren Shouts des Monsters am Mikro. Das Material ist ziemlich finster und vor allem auch drückend, die drei Lieder stampfen durch die heimischen Boxen und geben klare, politisch unkorrekte Botschaften wieder. Mir gefallen die Lieder seht gut. Als Randnotiz sollte man noch erwähnen, dass die Truppe hier nicht dieselben sind, wie die Nordic Storm von der 2005´er Split “60 Jahre Luge und Verrat” mit Thrima und Underground Rebels. Drei musikalische Brutalos für Freunde der harten und dunklen Gangart.

Nun ist PJ mit drei neuen Liedern an der Reihe. Der schwedische Ausnahmekünstler und patriotische Metalhead beweist auch hier, mit seiner zweiten Band One Million Lies um welches musikalische Kaliber es sich handelt. Wer das erste Album Tragic Disaster kennt, der dürfte bereits erahnen was nun kommt. Stark strukturierter Metal mit melodischen Rockelementen der mich immer wieder aufs neue an beispielsweise Soilwork erinnert. PJ kann singen, er beherrscht seine Instrumente und weiß die Botschaften in “Scream” oder “State full of traitors” niveauvoll zu verpacken. So muss moderne und zeitgemäße Widerstandsmusik klingen.

Weiter geht es mit dem mir bisher völlig unbekannten Melior Ante. Musikalisch serviert uns die Truppe klassischen, melodischen RAC mit schwedischen Texten und sogar einen Schuss Punkrock hört man raus. Ich muss ja schon sagen, im ersten Moment dachte ich wirklich, dass Lundsson sich wieder zu Wort melden würde. Dann allerdings kam die Erkenntnis, dass in seinem Drogenrausch wohl nicht mehr viel von ihm zu erwarten sein dürfte. Wie dem auch sei, das Material von Melior Ante ist nicht verkehrt und klingt ganz vernünftig, man wird stellenweise in die flotten Neunziger versetzt und das ist ein netter Nebeneffekt. Mal schauen wie sich die Band entwickelt und ob wir in naher Zukunft noch mehr zu hören bekommen werden. Kann man hören.

Mit nur einem Lied ist G.U.D., ein Solokünstler, der laut Midgård Records auf Youtube aktiv ist, auf diesem Sampler vertreten. Hierbei handelt es sich um eine interessante Sache, die Nummer kann man wunderbar im Alternate Rock platzieren. Gesungen wird in schwedischer Sprache und wirklich klar, teilweise ziemlich melancholisch. Der erste Eindruck ist nicht verkehrt und macht doch Lust auf mehr, zumindest wenn man offen für experimentelles Material ist.

Dann mal los, willkommen in den Südstaaten… Nee, nicht wirklich, aber musikalisch könnte man das glatt vermuten. Bei Bull’Neck handelt es sich (vermutlich) um einen weiteren Neuzugang der schwedischen Musikszene und geboten bekommen wir stimmigen Country bzw. Südstaatenrock im Stil von Johnny Rebel oder Cash, je nachdem wie es einem beliebt. Gesungen wird in englischer Sprache, leider ist die Nummer “Skinhead by trade” ziemlich schnell vorbei, dafür gibt es mit “I still sing the old songs” ein um so besseres Lied. Genau mein Ding und ich hoffe doch sehr stark, dass es in naher Zukunft von den schwedischen Bullennacken eine Vollscheibe geben wird. Schöne Sache.

Der Abschluss dieses Samplers erfolgt durch “altes” Material von Pluton Svea, welches aus der letzten Schaffensphase der Schweden stammen soll. Da sich die Band von Jocke Karlsson zum Anfang der 2000er aufgelöst hat, ist es allerdings schwer vorstellbar, dass sich “Staying true“, eine Coverversion von der deutschen Band White Resistance, in dieser letzten Phase entstanden ist. Das Lied ist nämlich auf dem zweiten Album “White Rock ‘N’ Roll Outlaws” enthalten und dieses erschien 2008 bei der Gjallarhorn Klangschmiede. Da stellt sich die Frage, wie diese Aufnahmen angeblich aus dem Jahr 2016 stammen sollen, wo Pluton Svea doch schon seit 2001 oder 2002 nicht mehr existent ist? Verwendung fand das angeblich alte Material nachfolgend dann in anderer Variante auf  “Tolerant Today – Dead Tomorrow”, dem ersten Album von Jockes neuer Band Code 291.

Die Produktion von Midgård Records überzeugt in gewohnt guter Qualität. Im Beiheft sind die Texte der Lieder zu finden, die Gestaltung erinnert mich vom Stil her an eine alte Skrewdriver Produktion. Auf der Rückseite gibt es noch einen alten Zeitungsartikel namens “Butiken måste bort!”, der zu Deutsch soviel heißt wie: “Der Laden muss weg!”. Also ein Artikel der linken Journaille Schwedens. Ein Sampler aus dem schönen Schweden, der durchaus zu überzeugen versteht, man bekommt einen wohlklingenden Überblick über den aktuellen Stand der schwedischen Musikszene. Zumindest aus Sicht von Midgård Records . Gelungenes Produktion!

Titelliste:
01. Ursinne – Side by side *
02. Ursinne – I stand **
03. Ursinne – Freedom ***
04. Nordic Storm – Goliath
05. Nordic Storm – Hang ‚em high
06. Nordic Storm – Vengeance
07. One Million Lies – Minority
08. One Million Lies – Scream
09. One Million Lies – State full of traitors
10. Melior Ante – Krossa er
11. Melior Ante – Kommer aldrig svika
12. Melior Ante – Kamp
13. G.U.D. – En del av er
14. Bull’Neck – Skinhead by trade
15. Bull’Neck – I still sing the old songs
16. Pluton Svea – Sten för Sten
17. Pluton Svea – Staying true ****

* im Original von Mistreat
** im Original von Ken McLellan
*** im Original von L!
**** im Original von White Resistance

Nordland 8 – Hörprobenmix:

 

Author: Frontmagazin
Frontmagazin.de - Das Onlinemagazin für rechtspolitische & revolutionäre Musik und im Netz

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