Hausmannskost / Helle & Die RAC‘ker / The White Gigolos – The Three Ass Kicks (MCD)

Hausmannskost / Helle & Die RAC‘ker / The White Gigolos – The Three Ass Kicks
Rebel Records | MCD

So, nachdem ich mir nun mehrere Tage die Gehörgänge mit diesem Gemeinschaftswerk frei gepustet habe, folgt nun endlich die verdiente Rezension…

Meine Fresse, dieser kleine Silberling hat es wirklich in sich und dabei war ich ja mal mehr als skeptisch als ich das Cover zum ersten Mal gesehen hatte. Nun ja, so kann man sich täuschen. Mit „The Three Ass Kicks“ servieren uns Hausmannskost, Helle und seiner RAC´ker und The White Gigolos – von denen hören ich das erste Mal – den Sound der Straße, da werden die Herzen höher schlagen wenn man dem Hardcore/Punk der frühen und späteren Jahre zugeneigt ist. Ich hören eigentlich schon immer ein breites Feld an verschiedenen Musikrichtungen, auch, mehr oder weniger, unpolitischer Natur und speziell auch den rotzigen, ehrlich Hardcore der Achtziger und Neunziger. Um so erstaunter war ich dann auch als ich den Inhalt dieser Split gelesen hatte und ja, mir war klar das es nur gelungen oder scheiße klingen würde. dazwischen wird es nichts geben!

Die Bands wechseln sich auf diesem Silberling ab, wir haben also auch hier keine klassische Reihenfolge wie man es sonst von einer Split her kennt. Hausmannskost machen den Anfang mit „Gotta Go“, die Nummer ist von niemanden geringeren als den legendären Agnostic Front aus New York City. Ich bin ehrlich, bereits jetzt hat mich der Silberling schon begeistert. Wer Hardcore hört, der nicht politisch rechts angesiedelt ist, der muss Agnostic Front zumindest kennen. Warum? Ganz einfach, die Band um Roger Miret und Vinnie Stigma gehört zu den Gründungsvätern des amerikanischen Hardcore und waren beziehungsweisen sind (noch immer) wegweisend für viele Gefährten im In- und Ausland. Mir sind nur wenige, andere Bands bekannt die den Hardcore so sehr verkörpern wie eben Agnostic Front. Als zweite Nummer liefern uns Hausmannskost das Lied „Some Kind of Hate“ ab. Dieses wurde im Original von Blood for Blood aus Boston, Massachusetts verfasst, die Band selbst bezeichnete ihren Stil als „White Trash Hardcore Rock ’n’ Roll“. Das Cover tritt Ärsche, keine Frage und braucht sich vor dem Original nicht verstecken. Blood for Blood haben 2012 ihr Aktivitäten eingestellt da Sänger und Gründungsmitglied Erick Medina wegen des Verdachtes der Vergewaltigung festgenommen wurde. Wie es aktuell um Blood for Blood steht ist mir nicht bekannt, nach letzter Information aber wird es da wohl nichts mehr geben. Allen interessierten Hörern kann ich aber „Outlaw Anthems“ und „Serenity“ empfehlen, die beiden letzten Werke der Band.

Kommen wir zu Helle & Die RAC‘ker, diese starten mit der Nummer „Still Waiting“, das Lied stammt im Original von der kanadischen Punkband Sum 41. Macht durchaus Spaß dieses Lied mal in härter Tonlage zu hören, hier muss man definitiv bei Hören gut Abstand vom Original nehmen. Wir haben eine wesentlich härtere Klang- und Gesangskulisse, so wie man Helle und seine RAC´ker eben kennt. Macht definitiv Lust auf mehr. Als zweite Nummer hat man sich ein junges und recht aktuelles Lied ausgesucht. Zu meiner hellen Freude hat man sich am Repertoire von Madball bedient und das Lied „Rev Up“ vom aktuellen Album „For the Cause“ ausgewählt. Die Nummer drückt, sie drückt dermaßen das man am liebsten einen Mosh im Wohnzimmer hinlegen möchte, ha, ha. Madball zählen mit zu den Großen der NYC Hardcore-Szene, Frontmann Freddy Cricien ist der Halbbruder von Roger Miret. Die Beiträge von Helle & Die RAC‘ker fetzen, druckvoll und alles andere als schlecht interpretiert. Gerne mehr in dieser Form, gefällt mir besser als das Coveralbum.

Ja und zu guterletzt haben wir noch The White Gigolos, die Truppe war mir bis vor der Erscheinung dieser Split völlig unbekannt. Ja und damit man auch anständig auf sich aufmerksam macht, haut man dann auch schon mal ordentlich auf die Kacke und covert einen echten Klassiker. Die Rede ist von „Bro Hymn“, von Pennywise aus Kalifornien. Ich denke die Melodic Hardcore Truppe dürften den meisten Hörern bekannt sein, oder? Passen ganz gut in die selbe Schublade wie H2O, NOFX und Bad Religion möchte ich einfach mal dreißt behaupten. The White Gigolos rocken und bringen den Charm dieser Nummer wunderbar an den Hörer, sehr geil gemacht. Das zweite Cover tanzt ein wenig aus der Reihe des Konzepts, sofern es wirklich eines geben sollte. Rockabilly ist jetzt angesagt und herhalten muss dafür eine Nummer von Pitbullfarm. Richtig vermutet, es wird „White Gigolo“ gecovert. Ich möchte einfach mal die Vermutung niederschreiben, das die Truppe sich nach dem Lied benannt hat?!  Wie auch immer, auch wenn es vom restlichen Material etwas abweicht, so klingt dieses Cover durchaus interessant und es macht Spaß dieses zu hören. Ich bin durchaus gespannt wie es bei The White Gigolos weitergehen wird.

Da hat sich Rebel Records ja mal was geiles einfallen lassen, diese Minischeibe trifft voll und ganz meinen Geschmack. Ich würde es mir wünschen das mehr Bands sich alten Hardcore und Punk-Nummern annehmen und Eigeninterpretationen abliefern würden. Vielleicht haben Hausmannskost ja mal Interesse an einer Vollscheibe in diesem Stil? Optisch war ich zu Anfang skeptisch, dies habe ich ja bereits geschrieben. Ich hätte niemals damit gerechnet bzw. bei diesem Artwork auf solche Musik getippt. Ziemlich eigenwillig aber das passt schon, wie das gesamte Werk letztlich und dies ist natürlich positiv gemeint. Geile Sache, einen Nachfolger darf es gerne irgendwann geben, ich wäre absolut dafür. Das Teil ist eine echte, kleine Überraschung und sticht aus der Masse an Produktionen hervor, einfach nur geil. Bleibt letztlich nur noch eines vor der Kaufempfehlung zu schreiben: Hey, Rebel Records, hiermit wird die Forderung nach einer Vinylauflage laut, her damit. ^^ Endgeil, vom Anfang bis zum Ende. Kaufempfehlung!!!

Titelliste:
01. Hausmannskost – Gotta Go *
02. Helle & Die RAC‘ker – Still Waiting **
03. The White Gigolos – Bro Hymn ***
04. Hausmannskost – Some Kind of Hate ****
05. Die RAC‘ker – Rev Up *****
06. The White Gigolos – White Gigolo (Remastered Version 2018) ******

* im Original von Agnostic Front
** im Original von Sum 41
*** im Original von Pennywise
**** im Original von Blood for Blood
***** im Original von Madball
****** im Original von Pitbullfarm

Hörpobenmix – The Three Ass Kicks:

 

Author: Frontmagazin

3 thoughts on “Hausmannskost / Helle & Die RAC‘ker / The White Gigolos – The Three Ass Kicks (MCD)

  1. The White Gigolos haben 2016 bereits eine Mini CD rausgebracht namens Jockes Jokes welche über ein mir unbekanntes Russisches Label herauskam und wohl auf 300 Ei Zeiten Limitiert war. Mir ist leider auch kein Versand in Deutschland bekannt der diese im Verkauf hätte bzw hatte.

    1. Sei gegrüßt,

      danke für die Information. Habe mich mal bisschen auf die Suche begeben und bin fündig geworden. Das angesprochene Werk „Jocke´s Jokes“ ist eine Split mit BattleShout & The White Gigolos und wurde von Barbatos Productions veröffentlicht. Wo man das Teil erwerben kann habe ich allerdings auch noch nicht herausfinden können…

      Beste Grüße
      Dein Frontmagazin

  2. Ein Kumpel sagte das es dieses Werk kurzzeitig bei Midgard Records gab aber mittlerweile auch schon ausverkauft ist. Zu Battleshout gibt es leider auch keine weiteren Einträge scheint wohl das,einzige Material auf der So mit von denen zu sein.

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