Slipknot – We Are Not Your Kind

Slipknot – We Are Not Your Kind
Roadrunner Records | CD

Mächtig, mächtiger, Slipknot? Weltweit sind die Maggots geteilter Meinung zum sechsten Album der Band…

das sechste Studioalbum der legendären Maskenträger aus Des Moines, Iowa ist erschienen und „We Are Not Your Kind“ ist genau das, was man erwartet hat und noch viel mehr. So ausgereift und spielfreudig hat man Splitknot noch nicht wirklich erlebt. Allerdings hatte sich nach der ersten Runde bei mir aber auch der Gedanke eingeschlichen, dass sich an diesem Album sicherlich auch die Geister scheiden werden. Warum? Nun, trotz seiner ausgereiften Songstrukturen, seiner Vielschichtigkeit und Experimentierfreude, könnte der Fall eintreffen das dieses Album einigen Maggots zu „milde“ sein könnte. Dabei ist das neue Werk alles andere als „milde“ geworden. Im Gegenteil, mit „We Are Not Your Kind“ bekommen wir das wohl ausgereifteste und verspielteste Album der Maskenträger geboten. Es vereint all das, was melodisch experimentell mit „All Hope Is Gone“ und an finsternis & beklemmender Atmosphäre mit „.5: The Gray Chapter“ begonnen wurde und noch mehr, ein Entwicklungsprozess hat eingesetzt und Slipknot auf neues Level verholfen. Doch mit jeder Entwicklung und dazugehöriger Veränderung, hält auch die Kritik ihren Einzug. „We Are Not Your Kind“ ist verspielt, experimentell und abwechslungsreich, daran besteht kein Zweifel. Die zu sanfte Schiene vom 2008er Album „All Hope Is Gone“ wurde verlassen und man setzt die Clean Vocals, mehr oder weniger, sparsam ein. Da hat man die passende Dosierung verwendet. Anders verhält es sich für viele Maggots am Härtegrad, trotz brachialer Nummern wie „Unsainted“ oder „Solway Firth“, wird die musikalische Gewalt von der Kultscheibe „Iowa“ vermisst. Die Interpretation von musikalischer Härte wird an vielen Faktor gemessen, ob man „All Hope Is Gone“ letztlich als nicht hart genug bezeichnen kann, wage ich zu bezweifeln. Anders und ausgereift, als weiterentwickelt und recht experimentell würde ich das neue Werk bezeichnen. Dabei greift man hier und dort auf Synthesizer und Samples zurück, was durchaus für eine interessante Abwechslung auf diesem Werk sorgt. Auch balladesk geht man dieses mal gemäßigt aber dafür eindrucksvoll zu Werke, mit „My Pain“ liefert man eine der intensivsten Nummern der Scheibe ab. Die beidenÜbernummer „Nero Forte“ und „Solway Firth“ veranlassen dann auch prompt dazu, die Bude einzureißen. Mit letzter Nummer findet das Werk einen würdigen und mächtigen Abschluss. Mann muss sich durchaus auf etwas neues einlassen und das funktioniert meiner Meinung nach.

Ich kann es aber auch durchaus nachvollziehen wenn einige Maggots von dem Werk entäuscht sind, mit der Zeit haben sich Slipknot verändert, durch verschiedene Erlebnisse und Ereignisse geschuldet. Das man als musikalische Institution nicht immer auf ein und dem selben Level bewegen möchte, sollte auch klar und nachvollziehbar sein. Das die personelle Veränderung innerhalb der Band dazu beigetragen hat(te), dass dürfte für sich selbst sprechen. Ob nun der Tod von Paul Gray, der Abschied von Joey Jordison – meiner Meinung nach der größte Verlust für Slipknot – oder der kürzliche Abgang von Perkussionist Chris Fehn, all diese personelle Veränderung sind in irgendeinerweise Ausschlaggebend für die Veränderung innerhalb der Band und dem neuen Werk. Das man hier natürlich der kommerziellen Faktor ein äußerst wichtige Rolle spielt, ist klar und dies ist bei einer Band wie Slipknot auch nichts ungewöhnliches mehr, zu groß ist die Maschinerie Slipknot mittlerweile geworden. Dies hat auch Einfluss auf das Bandsein, so hat die Faszination von einst, wer hinter den Masken steckt würde, schon lange an Reiz verloren und das Geheimnisvolle ist schon lange der Erkenntnis gewichen. Da hilft es dem Image auch nicht, das man die Identität des neuen Perkussionisten „Tortilla Man“ zwanghaft verheimlicht. Die Faszination daran ist verfolgen und funktioniert nicht mehr. Dennoch, trotz aller Kritikpunkte und unteschiedlichen Meinung, wird „We Are Not Your Kind“ wirtschaftlicher Erfolg für Maskenträger aus Des Moines sein. Ob dieses Werk allerdings auch den Wert einer „Iowa“ Albums einnehmen wird, ist stark anzuzweifeln!

Titelliste:
01. Insert Coin
02. Unsainted
03. Birth Of The Cruel
04. Death Because Of Death
05. Nero Forte
06. Critical Darling
07. Liar’s Funeral
08. Red Flag
09. What’s Next
10. Spiders
11. Orphan
12. My Pain
13. Not Long For This World
14. Solway Firth

Author: Frontmagazin

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