Das Ende der Wahrheit

Das Ende der Wahrheit
Deutschland 2018 | 101 Minute | FSK 16

BND-Agent Martin Behrens (Ronald Zehrfeld) ist sich sicher, durch seine Arbeit einen großen Beitrag zur Wahrung der nationalen Sicherheit zu leisten. Doch nach einem brutalen Anschlag auf ein Münchner Restaurant wachsen seine Zweifel an der Mission des Bundesnachrichtendiensts. Unter den Opfern war seine Freundin, die Journalistin Aurice Köhler, die sich schon länger für die Machenschaften des BNDs interessierte. Zunächst wird das Attentat als Vergeltungsschlag einer terroristischen Vereinigung angesehen.

Doch dann erkennt Behrens, dass für seinen Arbeitgeber Drohnenangriffe und geheime Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen tatsächlich – wie von Aurice vermutet – legitime Mittel zur Terrorbekämpfung sind. War Aurice wirklich nur ein Zufallsopfer? Behrens‘ geheime Recherchen führen ihn bis ins Krisengebiet in Zentralasien. Nur um zu lernen, dass der wahre Feind nicht draußen lauert, sondern in den eigenen Reihen. *

Deutsche Kinofilme, da denkt man doch zuerst an Kriegsfilme wie Stalingrad, Das Boot oder Der Untergang, oder? Wen wundert es auch, schließlich wird das großartige Kino der Deutschen liebend gerne auf zwölf Jahre reduziert. Doch das es auch anders geht und vorallem hoch brisant und politisch aktuell, dies beweist Regisseur Philipp Leinemann mit seinem Politthriller „Das Ende der Wahrheit“ aus dem Jahre 2018.

Ursprünglich als TV Produktion gedacht, arrangierte sich „Das Ende der Wahrheit“ im Verlauf zu einer Produktion, der eine Kinoauswertung zugute kommen sollte. Und mit dieser Entscheidung kann der Politthriller auch auf ganzer Linie punkten. „Das Ende der Wahrheit“ ist ein spannender und technisch hochwertig ausgestatteter Film, der mit seiner brisanten und aktuellen Thematik am Puls der Zeit ist. In etwa 101 Minute bekommen hier jene, die auf gute Thrillerkost stehen und sich für politische Sachverhalte des Verfassungsschutzes, Bundesnachrichtendienstes und des internationalen Politgeschehens interessieren, ein einwandfreies und spannendes Zusammenspiel.

„Das Ende der Wahrheit“ überzeugt durch seine schauspielerischen Leistungen. Ronald Zehrfeld alias Martin Behrens als kühler Zentralasienexperte des Bundesnachrichtendienstes – kurz BND – versteht es bereits in den ersten Minuten die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und den Zuschauer mit ihm ermitteln zu lassen. „Das Ende der Wahrheit“ ist eine kritische Selbstbetrachtung eines Staates, in dessen selbstverständnis von Ethik in der Politik und gesellschaftlicher Doktrin. Dafür war Regisseur Philipp Leinemann bereit, mit einigen Tabus zu brechen und fängt die verschiedenen Typen der gegenwärtigen Ansichten unserer politischen Landschaft von Opfer und Tätern, Beamten und Terroristen, Mittätern und Beteiligten, visuell wunderbar ein.

„Das Ende der Wahrheit“ ist die deutsche Kinoantwort auf amerikanische Blockbuster, nicht weniger spannend aber ebenso tiefgründig und wesentlich ehrlicher. Erschreckend und doch irgendwie bestätigend macht sich das Bild deutlich, dass die bundesdeutschen Geheimdienste dem großen Bruder in nichts nachstehen!

* Originaltext vom Filmverleiher Prokino

Author: Frontmagazin

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