March or Die / Defender – Tales from the Streets

March or Die / Defender – Tales from the Streets
Oldschool Records | CD

brittisch, hellenisches Gemeinschaftswerk…

Es ist wieder an der Zeit die Stiefel zu putzen und das schreibe ich nicht, weil in einigen Tagen Nikolaus ist. Nein Freunde, sondern weil es mal wieder an der Zeit für unverfälschten und bodenständigen RAC ist. Vorliegend haben wir die neueste Produktion aus dem Hause Oldschool Records, die Split CD „Tales from the Streets“ mit brittischer und hellenischer Beteiligung.

Den Startschuss feuern March or Die ab, würde man nicht wissen das die Band um das Jahr 2010 gegründet wurde, könnte man beinahe denken das es sich um eine englische Skinband der ersten Stunde handeln würde. Authentischer Rechtsrock der alten Schule wie wir ihn lange nicht mehr gehört haben. March or Die wissen nach kurzer Zeit die Hörerschaft in ihren Bann zu ziehen, dafür sorgt der, für RAC klassische und authentische Klang der Kapelle. Hinter dem Mikro steht Ross, ehemaliger Frontmann von Scum, einer inzwischen aufgelösten Oi!-Band. Dieser Einfluss ist bei March or Die auch hörbar, verfeinert wurde das Material mit einer angenehmen Oi! Note die wunderbar passt. Fünf Lieder geben die Insulaner zum besten, selbstverständlich in der Heimatsprache. Dabei bekommen textlich so mancher Auswuchs sein Fett weg. Drogenwracks, diese sozial verlorene Moderne und seine Gestalten und mehr, es gibt einen musikalischen Rundumschlag. Einigen wird das Material vielleicht zu altbacken klingen, wenn dem so ist, dann man das Gefühl für diese Musik nicht inne. Sicher, das Material wurde nicht unzählige Male durchs Studio gejagt und technisch übergemotzt. Dafür ist echt, March or Die sind echt. Das ist Musik von Skins, für Skins. Das ist Musik aus der Arbeiterklasse, für die Arbeiterklasse. Geil!

Die zweite Hälfte wird durch die Hellenen von Defender abgedeckt. Die Truppe habe ich erst kürzlich durch ihre Beiträge auf dem letzten „The Skinhead Come Back Vol. 3“ Sampler kennengelernt. Dort wurden sie allerdings Defenders geschrieben, warum auch immer. Auf dieser Split gefällt mir die Truppe schon wesentlich besser, vielleicht mag es daran liegen, dass es nur zwei Kapellen auf einem Tonträger sind. Oder vielleicht ist das Material auch einfach stimmiger, kann durchaus sein bzw. so dürfte es hier der Fall sein. Schön flotter, melodischer RAC der eine gewisse Ami-Note mit sich bringt. Erinnert mich an einige der guten, alten WP-Kapellen von dort drüben. Zwei Lieder werden in englischer Sprache gesungen, die restlichen drei Lieder in der Heimatsprache. Technisch präsentiert sich das Material ziemlich wuchtig und weiß zu überzeugen, da bleibt der Fuß nicht still und fängt automatisch an zu Wippen. Ich bin gespannt wie es mit Defender weitergeht, ein würdiger Partner auf dieser Split.

Die Split wurde durch Oldschool Records veröffentlicht, dessen Produktionen haben ja mit zunehmenden bestehen der Szeneschmiede stetig an quallitativer Steigerung von sich sehen und hören lassen. So auch hier, die Produktion ist einwandfrei, Klangtechnisch durch die Klangkulissen der beteiligten Bands zwar unterschiedlich aber aus technischer Sicht nicht zu beklagen. Auch optisch ist das Teil nicht zu beanstanden, im Beiheft findet ihr alle Texte zu nachlesen.

„Tales from the Streets“ ist sicherlich kein Massenprodukt, was es aber auch absolut nicht sein braucht. Im Gegenteil, dieser Silberling ist für die Arbeiterklasse, für Jungs in schweren Stiefeln mit guter Laune und einer geringen Akzeptanzschwelle – ihr wisst wie es gemeint ist, he, he. Abschließend empfehle ich alle Unentschlossenen und Interessierten in diesen Silberling reinhören, es lohnt sich wirklich. Gelungene Split, Tipp von uns!

Titelliste:
March or Die
01.10 Years Strong
02. Drug Pusher
03. Fire and Advance
04. Fuck the Modern World
05. What Grinds Our Gears
Defender
06. Surrounded
07. Hippie Cunts
08. Antisocial
09. Blue and White Flag
10. Crucified Skin

Hörprobe – March or Die – Drug Pusher:

 

Hörprobe – Defender – Hippie Cunts:

 

Author: Frontmagazin

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