Fremde im eigenen Land (F.i.e.L.) – 2X18

Fremde im eigenen Land (F.i.e.L.) – 2X18
Das Zeughaus | CD

F.i.e.L. melden sich endlich mit dem zweiten Album zurück…

Ganze zwei Jahre hat man an diesem Album gefeielt und gearbeitet. Unzählige Stunden der Feinarbeit sind verstrichen. Aber jetzt ist es nun endlich soweit, zum Jahresende gibt es nun zwölf neue Titel von F.i.e.L. serviert. Das letzte Studioalbum liegt mitterlweile knapp sieben Jahre zurück und zwischenzeitlich wurde es auch recht still um F.i.e.L., zeitweise hatte man nicht einmal mehr mit neuen Liedern gerechnet. Doch wie heißt es so schön; „Gut Ding will Weile haben“, ja und das Ergebnis ist nun das neue Studioalbum „2X18“.

F.i.e.L. haben bekanntlich einen einprägsamen und eigenwilligen Stil, im positiven Sinne versteht sich. Ziemlich metallische Klänge, tiefe Gitarrenriffs und die unverkennbare F.i.e.L. Stimme dienen der Wiedererkennung und diese haben sich nun auch schon über Jahre hinweg, in die Köpfe der Hörerschaft gebrannt. Sowohl Live als auch aus den heimischen Boxen. Auf „2X18“ hören wir selbstverständlich wieder bekannte Elemente und Strukturen, doch auch ist das zweite Album noch mehr und unterscheidet sich hörbar von dem Vorgänger. Stoner Rock, Doom Metal, klassischer Rock, all diese Stilrichtungen vereint F.i.e.L. auch hier wieder in seinen Liedern. Doch dieses Mal ergänzt man das musikalische Repertoir mit einer gewaltigen Note an NDH, Neue Deutsche Härte. Um genau zu sein, zumindest erweckt es ganz stark den Anschein, dass man auf Kuschelkurs mit der Musik von Rammstein gegangen ist. Bereits die Promo CD ließ erahnen, in welche Richtung es gehen würde. Für einige erfreulich, für andere entäuschend. Von zu diesem Zeitpunkt an war klar, dass die neue Scheibe polarisieren würde. Dies war sowohl dem Label als auch der Band klar.

Thematisch bleibt man dafür im vertrauten Terrain, wenngleich es dieses Mal textlich etwas milder ausgefallen ist. Letztendlich ist die Botschaft aber dennoch deutlich und man weiß, was der Sänger uns sagen möchte. Auf die Verständlichkeit der Texte brauche ich an dieser Stelle nicht eingehen, selbst in tieferen Tönen ist der Gesang klar und verständlich. Bereits mit dem ersten Lied „Deutschland lebt“, welches wir bereits von der Promo kennen, wir der Rammstein Einfluss deutlich. Diese tiefen Gitarrenriffs, der drückende Bass Anteil und zusätzliche Effekte, all dies und noch mehr lassen das Gefühl aufkommen, man würde eine neue Platte der NDH Pioniere hören. Selbst wenn der Gesang einsetzt, man spielt vielleicht sogar bewusst mit der Sangeweise die ebenfalls Lindemann erinnert. Bis die Texte deutlich werden. Wiederkennung zum alten Schaffen erklingt beispielsweise mit dem Lied „Der Tag an dem das deutsche Herz Flammen schlägt“, eine kraftvolle, teils melodische Rocknummer mit Metal Elementen. Das Lied kennen wir ja bereits als Balladenversion vom Livealbum. Im weiteren Verlauf des Albums, beschäftigt sich F.i.e.L. mit dem deutschen Freiheitskampf, Selbstbehauptung, Identität und der Liebe zur Heimatwiege. Strukturell ist das Textmaterial durchdacht, man bekommt keine Aussetzer zu hören. Damit habe ich auch nicht gerechnet.

„2X18“ hat lange auf sich warten lassen, nun ist das Teil endlich da und sorgt auch promt für ordentlich Gesprächsstoff. Das neue Album polarisiert, wie bereits geschrieben. Es ist sicherlich kein einfaches Album, keine CD die man mal so nebenbei auf die Schnelle hört. Zu vielschichtig ist die musikalische Struktur dieser Arbeit. Man muss sich Zeit nehmen um dieses Album richtig wirken zu lassen, dann springt der Funke über oder eben nicht. Technisch ist die Scheibe schon eine Ansage, musikalisch ausgereift, einwandfrei und vorzeigbar produziert. Der Klang zeichnet eine gelungene Arbeit aus. Der Scheidepunkt wird hier sicherlich und überwiegend der musikalisch Einfluss sein, der sich nicht verleugnen lässt. Viele werden „2X18“ sicherlich mit dem Erstlingswerk vergleichen. Das ist aber die falsche Herangehensweise, von zu unterschiedlicher Natur sind die beiden Werke geprägt. Man muss das neue Album als eigenständiges Werk betrachten, was es letztlich auch ist. Man muss es unabhängig vom vorherigen Material wirken lassen, erst dann entfaltet es sich. Ob man das neue Material letztlich hören mag oder nicht, das entscheidet der persönliche Geschmack und die Auffasung. Die Produktion aus dem Hause Das Zeughaus steht in gewohnter Arbeitsweise, technisch sowie optisch kann das Teil sich problemlos zeigen. Mudhater Design leistete wie immer gute Arbeit und ist sehr ansehnlich gestaltet. Keine Frage, „2X18“ ist definitiv eines der strittigsten und kontroversesten Werke in diesem Jahr und mit kontrovers meine ich jetzt nicht, dass dieses Werk textlich über die Stränge schlägt. Das ist selbstverständlich nicht der Fall. Was einen negativen Effekt erzeugt haben mag, könnte die, im Vornherein ziemlich starke Promotion gewesen sein. Ein Album kann unter Umständen auch zu stark beworben werden, dies könnte hier der Fall gewesen sein. Am Ende wurden die Erwartungen bei den Kritikern zu stark hochgetrieben, bis letztlich das Erwache und der Dämpfer mit der eigentlich Veröffentlichung kamen. Überbewertet? Vielleicht ja und vielleicht nein, diese Entscheidung ist kaum auf eine Rezension zu reduzieren. Auch hier musste das Teil erst Wirkung zeigen, funktioniert das Album dann aber erst einmal, kann man es wirklich gut hören. Interessantes Album das musikalisch ausgereift aufmarschiert. Es verdient angehört zu werden, keine Frage. Doch bitte, lasst den Vergleich mit dem ersten Album außenvor, an dieses kommt das neue Werk nicht heran. Nicht weil es musikalisch, textlich oder gar technisch nicht ausgereift wäre, dass auf keinen Fall. Nur hat F.i.e.L. sich mit dem Erstlingswerk selbst den Maßstab zu hoch gesetzt, so das man such selbst bislang nicht überbieten konnte. Davon abgesehen, als eigenständiges Werk ohne Vergleiche, ist das Album gelungen und zu empfehlen!

Titelliste:
01. Deutschland lebt
02. Jetzt sind wir hier
03. Kolonne im Chor
04. Mecklenburglied
05. Nationaler Sozialist
06. Schar der Falschheit
07. Der Tag an dem das deutsche Herz Flammen schlägt
08. Menschenhasser
09. Ich bin dabei
10. So sieht dat aus
11. Vandalia
12. Vergesst mich nicht

Hörprobe – Fremde im eigenen Land – Der Tag an dem das deutsche Herz Flammen schlägt:

 

Author: Frontmagazin

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3 thoughts on “Fremde im eigenen Land (F.i.e.L.) – 2X18

  1. Hallo !
    Konnte mich die erste CD der Jungs schon nicht begeistern, kann es diese schon gar nicht. Ich weiß es nicht woran es liegt Stimme, Musik, spricht mich überhaupt nicht an, obwohl die texte echt gut sind. Ist halt alles Geschmackssache für manche ist es sicher die CD des Jahres. Gruß !

  2. Naja mal ehrlich, beim ersten Album waren zwei Lieder klasse und das eine davon auch nur wegen dem Einspieler. Das neue Album mag ja für Rechtsrock Verhältnisse ganz gut sein aber wenn ich solche Musik hören will dann tu ich mir die kommerziellen Bands an “ die können es einfach besser“. Textlich find ich das Album aber recht gut

  3. Der Sänger allein nur mit Klampfe und Mundharmonika is absolut klasse. Den Rockalben kann ich leider beiden nicht viel abgewinnen.

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