Lass Leben – Nordwärts

Lass Leben – Nordwärts
Leveler Records | CD

Wir haben uns wirklich Zeit gelassen mit der Rezension zu diesem Werk, dies gehört eigentlich bestraft. Nun gut, besser spät als nie, oder?! Bei Lass Leben handelt es sich um ein Projekt aus der Federführung des Gitarristen von Feindnah. Es ist bereits nach den ersten Minuten hörbar, in welche Richtung es mit „Nordwärts“ geht. Musikalisch ist dieses Werk ziemlich abwechslungsreich strukturiert, eine ziemlich Energie geladene Mischung aus Rock und Metal, mal rasend schnell und dann mal mit weniger Tempo, dafür aber immer atmosphärisch und stimmig. Schöne, melodische Solis garnieren die Lieder und sowohl ein brachialer Bass als auch ein donnerndes Schlagzeug garnieren das Liedgut mit einer wunderbaren Brutalität. Musikalisch ist „Nordwärts“ schon einmal eine ziemlich mächtige Ansage, das Werk punktet schon einmal mit einem richtig satten Klang und dies auf ganzer Linie.

Gesungen wird mehrstimmig und abwechslungsreich. Das Zusammenspiel zwischen zwischen dem Klargesang, einer kraftvollen, rockigen Stimme und tiefen, rauchigen Shouts passt hier wunderbar und trotz der tiefen Röhre, sind die Texte noch immer gut verständlich. Beim Klargesang könnte man fast meinen, man würde Jan-Peter hören, die Ähnlichkeit ist verblüffend. Thematisch ist das Werk politisch bis auf den Kern, ohne jedoch in stumpfe Parolenpropaganda zu verfallen. Im Gegenteil, die Texte sind durchdacht und hochwertig verfasst. Texte mit dem Inhalt gegenwertiger Probleme von sozialkritischer und idologischer Natur, hat man beispielsweise mit dem Lied „Hinaus zur See“ den Spagat zwischen historischer gegenwärtiger Themenaufarbeitung geschafft. Das Lied „Bomben des Friedens“ ist eine gelungene Abrechnung mit den Kriegstreibern unserer Zeit und ihrer Mission Demokratisierung. Oder das „Die wahre Ästhetik“, ein treffsicheres und wichtiges Lied. Thematisch befasst sich Lass Leben in dem Lied mit den abartigen Tierversuchen und Schandtaten an Mutter Natur, einzig zum Wohle der Kosmetikindustrie. Themtisch ist das Teil so eine ziemliche Hausnummer, hier gibt es politische Musik von hohen Format und dies nicht zu knapp.

Optisch macht das Teil durchaus was her, auch verzichtet man aus typische Klischeebemalung und setzt stattdessen auf ein modernes, zeitgemäßes Design. Schlicht und kühl wirkt die Gestaltung, die der Küstenregion angelehnt ist. Gut, bei einem Namen wie „Nordwärts“ auch nicht verwunderlich. Selbstverständlich sie die Texte im Beiheft abgedruckt. In seiner Gesamtheit stimmt bei dieser Produktion wirklich alles, inhaltlich besitzt das Werk eine politische Ideologie und Grundfeste, die zeitgemäß und authentisch sind. Technisch ist Lass Leben ein hochwertiges und großartig arrangiertes Projekt, von dem es hoffentlich noch mehr zu hören gibt. Eine starke Klangkulisse, da darf man sich auf etwas starkes freuen. „Nordwärts“ ist eine politische Produktion mit einem zielsicheren Vorzeigecharakter, so stelle ich mir Widerstandsmusik in heutiger Zeit vor. Sollte sich jeder anhören, für Freunde und Aktivisten, die Hassgesang, Anthrazit oder Stereotyp mögen, werden Lass Leben, lieben. Pflicht!

Titelliste:
01. Große Zeit
02. Von Verschwörung bis Therorie
03. Müde Augen
04. Bomben des Friedens (feat. Übermensch)
05. Nordwärts
06. Puppenspieler
07. Die wahre Ästhetik
08. Pr!nt (feat. Feindnah)
09. D’Accord
10. Hinaus zur See
11. Große Zeit / Reinmagined
12. Nordwärts / Reinmagined

Hörprobe – Lass Leben – Die wahre Ästhetik:

 

Author: Frontmagazin

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