Aufbruch – Im Nebel der Zeit

[Gesamt: 18   Durchschnitt:  4.3/5]

Aufbruch – Im Nebel der Zeit
OPOS Records | CD

Die Mannheimer Band Aufbruch meldet sich mit ihrem fünften Album zurück…

Nun, ich war schon etwas verwundert als die erste Runde vorbei war, ich habe Aufbruch natürlich in all den Jahren wahr genommen und mal hier, mal dort gehört, ihnen  aber nach kürzester Zeit keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt. Zu belanglos klang für mich das Material, vielleicht hier und dort mal eine brauchbare Nummer wie beispielsweise das Lied Josue, welches auf dem 2010er Album enthalten ist. Aufbruch waren für mich immer wie das kleine dicke Kind im Sandkasten, mit dem wollte keiner spielen aber es war dennoch immer da. Es wurde wahr genommen aber nicht weiter beachtet. Mittlerweile kann die Band sogar schon auf eine über zwanzig Jahre alte Bandgeschichte zurückblicken und diverse Arbeiten verzeichnen, aber der große „Wow“ Effekt war den Mannheimern irgendwie nie vergönnt. Mit dem neuen Album „Im Nebel der Zeit“ könnte sich das Blatt vielleicht etwas wenden. Warum? Nun, das Album ist zweifelsohne das beste Material, was je aus den Federn der Band entstanden ist und es hat mich tatsächlich überrascht. Wo das Material in der Vergangenheit irgendwie gewollt und nicht gut umgesetzt geklungen hatte, irgendwie monoton und lieblos kamen die Werke rüber. Anders scheint es hier zu sein, das Album hebt sich alleine musikalisch schon vom alten Material ab. Ziemlich geiler Mix aus Hard- bzw. Deutschrock und Metal. Vereinzelt möchte ich meinen, sogar Hardcore Elemente gehört zu haben, bis es sogar in Black Metal ähnlichen Bereichen gipfelt. Auch geht es mal etwas seichter zur Sache, das passt sogar. Zwisch all der Härter verfeinert man das Material mit stimmigen, teils ziemlich guten, melodischen Riffs. Generell mangelt es auf dem Album nicht an musikalischer Abwechslung, auch das hatte in der Vergangenheit der Band einen Minuspunkt gespendet, es war eben ziemlich eintönig. Im Ganzen sind es zwölf Titel auf der Scheibe und davon ist eines eine Coverversion von Tonstörung. Einmal wird in spanischer Sprache gesungen. Thematisch hat man sich überwiegend mit gegenwärtigen Problemen beschäftigt. Sei es die aktuelle Corona-Hysterie im Lied „Offensive 2020“, die politische Haltung gegenüber der NATO im gleichnamigen Lied oder das Leben im Knast, wie es thamtisch im Lied „Hinter Gittern“ behandelt wird. Aufbruch sind thematisch am Puls der Zeit.

Was den Gesang betrifft, so hat es sich auch hier zum Positiven gewandelt. Es klingt alles feiner, gekonnter und mit Tiefe. Man hört es raus, am Gesang wurde gearbeitet und das Ergebnis ist nicht verkehrt, man kann es wirklich hören.

Die Produktion wurde dieses mal von OPOS Records übernommen. Dort gibt man bekanntlich (fast) jeder musikalischen Stilrichtung eine Chance und die Möglichkeit, sich zu verwirklichen. Technisch ist „Im Nebel der Zeit“ eine gute Sache, eine wirklich gelungene Scheibe mit einem schönen Klang. Es gibt noch Überraschungen, wenn es auch kleine sind. Aufbruch beleben sich tatsächlich neu, die Mannheimer stellen sich gewissermaßen neu auf und sind sich doch treu geblieben. Wenngleich es in ausgereifter und verbesserter Form ist. Ich kann nur hoffen, das man den eingeschlagenen Kurs weiter verfolgt und dabei bleibt. „Im Nebel der Zeit“ kann man problemlos als das wohl beste Album der Truppe bezeichnen. Der Rechtsrock wird nun nicht revolutioniert aber dafür verhält es sich bei Aufbruch progressiv, im Bezug auf die Band und deren Musik!

Titelliste:
01. Offensive 2020
02. Kopf – Herz – Faust
03. V.I.O.L.E.T.A.
04. Schönes Welt (TS) *
05. Im Nebel der Zeit (mit HS / BB)
06. Hinter Gittern
07. Leere Worte
08. Auf der Kippe
09. NATO
10. 16 Jahre
11. Alza de Espada **
12. Gerechtigkeit

* im Original von Tonstörung
** im Original von División 250

Hörprobe – Aufbruch – Leere Worte:

 

Author: Frontmagazin

Frontmagazin.de - Das Onlinemagazin für rechtspolitische & revolutionäre Musik und Literatur im Netz

5 thoughts on “Aufbruch – Im Nebel der Zeit

  1. Bei unbekannten Namen bin ich immer skeptisch, meistens haben sie schlechte Sänger. Aber der Sänger hier ist nicht schlecht, der bei der Hörprobe war gut und vorallem die Leitgitarre hat mir sehr gefallen, da sie über das gesamte Lied eingesetzt wurde. Ich würde nur von der Hörprobe ausgehend 4/5 geben.

  2. Ich bin froh das ich das Digi bestellt habe. Könnt richtig gut an bei mir. Die nächste Platte könnt garantiert auch wieder heim ins… Regal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.