Mortuary – Apocalypse

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Mortuary – Apocalypse
OPOS Records | CD

Achtung, fertig und los, voll in die Fresse…

So, wer noch immer nicht mit dem zufrieden war, was uns in den letzten Monaten an anständiger Coremucke erreicht hat, bzw. es nicht hart genug war, der dürfte mit “Apocalypse” fündig geworden sein. Das zweite Album der Grind/Deathcore Kapelle Mortuary wütet wie ein wild gewordener Tyrann durch die Szene und rammt einfach alles problemlos bei Seite. Ernsthaft, ein musikalisches Gewitter ist ein Scheiß gegen das abgelieferte Album hier, dies ist ein Core-Orkan der höchsten Gefahrenstufe.

Wo Mortuary auf ihrem ersten Album noch irgendwie etwas orientierungslos und unreif klangen, hat man sich auf “Apocalypse” gewaltig gesteigert und mindestens um das Doppelte verbessert. Es gibt selbstverständlich noch immer bitterböse Shouts und giftige Pig Squeals, allerdings alles etwas erprobter und ausgereifter. Kuschelrock gibt es logischerweise immer noch nicht, allerdings dürfte einer größeren Menge es auf diesem Album leichter fallen, die Texte besser zu verstehen. Wie gesagt, Pig Squeals gibt es noch immer, aber es klingt nicht mehr ganz so, als wenn es der Sau auf der Schlachtbank gerade an die letzten Atemzüge geht. Auch hat man die politische Botschaft in den Texten nicht vernachlässigt und stimmt auch dieses Mal wieder durchweg sozialkritische Probleme an. Ob nun die Problematiken mit den Konsumgesellschaftsformen, der Verfall von Moral und Werte oder einfach der Appell an Völker Europas nach Freiheit, in durchdachter Art und
Weise werden uns hier gelungene Texte durch die Boxen entgegengebrüllt, die einfach nur genial sind. Mit “Apocalypse” bekommen wir ein Album vorgelegt, das man in seiner Gesamtheit verinnerlichen muss. Sicher, man kann einzelne Lieder nennen und als besonders gelungen bezeichnen, “Aspartamfarm” beschäftigt sich beispielsweise mit dem synthetischen Süßstoff, seiner Herkunft und dem, was der Pöbel nicht wissen sollt(e). Dennoch, erst in seiner vollen musikalischen Pracht avanciert “Apocalypse” zu einer konsequenten Kampfansage und geht damit konsequent seinen Weg. Dabei wird übrigens fast ausschließlich auf Deutsch ins Mikro gerotzt, einzig eine Ausnahme bildet das Coverstück “Human Waste“, dies wird in englischer Sprache vorgetragen. Auch hat man sich bei zwei Liedern etwas Unterstützung ins Boot geholt und so erklingen neben Mortuary auch noch die Stimmen von Fight Tonight, Painful Life, BTK und Phil von Flak. Ein anständiges Ensemble, oder?

Auch bereits angeschnitten und wie nicht anders zu erwarten gewesen sein dürfte, sind die Jungs musikalisch über sich selbst hinausgewachsen. Trotz einer musikalischen Brutalität und eines kompromisslosen Dauertempos, haben Mortuary ihre musikalische Schaffenskraft mehr als nur ausgebaut. Noch härtere Blast Beats, tiefere Riffs und erdrückende Bass-Lines werden in den Liedern durch die Jungs auf die Menschheit losgelassen. Das Teil ist brutal, kompromisslos und einfach nur endgeil.

OPOS Records ist mit dieser Produktion wieder einmal voll in seinem Element verflechtet und dürfte mit Abstand die erste Anlaufstelle sein, wenn es um solche brachialen Klänge geht. Mortuary sind zu Recht dort gut aufgehoben und werden auch entsprechend umsorgt. So ist “Apocalypse” auch alles andere als eine von vielen, plumpe Produktionen der letzten Tage. Technisch ist das Werk bestens dazu geeignet, die heimischen Boxen auf das Feinste zu zerlegen. Ein ordentlicher und verdammt druckvoller Sound wird auf dem Album geboten. Auch die Aufmachung darf sich mehr als sehen lassen. Stilistisch passt natürlich, anstatt ein Beiheft zu produzieren, gibt es ein Faltcover mit sämtlichen Texten und einem ansehnlichen Design. Dazu gibt es noch einen Aufkleber, der in der Hülle mit beiliegt. Bleibt eigentlich auch nicht mehr viel zu sagen, die Corefraktion dürfte vor Freude sicherlich die Bude einreißen. Für Balladenfreunde eher ungeeignet. Das Teil ist wütend, brutal und grandios umgesetzt, definitiv eines der besten Werke in diesem Jahr, was die extremere Stilrichtung der rechtspolitischen Musik angeht. Endgeil!

Titelliste:
01. MMXX
02. Niemals
03. Schweigen
04. [T]Error
05. Apokalypse (feat. Fight Tonight)
06. Es ist Krieg
07. Bestie Mensch
08. Aspartamfarm
09. Frei sein
10. Human Waste *
11. Wir (feat. Fight Tonight, Phil, Painful Life & BTK)

* im Original von Painful Life

Hörprobe – Mortuary – Es ist Krieg:

 

Author: Frontmagazin
Frontmagazin.de - Das Onlinemagazin für rechtspolitische & revolutionäre Musik und im Netz

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