Blutzeugen – Hypaerion

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Blutzeugen – Hypaerion
OPOS Records | CD

Die Blutzeugen melden sich endlich wieder zurück…

Nach einigen ungewollten Verzögerungen, vielen Werbebildern und einem grandiosen Musikvideo mit internationaler Beteiligung ist es endlich so weit, das neue Studioalbum “Hypaerion” der Blutzeugen ist erhältlich.

Zugegeben, nach der ersten Runde in meiner Anlange war ich doch etwas enttäuscht von dem neuen Werk. Aber eines war mir klar, mit nur einer Runde ist es natürlich nicht getan, um ein Urteil zu fällen und erst recht nicht bei den Blutzeugen. So hat mich dieser Tonträger die letzten Tage intensiv durch den Alltag begleitet. Auf dem Weg zur Arbeit, auf dem Heimweg und dazwischen ebenfalls. Hat es etwas gebracht? Allerdings, denn wie bei vielen anderen Schwergewichte der nationalen Musikszene, so braucht auch dieses Werk seine Zeit um vollumfänglich zur Geltung zu kommen und all seine musikalischen Feinheiten zu präsentieren.

Wenn die Blutzeugen mit neuem Material werben, sind die Erwartungen groß und so war es vor einiger Zeit auch der Fall als man das mittlerweile vierte Studioalbum “Hypaerion” ankündigte. Nach einer Zeit des Wartens ist es dann so weit gewesen und zum Jahresbeginn hat man das Biest von den Ketten gelassen. Ausgestattet mit zwölf Liedern auf der regulären Edition, reißen die Zeugen wieder alle Barrikaden ein und servieren ihrer Hörerschaft ein ideologisches Machtwerk mit wuchtigen Metalklängen, die erneut ihresgleichen suchen. Doch damit nicht genug, haben die Blutzeugen auf diesem Tonträger eine Weiterentwicklung durchzogen, die sich wirklich hören lassen kann. Sowohl textlich als auch musikalisch, und dies bei einer bereits hoch angelegten Messlatte vergangener Tage.
Musikalisch hat man hier und dort das Tempo ein wenig gedrosselt und mehr Melodie in das Ganze einfließen lassen. Was dem Material hörbar gutgetan hat, denn gerade die etwas weniger Metal lastigen Nummern sind es, die sich hier sehr positiv präsentieren. Ohne dabei die härtere Gangart als zweitklassig dastehen zu lassen. Mehr Tiefe, mehr Melodien und mehr Momente, die einen stellenweise auf emotionale packen und nachdenklich stimmen. Nach dem ruhigen Einklang “Eisen bricht die Not” geht es auch direkt mit der vollen musikalischen Härte los, mit dem Titellied “Hypaerion” beweisen die Zeugen erneut von welchem Kaliber man nach wie vor ist und zerlegen die heimischen Boxen bereits kurz nach Beginn. Weitere brachiale Gassenhauer sind beispielsweise “Wir werden Helden sein”, welches all den gefallenen Soldaten, den Söhnen, Vätern und Großvätern gewidmet ist. Eine Nummer die packt und wirklich großartig ist. Oder das epische “Ermordet bei Danzig”, welches thematisch für sich spricht aber auch den ersten Eindruck davon vermittelt, welche musikalische Entwicklung man für dieses Album durchlaufen hat. Eine wirkliche Überraschung gibt es mit dem ziemlich rockigen Beitrag “Ein Mann, allein gegen die Welt” mit einem ziemlich beeindruckenden Gitarren-Solo, welches für mich auch mit zu den Highlights dieser Scheibe zählt. Ebenso die Lieder “Volk ohne Traum” und “Wir klagen an”, kämpferische Nummern erster Klasse. Und erneut hat man sich für ein Lied internationale Beteiligung gesucht, wie es schon bei dem Lied “Kitartás!”, der ungarische Version von “Budapest 1944-1945”, mit Beteiligung von Jogos Önvédelem und Koppány, bekannt durch seinen Gesang bei Moshpit oder auch Voice of Justice. Hier ist es das Lied “Berlin-Rom-Tokio” bei dem die Sänger von Sledgehammer aus Japan und Bronson aus Italien mitwirken. Die Nummer ist Macht und wurde vorab bereits als besagtes Musikvideo veröffentlicht.

Das neue Album steckt voller Raffinessen, Überraschungen und gewaltigen Klängen, die allesamt funktionieren und zu begeistern verstehen. Vielleicht oder besser gesagt, ich kann mir gut vorstellen, dass das neue Werk einige Runden braucht um den Funken in einen musikalischen Flächenbrand zu versetzen. Wenn es aber erst einmal gezündet hat, dann geht es los und es gibt kein Halten mehr. Der neue Silberling ist musikalisch stark und vielschichtig konzipiert, komponiert und arrangiert, mit viel Liebe zum Detail und Einfallsreichtum haben sich die Blutzeugen hier ihr ein neues musikalisches Manifest geschaffen.

OPOS Records hat das neue Album auch direkt in verschiedenen Varianten ins Rennen geschickt. Neben der regulären Edition im Jewelcase, gibt es noch ein Mediabook und eine limitierte Box, auf den Tonträgern der beiden letztgenannten ist ein Bonuslied enthalten. Optisch ist die Aufmachung gut gemacht, finster und doch zutreffend, es reiht sich stilistisch passend in die Diskografie der Band ein. Technisch steht es wohl außer Frage, dass das Werk einwandfrei produziert wurde. Meiner Meinung nach, ist dies sogar die beste Abmischung, die man bei den Blutzeugen je erfahren hat. So bleibt abschließend nur noch zu diesem großartigen Werk zu gratulieren, ein Silberling der seinesgleichen sucht und für sich selbst steht. Blutzeugen sind und bleiben eine starke musikalische Bastion in der rechtspolitischen Musik unserer Heimat und stellen dies eindrucksvoll erneut unter Beweis. Pflichtprogramm, ohne Wenn und Aber.

Titelliste:
01. Eisen bricht die Not
02. Hypaerion
03. Veritas post vectis
04. Ermordet bei Danzig
05. Wir werden Helden sein
06. Rex
07. Ein Mann, allein gegen die Welt
08. Kameradschaft
09. Volk ohne Traum
10. Wir klagen an
11. Berlin-Rom-Tokio
12. Wo alle Straßen enden

Hörprobe – Blutzeugen – Ein Mann, allein gegen die Welt:

 

Author: Frontmagazin
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2 thoughts on “Blutzeugen – Hypaerion

    1. Sei gegrüßt,

      dem muss ich leider widersprechen, die “O****************” wird nicht als Album im klassischen Sinne gewertet. Und hier der offizielle Werbetext von OPOS Records: “Erschienen bei OPOS-Records. Das Warten hat ein Ende, Blutzeugen zerlegen mit ihrem vierten Machtwerk alles…”

      Beste Grüße

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