Holly Cost – Hated
86 Dresden | CD
Amerikanischer H8Core trifft auf Industrial Elemente…
Eines vorweg, es wurde bereits vermutet, dass es sich hierbei um eine Produktion handelt, die durch KI generiert wurde. Dies entspricht nicht der Wahrheit, denn die Damen gibt es wirklich, sie ist wütend und hat eine verdammt starke Stimme, die diese Wut in die Welt hinaus trägt.
Mit Holly Cost gibt es nach langer Zeit mal wieder ein wirklich starkes und durchaus provokatives Werk aus den Staaten geboten. Auf ihrem ersten Album “Hated” liefert die stimmgewaltige Künstlerin neun kraftvolle Nummern ab, die musikalisch tief in die Wunden der amerikanischen Zeitgeist-Industrie stechen. Thematisch gibt es einiges zu hören, von sozialkritischen Liedern wie
“Selfish Society”, welches sich mit der stetig anhaltenden Verdummung und Verwahrlosung der amerikanischen Gesellschaft beschäftigt, bis hin zu den historisch beeinflussten Liedern “War Drums” und “Adalwolf”, die ihre Leidenschaft und Zuneigung zu Deutschland und unserer Geschichte bekundet. Das Highlight dieser Produktion dürfte zweifelsohne die Nummer “Silent Brotherhood” sein, in dem es thematisch um The Order und die Brüder Robert Jay Mathews und Co., geht. Einfach genial.
Holly Cost zelebriert einen starken Mix aus klassischen H8Core, Oldschool Elementen und einer ordentlichen Portion Industrial Sound. Hier und dort gibt es außerdem einige Nu Metal Elemente zu hören. Vom musikalischen Stil her, kann man schon behaupten, dass es sich stark nach Korn anhört. Hier und dort ein wenig Slipknot und frühe Wumpscut hört man auch heraus. Überwiegend wird hier auf gutes und wuchtiges Tempo gesetzt, das macht schon Spaß. Die Mucke fetzen und lässt die heimischen Boxen ordentlich wackeln, hier sollten sich Freunde und Sympathisanten der musikalisch härteren Gangart unbedingt einmal mit beschäftigen.
Holly Cost ist ein weiterer Lichtblick aus Übersee, der, dem dortigen Musikmarkt und natürlich auch international, guttut und sicherlich seine Freunde finden wird. Es war in der Vergangenheit leider etwas ruhig, was weibliche Stimmen in der rechtspolitischen Musik betrifft. Die talentierte Dame nimmt somit endlich wieder einen wichtigen Platz ein und lässt die dortige ADL und Antifa wissen, dass es vielleicht etwas ruhiger in den letzten Jahren war aber niemals still sein wird.
Produziert wurde der Tonträger von 86 Dresden aus den Staaten. Für die Meisten sicherlich (noch) ein eher unbekannteres Label, welches sich überwiegend auf elektronische Musik fokussiert hat. Verpackt wurde das Werk in einem klassischen Jewelcase mit einer schicken Aufmachung, allerdings ohne Beiheft. Es gibt lediglich einen Einleger. Vom Sound her, wie bereits erwähnt, kann sich das Album hören lassen und bietet eine kraftvolle Klangkulisse.
Das Teil dreht und dreht seine Runden bei mir und es wird einfach nicht langweilig. Ich bin absolut begeistert von dem Erstlingswerk, bedauerlicherweise ist es viel zu schnell wieder vorbei, ich hätte gerne noch mehr Lieder auf dem Silberling gehabt. Ich freue mich schon jetzt auf das neue Material von Holly Cost. Wer gerne mal wieder die musikalisch, teils experimentelle härtere Gangart aus den Staaten hören möchte, der bekommt hier das Werk geboten. Dazu kommt ihre großartige Stimme, die auf eine ganz eigene Art und Weise zu überzeugen versteht. Das hast du richtig gut gemacht, Sweety, und jetzt los, ich warte schon sehnsüchtig auf dein neues Material. Eine mehr als klare Kaufempfehlung meinerseits, einfach nur stark.
Titelliste:
01. Silent Brotherhood (Radio Edit)
02. Selfish Society
03. Fire Inside (Radio Edit)
04. Serpent
05. War Drums (Radio Edit)
06. Adalwolf (Radio Edit)
07. Ashes
08. Kolovrat
09. All Bark
Hörprobe – Holly Cost – Silent Brotherhood (Radio Edit):