“Unseres Stellenwertes sind wir uns durchaus bewusst, auch wenn wir uns ganz sicher nichts darauf einbilden…” – Im Gespräch mit PROLLIGANS – 01/2021

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Frisch zum Jahresbeginn servieren wir euch ein neues und ziemlich spannendes Interview. Wir haben Pudolf und seine Prolligans in den Verhörraum gesteckt und ausgequetscht. Was die Allgäuer Skins dabei so alles erzählt haben, erfahrt ihr nun hier. Ich denke das Interview ist durchaus spannend geworden, viele Fragen wurden beantwortet und einige haben durch diese Befragung vielleicht jetzt etwas Klarheit erlangt. Ich freue mich, dass das Frontmagazin vielen Stilrichtungen und den Bands, die in diesen aktiv sind, ein Sprachrohr bietet. Euch wünsche ich nun viel Spaß mit dem aufschlussreichen Interview mit den Prolligans und immer dran denken: Bleibt treu dem Oi!

PROLLIGANS „Außenseiter“, das Lied ist auf dem „Auf dem Abstellgleis“ Album enthalten, erschienen bei Oldschool Records.

Frontmagazin:
Natürlich habe ich vor diesen Interview noch ein wenig recherchiert, völlig unwissend in eine Befragung zu starten ist irgendwie unschön. Dabei habe ich einige unterhaltsame Artikel gefunden. Auch scheint es im Allgäu einen heimlichen Groupie von euch zu geben, Sebastian L., der als Journaille tätig ist. Natürlich völlig objektiv und garantiert nicht germanophob. Waren auf jeden Fall lustige Artikel, ich denke das Interview dürfte recht spannend werden. Pudolf, ich grüße dich!

Pudolf / Prolligans:
Servus und herzlichen Dank für die Gelegenheit in deinem Magazin vorstellig werden zu dürfen. Gewissen Menschen sollte man eigentlich keine zusätzliche Plattform bieten. In vielen Fällen ist das kontraproduktiv aber er macht es umgekehrt hin und wieder auch, was uns natürlich zugegebenermaßen ein Stück weit noch bekannter gemacht hat. Nichts desto trotz sollte man niemanden per Ferndiagnose beurteilen den man eigentlich überhaupt nicht kennt aber die meisten Schreiberlinge dieser speziellen Zunft lernen das höchstwahrscheinlich nie und merken auch offensichtlich nicht, dass das in vollem Widerspruch zu ihrer eigenen, doch so toleranten Attitüde steht. Nun ja, gehen wir es an!

Frontmagazin:
Pudolf, bevor wir uns jetzt in das große Verhörer der Prolligans begeben, möchte ich dich Bitten das du der Leserschaft die Band vorstellst. Wir behandeln und decken ja ein großes Feld an verschiedenen Bands und Stilrichtungen ab, daher sind die Leserinnen und Leser nicht mit allen Bands vertraut, die rezensiert werden. Lass uns teilhaben, wann und warum wurden die Prolligans gegründet? Welche Gründe treiben die Prolligans an, diese Musik zu machen und habt ihr euch von den Anfangstag bis jetzt entwickelt oder verändert? Wie verlief euer bisheriger Werdegang?

Pudolf / Prolligans:
Wir sind, wie die Einleitung bereits verrät, die Prolligans aus dem wunderschönen Allgäu. Gegründet und nach wie vor beheimatet in Süddeutschland. Im Sommer 2004 haben wir es uns damals zur Aufgabe gemacht, die Welt mit schönen Melodien zu bereichern. Der Antrieb waren seinerzeit völlig triviale Gründe, denn wir wollten in schwäbischer Manier künftig umsonst saufen, auf Konzerte und Festivals kommen, die Frauenwelt noch intensiver kennenlernen und zusammen eine gute Zeit haben. All das und noch viel mehr gelang uns bereits nach kurzer Zeit!
Begonnen haben wir damals als lupenreine Oi! Punk Band mit Texten über den Skinhead Kult, Frauen, saufen und Fußball. Parole Spass war das Motto! Dem Thema Skinhead sind wir natürlich in den 17 Jahren durchwegs treu geblieben, Veränderungen und Weiterentwicklungen blieben aber bis heute nicht aus. Wir haben unseren jugendlichen Leichtsinn, die dazugehörige Unbekümmertheit und die flappsige, blauäugige Sicht auf das Land, die Welt und das Zeitgeschehen mit den Jahren abgestriffen, da wir immer selbst denkende Menschen waren. Wenn man Fehler oder Schwächen erkennt kann man entweder genauso weiter machen wie zuvor oder aber das Profil schärfen und selbstkritisch sowie ehrlich und reflektiert an die Sache heran gehen. Aus diesen und noch zahlreichen anderen Gründen sehe ich uns als absolut authentische Kapelle auf einem guten Weg.

Frontmagazin:
Ihr könnt ja inzwischen auf ein ansehnliches Repertoire an Werken zurückblicken. Euer erstes Album erschien 2006 bei KB Records, dem Label von Pascal Gaspard von der Krawallbrüder. Wie kam es damals dazu, dass das erste Album über  KB Records veröffentlicht wurde? Kam  Pascal auf euch zu oder wie lief das? Immerhin hatten die Krawallbrüder mit KB Records ja den Ruf, sie würden auf Kuschelkurs mit der mysteriösen Grauzone gehen. Wie verlief die Arbeit mit KB Records und hatte man damals vielleicht schon eine Ahnung gehabt, wo es hingehen sollte und wo man letztlich stehen würde?

Pudolf / Prolligans:
Wir hatten 2004 nach ein paar Proben bereits eine Hand voll Stücke fertig und stellten diese dann zusammen mit den ersten Bandfotos den einschlägig bekannten Oi! und Punk Labels vor. Anscheinend waren wir nicht so schlecht, denn nicht einmal ein Jahr später kamen Randale Records aus dem Schwarzwald auf uns zu und wollten mit uns die erste Platte machen. Wir waren zu dem Zeitpunkt aber auch schon mit den KrawallBrüdern in Kontakt, da ich selbst Konzerte veranstaltet habe. Einige auch mit ihnen. In Ulm kamen Pascal und Marius von KB extra aus dem Saarland zum Konzert um uns spielen zu sehen. Unser schlechter Ruf eilte uns wohl voraus! An diesem Abend wurden wir dann per Handschlag KB Records Labelband und erhielten kurz darauf unseren ersten Plattenvertrag, auf den wir sehr stolz waren! Die Zusammenarbeit mit Pascal und dem Label verlief bis zuletzt einwandfrei. Wir haben uns natürlich gefreut fortan mit den ganzen anderen zum Teil großen und bekannten Labelbands spielen zu können und gerade die KrawallBrüder waren zu der Zeit eine der für mich besten deutschen Oi! Bands, trotz leichter metallastigkeit.

Frontmagazin:
Bevor wir uns dem Unausweichlichen zuwenden werden, den politischen und sozialkritischen Themen rund um die Band, bleiben wir noch ein wenig bei der Musik. Die Ära KB Records umfasst  drei Werke, zwei Alben und eine Split mit den Bonkers. Rückblickend betrachtet waren die ersten Schritte mit den Prolligans eigentlich ganz solide, oder was würdest du sagen? Würdet ihr Heute den Schritt noch einmal gehen und einen Start über  KB Records in Betracht ziehen? Außerdem, sind die alten Werke für euch überhaupt noch repräsentativ was das Sein und Wirken von Prolligans in heutiger Zeit angeht?

Pudolf / Prolligans:
Auf KB Records erschienen die drei Alben “Allzeit bereit”, “Mit Fug und Recht!” und “Auf Bewährung” und das besagte Split Album. Ich bin mit den Werken größtenteils zufrieden, auch wenn sie aus einer anderen Zeit/Schaffensphase kommen und wir vieles nicht mehr so machen würden. Die Zeit bei KB Records war wie oben bereits erwähnt eine schöne Zeit und wir hatten dort viele wunderbare Jahre! Es sind Freundschaften entstanden die bis heute halten und Bande gewachsen, von denen wir auch heute noch profitieren! Das heißt es hören, schreiben und unterstützen uns noch viele Leute aus dieser Zeit und aus eben diesem Umfeld. Repräsentativ ist natürlich über so einen langen Zeitraum längst nicht mehr alles und da inzwischen viele neue Werke dazugekommen sind, spielen wir auf Konzerten auch nur noch eine Hand voll Lieder aus den alten Tagen!

Frontmagazin:
Im weiteren Verlauf sollte der kürzere Abschnitt German Oi! Records beginnen, einem Sublabel von Street Justice Records, sofern ich jetzt nicht komplett daneben liege. Neben der „Oi! Let’s Go Germany“ 4er Split, schien über tatkräftige Label auch euer drittes Album „Auf Bewährung“. Du wirst mich sicherlich korrigieren wenn ich falsch liege. Meiner Meinung nach hielt nicht nur eine qualitative Steigerung ihren Einzug, sondern auch eine gewisse Politisierung, vorsichtig ausgedrückt. Man konnte mit Liedern wie „Antipoden der Meinungsfreiheit“ oder „Blinder Kosument“ ein doch schon ziemlich deutlichere, sozialkritische Botschaft von euch vernehmen. Was war der Anlass in die Offensive zu gehen? Was unterscheidet dieses Album von den anderen Werken wie war die Zusammenarbeit mit German Oi! Records?

Pudolf / Prolligans:
Wie von dir gefordert die notwendige Berichtigung. Das Album “Auf Bewährung” ist ebenfalls auf KB Records erschienen, was uns selbst noch gewundert und obendrein gefreut hat. German Oi! Records war tatsächlich auch nicht unser neues Label sondern lediglich zuständig für das Vinyl. Die CDs kamen bei KB Records und die LP Produktionen übernahm zu dieser Zeit der Bernd/GOiRec. Dieser ist ebenfalls ein spitzen Typ und das Verhältnis war immer freundschaftlich. Wir hatten zwar selbst regen Kontakt aber die Zusammenarbeit von German Oi! Records verlief eher mit KB Records. Wir haben lediglich für die Musik gesorgt. Nun ja, kommen wir zum zweiten Teil deiner Frage. Lokalpatriotisch und sozialkritisch waren wir auch schon auf der “Mit Fug und Recht” oder der Split. Deutlicher wurde es aber schon über die Jahre, das hast du treffend bemerkt. Wir hatten innerhalb der Band einige Gespräche und waren einhellig der Meinung, dass der Zeitgeist und die Entwicklungen innerhalb der Szene und des Landes es verlangten aus der “Spaß Deckung” zu kommen und so erschien im Jahr 2015 das textlich für Oi! Punk Verhältnisse äußerst umstrittene und kritisierte Album “Auf Bewährung”. Im selben Jahr noch flogen wir aus dem Media Markt, Saturn, EMP, Bandworm Programm und wie sie alle heißen. Man könnte sagen alles richtig gemacht! Damit begann auch dann die Reise zu Subcultural Records…

Frontmagazin:
Bereits ein Jahr nach dem „Auf Bewährung“ Album stand bei euch der nächste Labelwechsel an und die Ära Subcultural Records an. Zum einen stellt sich mir die Frage, ob es vielleicht damals schon den ersten intensiveren Druck seitens gutmenschlicher Instanzen gab, die  German Oi! Records von einer weiteren Zusammenarbeit abhielten oder hatte es andere Gründe? Resultieren sollte es aber nicht zum Nachteil gewesen sein, das ihr bei  Subcultural Records gelandet seid. Ganz im Gegenteil, das Label servierte der interessanten Hörerschaft erst eine ziemlich unterhaltsamen 3er Split und später drei weiteren Werken. „Nahrung für den Geist“, so der Titel einer Produktion von Subcultural Records, führte meiner Meinung nach wieder zurück zu den Wurzeln. Mehr Subkultur und Skinheadkult. Passt das so und was habt ihr so über die Arbeit mit Subcultural Records zu berichten?

Pudolf / Prolligans:
Wir hatten bis Dato das Label nie gewechselt aber das wurde ja bereits ausgiebig besprochen. Zu deiner Frage. Da es für uns ab Erscheinen der “Auf Bewährung” Platte nicht mehr in Frage kam in festgefahrenen, oftmals vorgegebenen Spuren zu bleiben, war der Weg zum neuen Label beschlossen. Man trennte sich von KB Records im gegenseitigen Einvernehmen in aller Freundschaft und mit dem nötigen Respekt und ging zum süddeutschen Label für unangepasste Oi! und Punk Musik. Es war und ist auch einfach so, dass die meisten Kapellen die so sehr darauf achten nirgends anzuecken um überall verkaufen und spielen zu dürfen, immer nur die gleichen Phrasen dreschen. Viele über Jahrzehnte. Man singt von Rebellion, vom hart und anders sein, ausgeschlossen von der Gesellschaft aber letztlich fahren sie fast alle in ihrer bürgerlich braven Spur und ecken schon lange nirgends mehr an oder haben es nie! Rebellion bedeutet für mich nicht in den Texten niemandem an den Karren zu fahren um sich eine möglichst breite Käuferschaft zu bewahren! Man singt vom Leben auf der Straße, von Frauen, Gewalt und Vollsuff aber das wars dann auch schon! Wenn dann mal jemand in den Liedern angefeindet wurde, dann natürlich einzig und allein rechts. Da bekommt man von Seiten des Staates, von den ganzen subkulturellen Strukturen und Veranstaltern auch keinen Gegenwind sondern lediglich Applaus und Auftritte, egal wie schlecht man durch die Lande musiziert! Wir möchten mit unserer Musik natürlich auch nach wie vor Freude bereiten und den ein oder anderen Saufabend untermalen aber genauso wichtig ist es uns Dinge anzusprechen die aus unserer Sicht gesagt werden müssen. Die dreier Split “Gegen den Zeitgeist” war relativ subkulturell geprägt aber eben auch wie das darauffolgende Album “Nahrung für den Geist” höchst szene- sowie sozialkritisch! Die Mixtur aus Spaß, Subkultur, Rebellion und Kritik stimmt meiner Meinung nach auf diesen beiden Platten so gut wie noch bei keiner Veröffentlichung zuvor.

Frontmagazin:
So langsam aber sicher kommen wir dann nun auch zu dem Teil, der mehr Politik inne hat. Ihr hattet einen gemeinsam Gig mit der Band Southern Rebels aus Landsberg am Lech die ursprünglich auch bei Subcultural Records einen neuen Heimathafen gefunden hatte. Gutmenschliche Institutionen haben es sich dann auf die Fahne geschrieben, in gewohnt stupider Vorgehensweise gegen verschiedene Bands und Label vorzugehen und diese zu drangsalieren. Auch die Prolligans und Subcultural Records  fanden sich intensiv im Fokus dieser staatlich geförderten Institutionen. Wie war für euch diese Zeit, wie seid ihr mit all dem umgegangen? War es eine neue Situation oder doch schon irgendwie vertraut? Es ist nun kein Geheimnis das antifaschistische Kräfte mit allen Mitteln und Wegen versuchen, jene Bands und Labels kaputt zu machen, was nicht in deren verdrehtes, fremdes Weltbild passt.

Pudolf / Prolligans:
Ja, genau. Zu der Band hatten wir zu dieser Zeit einen guten Kontakt. Über ihre Gründe dann doch nicht bei Subcultural Records anzuheuern kann und möchte ich nichts sagen, weil es mich einfach auch überhaupt nichts angeht. Es täte vielen Leuten gut etwas mehr vor der eigenen Türe zu kehren, denn da ist zumeist mehr als genug Dreck unter dem Fußabtreter. Wir selbst haben über die Jahre ein dickes Fell bekommen was sowas angeht, kannten das auch schon aus unserer Zeit bei KB Records und auch persönlich ist man an so mancher Situation gewachsen. Man lässt vieles nicht mehr so an sich heran, lebt sein Leben nach bestem Wissen und Gewissen und muss niemandem gefallen. Da wir eher altmodische Herrschaften sind, halten wir uns auch nicht den lieben langen Tag im Internetz auf und bekommen daher längst auch nicht alles mit. Die meisten Geschichten sind ohnehin fernab jeglicher Wahrheit, Realität und Intelligenz verfasst worden! Wir haben in den 17 Jahren Bandgeschichte für uns alles erreicht was wir uns tatsächlich auch niemals hätten vorstellen können und uns ohnehin keiner mehr nehmen kann.

Frontmagazin:
Ihr seid ja nun keine Band, die erst ein paar Tage aktiv ist. Die Prolligans dürften einen gewissen Stellenwert haben, auch kennt man sich untereinander und der eine oder andere Musiker war schon einmal in einer anderen Band aktiv bzw. hat dort mal ausgeholfen. Und auch wenn das Internet voll von pathetischen Artikeln aus antifaschistischer Federführung ist, nur ein minimaler Bruchteil beinhaltet ehrliche Aussagen. Wahrheit und Objektivität sind Fremdwörter für die linken  Journaillen. Darum, wie sieht es in der Süddeutschen Skinheadszene wirklich aus, wie wird über all den Kram gedacht und damit umgegangen?

Pudolf / Prolligans:
Unseres Stellenwertes sind wir uns durchaus bewusst, auch wenn wir uns ganz sicher nichts darauf einbilden. Im Gegenteil. Oftmals sind wir immer noch überrascht welchen beeindruckenden Rückhalt wir erfahren! Darüber sind wir natürlich sehr glücklich und baden uns in bescheidener Zufriedenheit. Die süddeutsche Szene hält zusammen. Die Strukturen sind hervorragend, die Freundschaften eng, die Traditionen lang und der Zusammenhalt groß aber das haben hier schon viele gemerkt oder sind daran verzweifelt! In diesen Zeiten sind solche Attribute essentiell.

Frontmagazin:
Mann muss natürlich auch selber ehrlich und selbstkritisch sein. Mittlerweile gibt es unzählige Strömungen im und aus dem pariotischen Lager. Auch in die politisch extremeren Positionierungen gibt es Verweise und es kommt zu Überschneidungen. Dennoch, generell scheint es, als sei irgendwie jeder mit jedem zerstritten und keine will aus den unterschiedlichsten, teilweise wirklich bescheuerten Gründen, miteinander etwas zu tun haben. Ganz zu schweigen davon, gemeinsam etwas zu machen. Oder man wird aus Belanglosigkeiten und wahrlich kindischen Argumenten abgeleht. Wie seht ihr das, die Prolligans werden ja auch mit diversen Anschuldigungen und mehr, konfrontiert?

Pudolf / Prolligans:
Dazu sind wir, auch wenn es uns schon viele Jahre gibt, ehrlich gesagt viel zu wenig in der Materie. Wir fühlen uns schon immer in der kurzhaarigen Subkultur zuhause und geborgen, haben unsere festen Strukturen und in vielen Ländern Freunde und Weggefährten aber dennoch denke ich zu wissen was du meinst. Du hast da sicherlich auch recht mit dem was du sagst. Wir selbst schauen natürlich über den Tellerrand hinaus und sind grundsätzlich nicht verschlossen, was neue Kreise und Leute angeht! Loyalität und Zusammenhalt sind die Essenz um in dieser Zeit zu bestehen. Alleine kommen die wenigsten durch! Letztendlich wissen wir wer wir sind und wohin wir gehören. Wie sich das alles weiter entwickelt liegt an jedem einzelnen und wird die Zeit zeigen.

Frontmagazin:
Mal einen vorsichtigen Blick auf die Zukunft gerichtet, aus politischer Sicht. Was denkst du, wie wird sich die Oi! entwickeln? Welche Veränderungen wird man in naher Zukunft spürbar erfahren?

Pudolf / Prolligans:
Die Oi! Szene, wenn man es so nennen will, verändert sich eigentlich seit den 24 Jahren in denen ich Skinhead bin stetig. Manchmal weiter, öfters aber wieder zurück! Ich kann nur meine Eindrücke schildern. Ob das für die gesamte Szene in allen Ländern und Bundesländern repräsentativ ist wage ich selbst zu bezweifeln! Die Mitte wird augenscheinlich seit Jahren weniger, die meisten strömen nach rechts oder auch links. Früher hat man Punk und Oi! gehört, völlig egal ob da etwas links oder rechts angehaucht war. Es hat einfach kaum einen interessiert. Von einer homogenen Szene kann man schon lange nicht mehr sprechen! Wenn man auf ein Konzert geht, schaut man herum, immer auf der Suche nach einem mit dem falschen Aufnäher. Mit “United” ist da nicht mehr viel… Mir persönlich ist das mittlerweile sogar fast schon egal. Wir haben unseren eigenen stattlichen Haufen und treffen uns mit anderen Gruppen die gleich oder ähnlich ticken und den Rest blendet man mittlerweile aus! Das sind aber höchstwahrscheinlich ganz normale Alterserscheinungen! Wie es sich weiter entwickeln wird ist fraglich und vollkommen offen. Ich denke jedenfalls nicht, dass es besser werden wird.

Frontmagazin:
Und wie sieht es bei den Prolligans aus, was dürfen wir in Zukunft von euch erwarten? Gut, nun habt ihr ja erst einmal das neue Album „Auf dem Abstellgleis“ über Oldschool Records veröffentlicht. Was ich persönlich als das bisher beste Material empfinden. Dennoch, einige Planung stehen doch sicherlich schon im Raum, oder?

Pudolf / Prolligans:
Das sehen wir recht ähnlich. Ich selbst bin bis auf ein paar wenige Kleinigkeiten begeistert vom neuen Album! Musikalisch, von der Aufmachung und von der Reichweite unseres Labels! Trotz früheren Media Markt und EMP Handels ging noch nie ein Album zum Verkaufsstart derart durch die Decke! Sei es von den positiven Resonanzen oder vom Absatz her. Wir sind sehr gespannt wie es weiter geht und äußerst zufrieden mit allem. Pläne haben wir mehr als ausreichend und arbeiten bereits daran!

Frontmagazin:
Pudolf, vielen Dank das du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich für meinen Teil denke, das es gelungen ist und durchaus die eine oder andere interessante Frage beantwortet wurde. Ich wünsche dir mit den Prolligans weiterhin viel Erfolg und stehts gute Laune und Gigs. Die letzten Zeilen gehören dir, Grüße, Danksagungen und mehr. Bis zum nächsten Mal!

Pudolf / Prolligans:
Wir bedanken uns in aller Form für die Unterstützung, die Werbung und das interessante Interview. Das hatten wir in dieser Form auch noch nicht! Vor allem keine 0815 Fragen oder langweiliges Zeug was kein Mensch interessiert. Wir kennen dein Magazin zugegeben erst seit ein paar Wochen, wünschen dir aber alles Gute weiterhin! Es hat Spaß gemacht! Oi!

Ach ja, Grüße und Danksagungen stehen im Beiheft des aktuellen Albums… Beste Grüße!

Prolligans – Auf dem Abstellgleis

Author: Frontmagazin

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