Spreegeschwader – Einjahrzehnt – Neuauflage

[Gesamt: 5   Durchschnitt:  4/5]

Spreegeschwader – Einjahrzehnt – Neuauflage
Rebel Records | CD

Man erinnere sich zurück, zu Anfang des neuen Jahrtausends feierte man in Berlin ein 10-jähriges Bandgeburtstag und passend dazu, servierte man der Hörerschaft ein entsprechendes Geburtstagsgeschenk in musikalischer Form. Dabei handelte es sich seinerzeit um das passend bezeichnete Album Einjahrzehnt, mit dem Spreegeschwader sich und seine Anhängerschaft feierten

Wie doch die Zeit vergeht, inzwischen sind satte 17 Jahre vergangen, seit dem das Werk das Licht der Welt erblickte. Die Zeit hatte natürlich weitere Geschichten geschrieben und einige Jahre später wurde mit der Auflösung von Spreegeschwader, Panzerbär Records und On the Streets, das Ende eines Kapitels um Sänger Alex eingeläutet. Allerdings wäre es schade gewesen, wenn dieses Werk weiterhin der Vergänglichkeit verfallen würde und so hat Rebel Records das Album nun als Neuauflage in Rennen geschickt. So bekommen nun jene, die damals leer ausgegangen sind, wie auch eine neue Generation (wieder) die Möglichkeit in den Genuss die kultigen Lieder der Berliner hören zu können.

Einjahrzehnt ist ein starkes Brett, bestehend aus fetzigen Rocknummern, starken Metal Elementen und balladesken Tönen. Bereits einige Jahre vor dieser Scheibe hatten die Berliner ihren Stil deutlich verändert und dies hat sich als äußerst positiv erwiesen. Es ging weg vom reinen RAC, der Metal hielt Einzug und genau das hört man auch auf dieser Scheibe. Jedoch nicht nur, der Rockanteil wurde reduziert aber nicht gänzlich gestrichen. So bildet Einjahrzehnt ein ziemlich abwechslungsreiches Kontrastprogramm. Von den geknüppelten Kampfansagen wie Bereit zum Kampf oder Keine Gnade bis hin zum Death Metal mit dem Lied Begierde, über rockige Nummern wie Nur für Euch, sogar ein Country-Stück ist mit Der Ritt nach White Lake City dabei, bis hin zu emotionalen Balladen wie Germania oder Mein Kind, es ist alles vertreten. Spreegeschwader hatten in einem speziellen Abschnitt ihrer musikalischen Schaffensphase, einen wohl verdienten Stellenwert als eine der angesagtesten Rechtsrockbands zu jener Zeit. Dem kann man auch problemlos zustimmen und ich muss sagen, das genau dieser Abschnitt mit den Werken wie die hier vorliegende Einjahrzehnt oder den leider beiden indizierten Vorgängern, eine davon eine Scheibe mit Neuinterpretationen alter Klassiker, die stabilste Phase von Spreegeschwader darstellt. Leider hat es Spreegeschwader dann einige Monate und aus verschiedenen Gründen nach diesem Werk zur Auflösung veranlasst. Womit man also sagen kann, das es sich hier um das letzte Album in alter und letzter Besetzung handelt. Alex hat sich im Jahr 2017 als 1-Mann Band mit Spreegeschwader zurückgemeldet, damit allerdings nur für müdes Gähnen gesorgt. Das Album, welches mit seiner Rückkehr veröffentlicht wurde, war leider ziemlich langweilig gewesen. Schade drum aber immerhin hat man ja noch altes Material wie dieses hier, so bleiben einem die guten Sachen erhalten oder sind mit dieser Neuauflage eben wieder verfügbar. Auch sollte nicht unerwähnt bleiben, das sich inhaltlich nach erneuter Prüfung auf strafrechtliche Relevanz, nicht verändert hat und das Album so belassen, wie es ursprünglich erschienen ist. Es musste also kein Lied gestrichen oder ersetzt werden.

Auch das Rebel Records für die Neuauflage verantwortlich ist, ist ja unlängst bekannt. Dort hat man sich bei der Neuauflage für eine neue Aufmachung entschieden. Stilistisch hat man sich an der Erstauflage orientiert und versucht, eine ähnlich wirkende Aufmachung zu gestalten. Einigen mag es vielleicht etwas altbacken wirken, dennoch passt es sowohl zur damaligen Zeit und zum einstigen Konzept. Im Beiheft sind auch dieses Mal alle Texte abgelichtet. Von der damaligen Band ist lediglich Alex noch im Cover abgelichtet, warum dies so ist, lassen wir einfach mal offen. Wird sicherlich seine Gründe haben. Sieht man von solchen Kleinigkeiten ab, kann man die Aufmachung als durchaus passend bezeichnen. Schauen und hören wir mal, ob damit die Serie der Wiederveröffentlichungen alter Spreegeschwader Alben abgeschlossen ist, es gibt da nämlich noch ein paar andere Töne, die gerne noch einmal auf die junge Generation losgelassen werden dürfen. Bis dahin darf sich aber erst einmal wieder an diesem gelungenen Album erfreut werden. Einjahrzehnt unterstreicht eine musikalische Etappe von einer Band, die seinerzeit sowohl für Aufsehen als auch Begeisterung gesorgt hatte. Wer die Erstauflage nicht sein Eigen nennen kann, der hat jetzt wieder die Möglichkeit sich das Werk in die Sammlung zu stellen!

Titelliste:
01. Illuminati
02. Keine Gnade
03. Einjahrzehnt
04. Nur für Euch
05. Bereit zum Kampf
06. On the Road
07. Lebe frei und stirb mit Stolz
08. Soldat
09. Mein Kind
10. Begierde
11. Der Ritt nach White Lake City
12. Germania
13. Outro”Pssst”

Hörprobe – Spreegeschwader – Illuminati:

 

Spreegeschwader – Die Ersten und die letzten Jahre Teil 2 – 1996-2009

Author: Frontmagazin

Frontmagazin.de - Das Onlinemagazin für rechtspolitische & revolutionäre Musik und im Netz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.