Sturmrebellen – C’Neunzehn

[Gesamt: 11   Durchschnitt:  3.5/5]

Sturmrebellen – C’Neunzehn
Das Zeughaus | CD

Die Sturmrebellen werden nicht müde oder träge, denn mit CNeunzehn meldet man sich mittlerweile zum siebten Mal bei der interessierten Hörerschaft zurück

Keine Frage, wenn man von umtriebigen Bands spricht, fällt unweigerlicher der Name Sturmrebellen. Fast im Jahresrhythmus gibt es ein neues Werk und auf seine eigene Art und Weise, ist man stets bemüht das vorherige Werk zu übertreffen. So verhält es sich auch mit dem neuen Streich CNeunzehn und trotz einer klaren Kursrichtung, die der Titel vermuten lässt, ist dieses Album anders. Das dürfte zum einen der größere Anteil an rhythmischer Elementen sein, den wir aus dem massentauglichen Deutschrock kennt. Teilweise erinnert das Material musikalisch an jene Klänge, die uns Bands wie Toxpack, Kärbholz und dergleichen servieren. Kann man es Pop-Rock nennen? Vorsichtig behauptet, würde ich es mit einem Ja beantworten. Was dann auch die Bandbreite der Themen betrifft, die auf diesem Album behandelt werden. Neben politischen Themen wie eben diese lästige und nervige Covid-19 Thematik, geht es hier auch wieder etwas persönlicher und von Grundsätzlichkeit betroffen, zur Sache. Die Freundschaft wird besungen, es wird an den gesunden Menschenverstand appelliert und auch wieder einmal das Zwischenmenschliche behandelt. Auch wenn Sturmrebellen einen politischen Kurs verfolgen, so wird auf CNeunzehn bewusst mit der sogenannten Popkultur kokettiert.

Ein weiterer Punkt mit Überraschungseffekt auf diesem Album, ist zweifelsohne der ziemlich druckvolle und saubere Klang der Musik. Neben den durchaus gelungenen Gitarren-Riffs und einem tiefen Bass, überzeugt hier ein mehr als starkes Schlagzeug. Ich muss schon sagen, der Klang hat mich positiv überrascht und verlieht dem neuen Album eine wohl verdient gute Note. Leider hat fast alles auch irgendwo eine Schattenseite und auch wenn man es nicht mag, hier ist es leider der Gesang. Nein, nicht der Gesang an sich, dieser ist gewohnt gut und mehrstimmig, was dem Werk wohlklingende Abwechslung verleiht. Es ist die Qualität bei einer Vielzahl von Liedern, der Gesang klingt teilweise ziemlich leise und rückt immer mal wieder, zu weit in den Hintergrund. Das eigentlich gut konzipierte Lied Festung im Norden macht es besonders deutlich, man muss schon genau hinhören, um den Text zu verstehen. Ich weiß nicht was da im Studio, beim Abmischen falsch gelaufen ist oder ob es vielleicht sogar so gewollt war, aber es drückt dem ansonsten musikalisch echt guten Album einen Minuspunkt auf.

Wenn man die Verhältnisse abwiegt, so kommt man letztlich aber dennoch auf ein gutes und gelungenes Endergebnis. Sturmrebellen haben mit dem siebten Vollalbum wieder einmal gezeigt, das musikalische Umtriebigkeit nicht automatisch für Qualitätsverlust steht. Wer gerne melodischen Rock hört, der kann sich dieses Album ruhig mal geben. Das Rad wird natürlich auch hier nicht neu erfunden, das sollte klar sein und so sollte man auch an diese Scheibe herangehen. Das Zeughaus ist erneut für die Produktion verantwortlich und schickt das Album in zwei Varianten ins Rennen. Einmal als normale Edition und einmal als limitiertes Digi, dieses ist auf 300 Stück begrenzt. Im Beiheft sind gewohnter Weise alle Texte abgedruckt. Es gibt wieder gewohnt gute Arbeit vom Zeughaus. Nun liegt es einmal mehr wieder an euch, ein komplettes Lied gibt es wie immer bei uns. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Album nicht das letzte Werk sein wird und so kann man beim nächsten Mal den Fauxpas am Gesang bzw. der Abmischung der Gesangsspuren wieder gut machen!

Titelliste:
01. Verräter
02. So jung
03. Freundschaft
04. Fährmann
05. Covid-19
06. Festung im Norden
07. Volk oder System
08. Krankes Herz
09. Wilde Schar
10. Was wirklich zählt
11. Feuer und Eis

Hörprobe – Sturmrebellen – Wilde Schar:

 

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Author: Frontmagazin

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1 thought on “Sturmrebellen – C’Neunzehn

  1. Moin,

    ich kann diesem Artikel nur zustimmen.
    Ein großartiges Album, bei dem leider nur die Abmischung gescheitert ist. Dieses Album bräuchte eine „remastered Version“ dann würde es bestimmt einen Platz in den diesjährigen Top-10-Alben finden.
    Das ist echt schade!

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