Nordreich / Ordensburg – Ohne Kampf kein Sieg

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Nordreich / Ordensburg – Ohne Kampf kein Sieg
Hammerbund | CD

Bäm, da ist nun endlich die Split der beiden ideologischen Black Metal Kapellen aus dem deutschen Untergrund, auf dieses Werk habe ich mich gefreut…

Wenn der Hammerbund eine Split ankündigt und diese unter der Beteiligung von Nordreich und Ordensburg entstanden ist, hat sich im ersten Moment ein innerer Fackelmarsch in Bewegung gesetzt. Verständlich, oder nicht? Immerhin stehen beide Kapellen für einwandfreien, politisch unkorrekten und ideologisch gefestigten Black Metal. Doch die Erfahrung hat es immer wieder gelehrt, dass man nicht zu vorschnell und unwissend urteilen soll, sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne. Gut, es war so weit und “Ohne Kampf kein Sieg”, so der Titel der Split, lag im Briefkasten. Die redaktionelle Arbeit konnte also beginnen.

Dass die Split in Bezug auf die Anzahl an Liedern gering ausfallen würde, war teilweise bekannt, dies ist aber kein Indiz dafür, dass das Endergebnis minimalistisch ausfallen wird. So verhält es sich auch im Fall der vorliegenden Split und mit Nordreich sollte es beginnen.

Die 1-Mann Formation um Allesmacher Skatval bedarf theoretisch keiner großen Erklärung mehr. Seit Anfang der 2000er musiziert und liefert der umtriebige Freigeist seine Werke ab. Ziemlich episch angehaucht und mit jeder Menge Facettenreichtum und Atmosphäre ausgestattet, erklingen und erfreuen seine Werke mittlerweile weit über die Grenzen der deutschen Heimat hinaus die Black und Pagan Metal Szenen. So sollte es sich auch mit den beiden Liedern auf dieser Split herausstellen, allerdings muss man fairerweise sagen, dass das Material einige Anläufe benötigt. Wenn der Funke dann allerdings übergesprungen ist, gibt es auch kein Halten mehr. Tief in die Geschichte eingetaucht, zelebriert der erste Titel “Die Flamme von einst” eine musikalische Rückbesinnung auf den Quell der kulturellen Kraft und dessen Wurzeln. Mit einer akustischen Einleitung von etwas über zwei Minuten startet der erste Beitrag dann auch in vertrauter Klangkulisse. Es macht Spaß, nach vorsichtig ausgedrückten, anfänglichen Startschwierigkeiten kommt der Silberling dann auch in Fahrt. Mit der nachfolgenden zweiten und letzten Nummer von Nordreich sollte es dann auch gleich den ersten “Wow”-Effekt. Mit “Vom Widersinn des stummen Volkes” liefert Skatval eine beachtliche Überlängennummer von etwas über 11 Minuten ab. Das nenne ich mal eine amtliche Spielzeit für ein Lied, welches sich in seiner Gesamtheit als eine eigenständige Geschichte präsentiert und schon ziemlich mächtig arrangiert wurde. Neben wüster Raserei, wechselt Skatval das musikalische Klangbild immer wieder in ruhigere Phasen, die Ambiente anmutend, fast schon balladesk wirken. Ich bin immer wieder fasziniert von der schöpferischen Kraft, die mit Nordreich Liedern daherkommt und erklingt. Großartiger Part, irgendwie war das aber auch zu erwarten, oder?!

Musikalisch top, gestalterisch ein Flop!

Als Nächstes ist dann die Division Ordensburg an der Reihe und auch hier bedarf es kaum einer Erklärung… Dort, wo man mit den Beiträgen auf dem “Mit unseren Banner der Sieg!” Gemeinschaftswerk aufgehört hatte, geht es hier weiter. Kompromissloser ideologischer Black Metal mit jeder Menge Dampf unter der Haube. Im Sinne der großen Idee erklingt der vertraute Einklang beim ersten Lied “Soldaten sind immer Soldaten”. Das Lied spricht schon mit seinem Titel für sich, die Ehre der Waffengattungen der deutschen Schutztruppen werden hier besungen. Mit dem zweiten Beitrag “Dein flammendes Schwert, Germania” kratzen die Jungs von Ordensburg auch an der Überlänge und erreicht eine Spielzeit von fast 10 Minuten. Dabei geht man tief in die Geschichte, entstanden ist somit eine wahnsinnig gelungene und sowohl umfangreiche wie auch Kraft versprühende Hymne, die Ordensburg einmal mehr im Glanz der schwarzen Sonne strahlen lassen. Es wird dabei auch nicht einmal an Tempo gedrosselt. Im Gegenteil, zum Ende hingibt man noch einmal richtig Gas und legt an Schwung zu. Wahnsinn und dazu ein mehr als würdiger Partner auf diesem Werk.

Aus musikalischer Sicht ist “Ohne Kampf kein Sieg” ein verdammt starkes Gemeinschaftswerk, es braucht seine Anlaufzeit, aber sobald diese überwunden ist, ist es nur noch ein Hörvergnügen für jeden Freund des politisch unkorrekten und ideologisch gefestigten Black Metal. Allerdings hat diese Produktion auch ihre Schattenseiten und damit ist die Aufmachung gemeint. Nicht nur, dass diese Gestaltung vom Design zwar nett aufgemacht ist, aber in Bezug auf die richtige Anpassung und Einstellungen der farblichen Ebenen und Werte total vergurkt wurde, herrscht bei diesem Werk für heutige Verhältnis eine ziemliche Flaute im Umfang. Das hier hinterlegte Coverbild am Anfang entspricht den digitalen Druckdaten, nicht der gedruckte Variante. Ein 4-seitiges Booklet mit lediglich einer Passage pro Innenseite? Ich bezeichnet sowas eigentlich nicht einmal als Booklet, es ist einfach nur das Nötigste vom nötigsten und dies auch noch ziemlich lieblos. Bei einer solch guten musikalischen Arbeit sollte eine vernünftige und im Umfang angemessene Aufmachung doch machbar sein, oder? Sehr schade, musikalisch und technisch ist “Ohne Kampf kein Sieg” zwar ein echt gelungenes Werk, wird durch eine belanglose und dürfte Gestaltung allerdings doch ziemlich geschmälert!

Titelliste:
Nordreich
01. Die Flamme von einst
02. Vom Widersinn des stummen Volkes
Ordensburg
03. Soldaten sind immer Soldaten
04. Dein flammendes Schwert, Germania

Hörprobenauszug – Nordreich – Die Flamme von einst:

 

Hörprobenauszug – Ordensburg – Dein flammendes Schwert, Germania:

 

 

Todesmarsch / Heldenasche / Ordensburg – Mit unseren Bannern der Sieg!

Author: Frontmagazin
Frontmagazin.de - Das Onlinemagazin für rechtspolitische & revolutionäre Musik und im Netz

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