Heritage – s/t

Heritage – s/t
OPOS Records | MCD

Aus dem fernen Kolumbien schwappt ein brachiales Metalcoregewitter zu uns hinüber und reißt die müde Core-Szene aus dem Schlaf. Die Rede ist von Heritage und es ist schon ein paar Tage her, dass wir solch ein musikalischen Dauerfeuer ausgestzt waren. Das Trio macht bereits zu Anfang deutlich klar, wo man steht und was Sache ist. Auf Kuschelkurs gehen ? Nichts da, mit purer Aggression werden hier die Ohren bis zum Tinitus beschallt und die Bude zum Schlachtfeld erklärt.

Heritage dürften für reichlich Überraschung und Gesprächsstoff gesorgt haben, die Minischeibe mit den fünf Liedern ist wahrlich ein Hörgenuss für Freunde und Sympathisanten der brachialen Coremucke. Bei dem Lied „Legado“ legt man eines der geilsten Solis hin, dass ich in letzter Zeit gehört habe. Gesungen wird in der Landessprache, in Spanisch. Vier Lieder sind Eigenkompositionen, bei einer Nummer handelt es sich um eine Coverversion. Nachgespielt wurde das Lied „Voice of Justice“ von der gleichnamigen ungarischen Metalcore Band. Einige kennen die Band vielleicht, dort steht niemand geringeres als der Moshpit Sänger hinterm Mikro. Lieder gibt es nur ein Album und dieses ist bei uns auch noch auf dem Index gelandet. Aber nun gut, zurück zum kleinen Machtwerk von Heritage. Gesungen bzw. Gebrüllt wird mehrstimmig, zwischen einer tiefen Röhre und etwas höheren Gekeife, meine ich auch etwas Pig Squeals zu vernehmen. Das Trio giftet sich durch die fünf Lieder mit einer Energie die zum Ausrasten verleitet. Das die Jungs mit ihren Instrumenten umgehen können, dass dürfte bereits nach kurzer Zeit klar werden, bereits die ersten Sekunden von „El miedo no existira“ hämmern wie Artilleriefeuer auf einen ein. Am besten in Deckung gehen, alles andere ist gefährlich, sehr gefährlich…

Schon etwas länger mussten wir auf solche Klänge verzichten und warten, bis sich mal wieder was im qualitativ hochwertigen Metalcore tut. So spontan würde mir da nur Burning Hate einfallen, die haben auch ein Brett abgeliefert. Allerdings treten Heritage mehr aufs Gaspedal und ziehen das Tempo deutlich an. Die Jungs verzichten dabei auf Ruhephasen und außerdem hat man dem Klargesang eine Abfuhr erteilt, also auch nicht so richtig zu vergleichen. Heritage dürften zweifelsfrei für Aufsehen gesorgt haben, nun gilt es den Maßstab aufrecht zu erhalten und bitte die Arbeit an einer Vollscheibe zu beginnen. Zeit lassen und an dieser MCD anknüpfen, dann steht einem Volltreffer nichts mehr im Weg. Und wenn doch, dann wird das einfach bei Seite gehämmert.

Da schickt OPOS Records ja eine kleine und mächtige Überraschung ins Rennen, damit hat man wirklich nicht gerechnet. Die Produktion wurde in einem schicken DigiSleeve verpackt und mit einer ansprechenden Gestaltung verfeinert. Das Teil sollten sich die Hörerschaft brachialer und qualitativ mehr als nur hochwertiger Metalcore Mucke nicht entgehen lassen. Dieses Teil zerfetzt die heimischen Boxen und legt eure Bude in Schutt und Asche, endgeil. Einziger Kritikpunkt: Das Teil ist zu kurz, es könnte locker doppelt oder sogar dreifach so weitergehen, die fünf Lieder sind mächtig. Ganz klare Kaufempfehlung für Corefreak und Freunde der härteren Gangart!!!

Titelliste:
01. El miedo no existira
02. Herencia
03. Legado
04. Nueva Sangre
05. Voz de justicia *

* im Original von Voice of Justice

Hörprobe – Heritage – El miedo no existira:

 

Author: Frontmagazin

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