„We’re Playing For You… “ – Die Geschichte von Whitelaw

[Gesamt: 3   Durchschnitt:  5/5]

Mit freundlicher Genehmigung von Whitelaw und Midgård Records, gibt es exklusiv bei uns die deutschsprachige Übersetzung der Bandgeschichte.

Das Lied „Runaway“ stammt von dem 2020er Album Echoes from the Past, erschienen bei Midgård Records.

Um zu verstehen, wo Whitelaw zum ersten Mal entstanden sind, müssen wir zunächst in die 1980er Jahre zurückkehren. Zu Beginn der 1980er Jahre hatte es eine neue Welle der Straßenbewegung gegeben, die sich aus der Punk-Ära der späten 1970er Jahre entwickelt hatte. Die ‚Sex Pistols‘ gab es nicht mehr, und die Punk-Ära war zu einem kurzen und abrupten Ende gekommen. Für die britische Jugend, die noch nicht bereit war, im Schatten der Zeit zu vergehen, blieb eine Lücke offen. Oi! wurde der neue Punk mit einer Mischung aus Skinhead- und Punkbands, die auf den Straßen einen neuen Musikkult bildeten. Wie sein Vorgänger war auch ‚Oi!‘ nur von kurzer Dauer, da die Mainstream-Musikindustrie die Tatsache hasste, dass sie sie nicht kontrollieren konnte oder das ihre Anhänger Skinheads und Punks waren.

1987 wurde eine neue (Straßenmusik)Organisation namens B**** a** H***** ins Leben gerufen. Sie hatten genug von der linken Agenda, die mit „Oi!“ propagiert wurde und nach einem Testlauf mit „White Noise“, einer von der „National Front“ betriebenen Musikorganisation, an der nationalistische und patriotische Musiker beteiligt waren, hatte B**** a** H***** die Führung übernommen und wurde zu einer Opposition gegen den Mainstream.

Als im Jahr 1987 R***** H*** gestorben war, brodelt es in der nationalistischen Musikszene, in London und im ganzen Land. Es fanden regelmäßig Auftritte statt, es gab Geschäfte im Zentrum Londons, die offen ‚Skrewdriver‘ und ‚Brutal Attack‘, ‚No Remorse‘ und ‚Skullhead‘-Ware verkauften, zusammen mit dem Material jeder anderen ‚B**** a** H*****‚-Band. B**** a** H***** machten ihren Namen alle Ehre und zogen tausende von Anhängern an, nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit. Der Hype um „B**** a** H*****“ und die beteiligten Bands brachte die Dinge auf das nächste Level, und der Aufstieg nationalistischer Bands war in vollem Gange, es sah völlig unaufhaltsam aus. Was wie ein verborgenes Geheimnis weggeschlossen worden war, stand plötzlich in voller Blüte und stand mit seiner Botschaft von „White Pride“ und „White Unity“ allen Weißen offen. Es wetteiferte offen auf den Straßen Großbritanniens.

Bei einem Auftritt 1987 im St. Helier Arms in Carshalton, Surrey, war Benny, der der zukünftige Leadsänger und Songwriter von Whitelaw werden sollte, anwesend. Aber auch Baz, der Schlagzeuger von Whitelaw, war anwesend, obwohl sie sich noch nicht kannten und es etwa 10 Jahre dauern sollte, bis sie sich endlich kennenlernen sollten. Seine Mutter arbeitete als Barmädchen in einer Kneipe und sie nahm Baz manchmal mit, wenn sie arbeiten musste. Zu dieser Zeit war Baz noch sehr jung, er amüsierte sich während seine Mutter arbeitete. Später erinnerte er sich an Benny, wie er in die Kneipe ging und seine Mutter Skinheads bediente, während „Skrewdriver“ spielte. Damals schien es nicht wichtig zu sein, das Benny und Baz zur selben Zeit am selben Ort waren, aber als sie sich 1997 endlich trafen, verband sie das zu „Whitelaw“ und schuf einen Präzedenzfall, den sie beide etwa 10 Jahre zuvor erlebt hatten.

Benny und Baz teilten beide eine Freundschaft mit ein paar Skinheads, die nach Langley Mill an der Grenze zwischen Nottinghamshire und Derbyshire, in der Nähe von Heanor in Derbyshire, gezogen waren. Heanor war ein Zufluchtsort für Skinheads. Skinheads waren in der gesamten Region von den Einheimischen und den umliegenden Städten Eastwood und Ilkeston voll akzeptiert worden. Ian Stuart, der Leadsänger von „Skrewdriver“, lebte ebenfalls in der Gegend, bevor er 1993 bei einem Autounfall zwischen Burton in Trent und Derby auf der A38 tragisch ums Leben kam. Eines Nachmittags trafen sich Benny und Baz zufällig im Haus ihres Freundes und die Diskussion drehte sich, wie immer, um Musik. Sie beschlossen gemeinsam eine Band zu gründen. Benny hatte von einem Kerl aus Nottingham namens Sisco gehört, einem Gitarristen. Außerdem hatte er Kontakt zu einem Bassgitarrist namens Roly der in der Nähe von Bristol wohnte. Nachdem er sowohl Roly als auch Sisco kontaktiert hatte, traf sich die Band, zu diesem Zeitpunkt noch namenlos, und begann regelmäßig in einem Pub in Langley, dem Erewash, zu proben. Mit einem Netzwerk von Freunden in der Gegend und im Land wurden die Samstagnachmittage im Erewash bald sehr beliebt. Die Band einigte sich auf den Namen Whitelaw, und schon bald wurden T-Shirts bedruckt und weitere Songs geschrieben, sie waren bereit für ihren ersten öffentlichen Auftritt.

Am 26. Juli 1997 spielten „Whitelaw“ in Shepshed Leicestershire ihren ersten Auftritt als Vorgruppe von „Brutal Attack“ und „English Rose“ in einem privaten Club namens „Ricardos“. Es gab ein großes Kontingent von Freunden und Skinheads die aus Nottingham und den Heanor-Gebieten gekommen waren, um sie zu unterstützen. Wenn man bedenkt, dass sie erst seit zwei Monaten zusammen spielten, hatten sie sich eine wirklich gute Unterstützung angeeignet. Um 7.30 Uhr betraten sie die Bühne und spielten ein knappes Set das etwa eine Stunde lang dauerte und mit einem Lied namens „Rise Up“ begann. Danach begannen „Whitelaw“ regelmäßig im ganzen Land aufzutreten, um eine respektvolle Anhängerschaft zu gewinnen.

Neuauflage der ersten Vollscheibe von Midgård Records

Anfang 1998 gingen „Whitelaw“ ins Studios um ihr Debütalbum „Take the Salute“ aufzunehmen. Das Studio war das Gleiche, das ‚Skrewdriver‘ kurz vor Ian Stuarts Tod besucht hatte. Die Band verfügte über ein Arbeitsbudget von 2.500 Pfund für die Arbeit, die Aufnahmen und die Veröffentlichung des Albums auf ihrem eigenen Label namens „Rope Records“. Benny hatte sich das Logo der Schlinge für die Band ausgedacht, nachdem er eines Tages bei einem T-Shirt-Drucker gewesen war. Da sie ein Lied mit dem Titel „Fetch the Noose“ hatten, dachte er, dass es ein auffälliges Symbol wäre und verschiedene Bedeutungen für ihr Image haben könnte. Er wollte nicht, das „Whitelaw“ nur eine weitere Band ist. Er wollte, das die Band und das, was sie sangen, ernst genommen werden würde. Es waren nicht nur die Lieder sondern auch das Image, das zählte. Ende 1998 war die Band gerade etwas mehr als ein Jahr unterwegs, sie hatten ihr erstes Album herausgebracht und eine Split-CD mit einer deutschen Band namens „Aryan Brotherhood“, mit dem Titel „German British Terror Machine“ auf „Movement Records“. Zu diesem Zeitpunkt nahmen ‚Whitelaw‘ einen neuen Rhythmusgitarristen namens Terry Pistol in die Band auf. Er spielte auch in einer „Sex Pistols“-Tribute-Band namens „No Future“. Mit einem Besetzungswechsel 1998, kurz nach der Veröffentlichung von „Take the Salute“, nahm die Band einen neuen Lead-Gitarristen namens Tom in die Band auf, der ebenfalls in Nottingham lebte. Roly blieb noch eine Weile in der Band bis man einen Ersatz für ihn fand, da es ihm schwer fiel, durch das Land zu reisen und mit dem Engagement zu jonglieren, das innerhalb der Band für Auftritte und Proben nötig war. Er half den Neuzugängen Terry Pistol und Tom, außerdem auch einem neuen Bassisten namens Sav, sich in die Band einzuleben. „Whitelaw“ spielte weiterhin immer mehr Auftritte in ganz Europa und im Vereinigten Königreich, aber Terry Pistol konnte nicht ins Ausland reisen, so dass er die Band schließlich nach der kurzen Zeit in der er involviert war, verließ, um sich auf seine erste Liebe, seine „Sex Pistols“-Tributband, zu konzentrieren.

1998 besuchte „Whitelaw“ ein Studio in Caerphilly in Wales, das ihre Freunde „Celtic Warrior“ regelmäßig benutzten um eine 3 Track CD mit dem Titel „Rock Against Paedophiles – the Skinhead Way“ aufzunehmen. Bei den 3 Songs ging es um Pädophile, außerdem wurde eine überarbeitete Version von „Fetch the Noose“ aufgenommen, auf der auch Lyndon von „Celtic Warrior“ mitwirkte. Tom hat die Musik für den Titel ‚No Justice‘ von ‚No Justice‘ geschrieben und aufgenommen, Benny hatte den Text schrieb, den Billy von ‚Celtic Warrior‘ und er gemeinsam sangen. Kurz danach beschloss Tom die Band zu verlassen, so das Benny, Baz und Sav ohne einen Gitarristen da standen. Lyndon von „Celtic Warrior“ sprang ein, um ihnen bei ein paar Auftritten zu helfen, bis sie einen Ersatz gefunden hatten.

Bei „Whitelaw“ sollten sich die Dinge ändern und es war an der Zeit, dass das Glück auf ihrem Weg glänzt. Durch Zufall wurde Benny von einem Freund aus Northampton kontaktiert, der mit ihm zu einem Motorradrennen in Cambridgeshire fahren wollte. Am selben Tag war einem Mann namens Steve, der in einer Band namens „Conquest“ spielte und der auch in einer Band namens „Avalon“ spielte, die Einreise in die Tschechische Republik verweigert worden, so dass er ebenfalls zu dem Motorradrennen eingeladen worden war. Benny holte Steve auf dem Weg dorthin ab. Die beiden Musiker verstanden sich auf Anhieb und hatten am Ende ein gemeinsames mentales Wochenende, an dessen Ende Steve zugestimmt hatte nach Nottingham zu kommen und mit ‚Whitelaw‘ zu üben. Das war 1999, und Terry Pistol erneuerte die meisten Riffs und Akkorde zu den Liedern, die „Whitelaw“ geübt und auf ihrem „Take the Salute“ Album aufgenommen hatte, und erklärte sich bereit beim Proben zu helfen. Sisco hatte etwas neues Material für ein neues Album geschrieben, bevor er die Band verließ. Er schrieb immer die Akkorde auf Bennys Textblättern. Es war wirklich Glück, denn es gab einige Bänder, die Sisco von einigen unserer frühen Übungen aufgenommen hatte und die uns halfen, die Lieder nicht zu verlernen. Nach einer Probe in einem Pub in Jacksdale namens „Portland“, gefiel Steve das, was er von Benny, Baz, Sav und Terry Pistol gesehen und gehört hatte und willigte ein, „Whitelaws“ neuer Rhythmusgitarrist zu werden. Terry Pistol war von Steve beeindruckt und er erlangte neues Interesse an der Band als er sah, das eine neue Kombination gebildet wurde. Er konnte sehen, dass es in der Band Hunger und eine Entschlossenheit gab, und das sie nicht bereit waren, selbst nach all den Rückschlägen die sie in kurzer Zeit erlebt hatten, nachzugeben. Nun sagt man, das der Blitz nie zweimal am selben Ort einschlagen kann, aber an diesem Tag schon. Als Benny an diesem Tag nach dem Training nach Hause kam, erhielt er einen Anruf von einem Freund in Leeds, der ihm sagte, er habe gehört das Whitelaw einen neuen Gitarristen suchen würden. Noch vor ein paar Tagen hatten „Whitelaw“ nicht einen Gitarristen und auf einmal hatten „Whitelaw“ die Wahl zwischen 3 unterschiedlichen Gitarristen. Benny willigte ein sich mit diesem Typen aus Leeds im „Sandhills“-Gasthaus in Underwood, Nottinghamshire, zu treffen und da traf er Paul.

Es dauerte nicht lange bis die Jungs zusammenkamen um gute Proben zu absolvieren. Es gab 3 Gitarristen, Sav am Bass, Baz am Schlagzeug und Benny am Gesang. Mit 3 Gitarristen klang es massiv, aber mit dieser Besetzung würde es nie funktionieren da es beim Spielen zu viele Konflikte gab. Paul, der zu dieser Zeit noch keinen von uns kannte, spielte vor unseren Ohren reine Musik und griff sofort unseren „Whitelaw“-Stil auf. Er konnte seine Gitarre zum Singen bringen und wir alle waren begeistert, als wir seine Gitarrensolos hörten. Es war ein Genie. Terry Pistol wusste mit seinem Stil, das er, Paul und Steve mit ihrer Professionalität nicht das Wasser reichen konnte. Also beschloss er wieder auszusteigen und sich wieder auf seine ‚Sex Pistols‘-Coverband zu konzentrieren. Aber nicht ohne vorher uns mit uns einen Song namens ‚Pride and Dignity‘ einzuspielen, für den er die Musik geschrieben hatte. Mit einer Mischung aus Riffs verschiedener Ex-Bandmitglieder und einer Mischung der Riffs der neuen ‚Whitelaw‘-Bandmitgliedern, gingen ‚Whitelaw‘ wieder ins Studio um ihr zweites Album aufzunehmen; ‚We’re Coming For You‘ für ‚Hate Sounds‘ aus der Schweiz.

4 Jahre nach dem letzten Album, Live-Auftritten und ein Rückschlag nach dem anderen, schien die Band wirklich zusammenzukommen. Die Besetzung schien stabil genug zu sein und es entwickelte sich eine echte Bindung zwischen den Jungs. Schließlich wurde 2002 das neue Album veröffentlicht und es kam ziemlich gut an, aber mit so vielen verschiedenen Einflüssen von früheren Gitarristen darauf, war es noch nicht die wahre Repräsentation von ‚Whitelaw‘. Kurz nachdem es aufgenommen worden war, beschloss Sav die Band zu verlassen, da er nach Australien emigrieren wollte. Diesmal waren ‚Whitelaw‘ in einer starken Position da Steve bei unseren Live-Auftritten viel Bass für uns gespielt hatte, da Sav viele Auftritte verpasst hatte. Wir wussten, das wir durchaus in der Lage waren, als 4er Gespann recht ambitioniert zu spielen und wie immer bot Terry Pistol seine Dienste an, wenn wir ihn brauchten.

Wir arbeiteten daran, ein weiteres Album zu schreiben. Was wir dann schließlich 2004 auch taten. Das Album sollte „K*** t** R*** I*“ heißen und wurde auf unserem eigenen Label „Rope Records“ veröffentlicht. Wir hatten ein einigermaßen anständiges Budget, und sei es noch so knapp gewesen, wir waren zuversichtlich genug, das wir damit auskommen würden. An einem Samstagnachmittag in Jacksdale produzierte Benny im Proberaum einen neuen Song den er geschrieben hatte. Er hieß „K*** t** R*** I*„. Die Melodie war ein Ohrwurm, aber es sollte einen ganzen Nachmittag dauern, um den Song fertigzustellen. Wir übten im Pub und wie immer war die Kneipe am Nachmittag voller Trinker. Es schien ihnen überhaupt nichts auszumachen, das wir übten. Sie schickten uns immer ein Bier rüber. Es war eine gute, freundliche Atmosphäre und die Einheimischen sahen uns gerne beim Üben zu und sangen gelegentlich sogar mit. Wir begannen mit der Arbeit an dem Lied. Es hatte die Melodie eines „Piranhas“-Liedes namens „Tom Hark“, auf welches Benny bei einem Fußballspielen aufmerksam wurde. Benny hatte seine eigene Version mit einer wahren Geschichte dahinter verfasst, die von einem Tag in Nottingham handelte. Ein Tag an dem eine kommunistische Buchhandlung und einige Bars zerschlagen worden waren. Steve konnte bei den Proben nicht teilnehmen, so waren nur Paul, Baz und Benny anwesend. Das machte es etwas schwieriger die richtige Melodie zu finden. Paul versuchte immer wieder die richtigen Akkorde zusammenzusetzen und jeder im Pub hörte und sah uns dabei zu, wie wir es versuchten es richtig hinzubekommen. Wir spielten es immer wieder, aber es war einfach nicht richtig. Dennoch feierten alle im Pub riefen uns immer wieder zu. Die ganze Kneipe war so begeistert davon, sie jubelten, schrien und klatschten, aber wir bekamen es trotzdem nicht richtig hin. Benny sagte immer wieder: „Nein, das ist nicht die richtige Melodie, nein, das ist es nicht, nein…“m und nach etwa 3 Stunden (und das ist nicht übertrieben) nahm Paul plötzlich seine Gitarre in die Hand und die ganze Kneipe hatte Musik in den Ohren. Plötzlich wurde „K*** t** R*** I*“ zu der Melodie gespielt, die heute jeder kennt. Die ganze Kneipe rastete aus, stand auf und fing an dazu zu tanzen. Sie saßen auf den Tischen und jubelten; es wurde total verrückt. Sie sangen das Lied sofort mit und liebten es. Es war absolute brilliant und die Gefühlseuphorie zog durch den ganzen Raum. Als wir es zu Ende spielten, rief die ganze Kneipe „K*** t** R*** I*„.

Schließlich nahmen wir das Album an den mentalsten Orten Belgiens auf, direkt vor den Toren Brügges. Es war absolut kochend heiß und das Studio befand sich im Haus eines Mannes auf dem Land. Wir arbeiteten hart daran und hatten nur 3 Tage Zeit um es fertigzustellen, da wir es uns nicht leisten konnten, nach der Aufnahme noch einmal dorthin zurückzukehren. Das Studio war ein Geräteschuppen und der Gesangsbereich war wirklich beengt. Um da reinzupassen musste man zuerst die Gartengeräte umstellen. Das hat aber funktioniert und der Typ der uns aufgenommen hat, war ein netter Mensch.

Es waren zermürbende drei Tage für unsere Aufnahmen gewesen und die Dinge fingen an, ihren Tribut an die Band zu fordert und zu persönlichen Problemen in unserem Privatleben geführt. Nicht lange nach der Veröffentlichung des Albums hatten wir Auftritte in Amerika und Russland, wobei nur eine kurze Lücke dazwischen lag. Kurz bevor wir in Amerika spielen sollten, beschloss Paul die Band aufgrund des Drucks zu Hause zu verlassen. Es war eine ziemlich verheerende Zeit für uns als Band und ich denke, zu diesem Zeitpunkt hätten die meisten Bands wohl Schluss gemacht. Manchmal, wenn man in einer Band ist, kann man massive Hochs haben. Aber mit jedem Hoch in einer Band wird es auch immer viele Tiefpunkte geben. Jede Person in unserer Band hatte ihren Zusammenhalt und gab alles zu 100%, wenn also ein Bandmitglied eine schwere Zeit durchmacht, dann spüren wir das alle zusammen. Die Band hat es wirklich schwer empfunden, da Paul der Sound von ‚Whitelaw‘ geworden war und den gleichen Antrieb hatte wie die anderen Bandmitglieder. Er hatte sich die Position des Lead-Gitarristen von ‚Whitelaw‘ vollständig angeeignet und zu seiner Hauptaufgabe gemacht. Wir hatten gerade einen großen Gig in Deutschland gespielt und zwei Dokumentarfilme für das Fernsehen gedreht. Unser Bandname fiel auf und wir gewannen massiv an Berühmtheit. Die Bandmitglieder freuten sich auch nicht darauf mit einem neuen Gitarristen und stundenlangem Üben von vorne anzufangen. Es fühlte sich an, als wären wir wieder ganz am Anfang angelangt. Nachdem die erfolgreichen Auftritte in Amerika und Russland stattgefunden hatten, mit geliehenen Musikern auf beiden Seiten des Teiches und Steve, der sein Bestes tat, um die Rhythmusspuren für die Live-Sets zu spielen, beschlossen wir eine Zeit lang nichts zu unternehmen, bis wir entweder einen neuen Gitarristen gefunden hatten oder die beste Richtung für die Band evaluiert zu haben. Wir dachten darüber nach, Terry Pistol zurückzurufen, aber wir hatten uns mit unserem Sound zu sehr weiterentwickelt, also schien das keine Option zu sein.

Es stand das ‚ISD Memorial Concert‘ im Jahr 2006 an. Wir hatten noch ungefähr 2 Monate Zeit und wir hatten immer noch keinen neuen Gitarristen. Benny fuhr nach Mansfield zu einem „Business“-Gig in einer Kneipe namens „Town Mill“. Micky Fitz, der Sänger von „The Business“ war ein Freund von Benny und während er dort war, stieß er auf einen alten Freund von ihm namens Staz. Staz war Gitarrist und war lange Zeit in und um die ‚Oi!‘- und Punkszene herum involviert gewesen. Er spielte in den 1980er Jahren in einer Band namens ‚Riot Squad‘ aus Mansfield. Er fragte Benny, wie es ‚Whitelaw‘ gehe und Benny sagte ihm, das sie nach einem neuen Gitarristen Ausschau hielten. Sofort sagte Staz: „Sucht nicht weiter, ich bin euer Mann“. Von da an war Staz der neue „Whitelaws“ Gitarrist. Baz, Benny und Staz begannen in die Nähe von Cambridge zu reisen um mit Steve in einem Studio zu üben, das er gefunden hatte. Es machte viel Spaß mit Staz und der Junge konnte Gitarre spielen. Er gab den Jungs einen gewaltigen Schub, gerade als sie ihn am meisten brauchten und er schien seine neue Rolle bei „Whitelaw“ wirklich zu genießen. Staz spielte mit ‚Whitelaw‘ auf dem ‚ISD Memorial Concert‘. Aber bald darauf stellte ihm seine Frau ein Ultimatum: sie oder die Band. Sie war besorgt darüber, das er in einer RAC-Band mitspielte, insbesondere bei ‚Whitelaw‘. Er hatte uns geholfen, das war großartig und es schockierte uns nicht sehr, als er uns sagte, das er uns verlassen würde. Aber es hat uns wieder einmal demoralisiert, da wir wieder am Anfang standen.

Benny fuhr nach London zu einer Spendenaktion die von einigen Jungs aus der Fußballmannschaft, den „Chelsea Headhunters“, organisiert wurde. Es ging darum Geld für einige Freunde in Russland zu sammeln, die einen Aufruf für einige Kinder organisierten, die von Muslimen in einer Schule abgeschlachtet worden waren. Ein Freund von Benny bat ihn, mit ihm und einigen anderen mitzukommen um unsere Unterstützung für den Abend zu zeigen. Während Benny dort war, sprach er mit einem Typen namens Will, den er aus seiner Zusammenarbeit mit einigen anderen Bands namens „Section 88“, „Pure Blood“ und „Crusade“ kannte. Will fragte Benny, wie es mit der Band lief, da er ein Fan unserer Musik und unserer Band war. Bei ein paar Drinks sprachen sie viel über ‚Whitelaw‘ und Benny erzählte Will von der Situation, in der sie sich in diesem Moment befanden. Gerade als sie darüber nachdachten, für den heutigen Abend Schluss zu machen, wurde Benny gebeten, mit Graham und seinem Gitarristen Andy ein paar Songs zu singen. Benny sang ein paar Lieder mit ihnen und erhielt von allen im Pub eine große Resonanz. Graham sagte zu Benny: „Wie haben Sie es geschafft, dass wir die ganze Nacht hier waren und niemand hat uns bemerkt? Man singt zwei Lieder, und der Ort wird verrückt!“. Als das Set fertig war, kam Will direkt auf Benny zu und sagte, er würde es gerne mit uns Gitarre spielen probieren. Er sagte, dass er aus London wegziehen wolle und wollte auch nach Nottingham ziehen. Das waren brillante Neuigkeiten. Benny übermittelte die Nachricht an Baz und Steve, und sie waren begeistert. Es bedeutete, dass ‚Whitelaw‘ doch noch einen weiteren Tag leben sollte.

Nachdem wir wie verrückt geübt hatten und dann mit der neuen Besetzung Gigs spielten, waren „Whitelaw“ bereit eine neue Album-Herausforderung anzunehmen, die 2007 über Good Night Left Side Records kam. Da Will in Nottingham, in Bennys Haus wohnte, übten sie regelmäßig und schufen neues Material. Sie gingen in ein Studio in Nuneaton, Leicestershire und nahmen das Album „Welcome to our World“ auf. Es war ein anderer Gitarrensound als der von Paul, aber es bewahrte die Leidenschaft und das Engagement, das die früheren Alben gezeigt hatten. ‚Whitelaw‘ hatten gezeigt, dass sie mit diesem vierten Album noch viel zu bieten hatten.

2008 nahmen die Dinge für die Jungs wieder einmal eine seltsame Wendung. Will spielte sowohl mit ‚TMF‘ als auch mit ‚Whitelaw‘. Er begann sich sehr stark mit ‚TMF‘ zu beschäftigen und dies begann sich auf sein Engagement bei ‚Whitelaw‘ auszuwirken. Es war eine peinliche Zeit und die Spannungen innerhalb der Band begannen hoch zu hochen. Baz und Steve, wie auch Benny, hatten es satt, das Leute in die Band kamen, die später zu anderen Bands wechselten, die andere Angebote hatte. Nach einem Gespräch mit Benny beschloss Will die Band zu verlassen und zurück in den Süden zu gehen Etwa zwei Monate bevor dies geschah, war Benny eines Abends zufällig auf einer Social-Media-Website und bemerkte dort Pauls Profil. Er schickte Paul eine Nachricht und Paul antwortete sofort. Sie kamen ins Gespräch. Benny fragte Paul, ob er zu seinen ‚Whitelaw‘ Brüdern zurückkehren würde und dort weitermachen wolle, wo sie aufgehört hatten. Nach einer zweijährigen Abwesenheit war Paul wieder da, wo er hingehörte, und nahm seine Position als „Whitelaws“ Lead-Gitarrist wieder ein. Es war ein langer Weg den die Jungs alle zurückgelegt hatten und in den zwei Jahren, in denen sie alle zusammen waren, war viel passiert. Aber eines ist sicher, gemeinsam waren sie es, die „Whitelaw“ zum Erfolg werden ließen.

Paul machte bald dort weiter, wo er aufgehört hatte und war sofort wieder dabei. Die Jungs begannen wieder überall zu spielen und für ein neues Album zu üben, das bei ‚Rune and Sword Productions‘, einem neuen Label aus England, aufgenommen und veröffentlicht werden sollte. Zurück in den Aufnahmestudios in Nuneaton machte sich die Band daran, alles andere woran sie in der Vergangenheit gearbeitet hatten, zu verbessern und begann eine neue Richtung einzuschlagen, einen neuen Sound zu produzieren und einen professionelleren Look für sich selbst zu kreieren. Paul, Steve, Baz und Benny produzierten mit der Band im Namen des 2010 veröffentlichten Albums „Valkyrie“ das, was der Katalysator für eine neue Ära sein sollte. Kurz nach seiner Veröffentlichung hörte „Rune and Sword Productions“ auf zu existieren, so dass das Album nicht wirklich die Anerkennung erhielt, die es zu Recht verdient hätte. Das hielt die Jungs keineswegs auf, sondern inspirierte sie nur dazu, härter zu arbeiten und als Einheit zusammenzustehen. Mit der Ergänzung durch einen jungen Rhythmusgitarristen namens Alex zeichnete sich „Whitelaw“ als Band aus.

Das nächste Studioalbum das von Whitelaw kam, war ‚Rise of the Battalions‘ im Jahr 2016. Diesesmal hatten sie die Unterstützung eines professionellen Labels namens ‚Midgard Records‘ aus Schweden. Die Band schien zu reifen und mehr denn je, zusammenzuwachsen. Alex, der zweite Gitarrist, war außergewöhnlich in seinem Timing und er gab Paul eine neu gefundene Freiheit in seine eigene Welt zu gehen und seine Gitarre zum Singen zu bringen. Steve sorgte dafür, dass die Band ihre Skinhead-Wurzeln mit Punknummern beibehielt. Und wie immer im Studio drängte er alle Bandmitglieder weiter und ließ sie wissen, wenn sie etwas besser machen konnten. Baz war mit seinem präzisen Schlagzeugspiel in seinem Element und produzierte, wie auf jedem Album, ein Meisterwerk das sein Talent unter Beweis stellte. Trotz all der Höhen und Tiefen, die die Band im Laufe der Jahre durchlebt hatte, und all die Entfernungen die sie zusammen in der ganzen Welt zurückgelegt hatten, hatte „Whitelaw“ immer noch den entschlossenen Geist den sie bei ihrem ersten Auftritt hatten. Derselbe Geist, den sie hatten, als Baz und Benny sich zum ersten Mal trafen und darüber sprachen eine Band gründen zu wollten, noch bevor sie andere Bandmitglieder bekommen oder gar einen Song zusammen geschrieben hatten oder gar einen Namen hatten. Alex spielte weiter bei ‚Whitelaw‘ bis Oktober 2018, als er beschloss, die Band aus persönlichen Gründen zu verlassen. Aber ‚Whitelaw‘ taten das, was sie immer am besten konnten, sie setzten ihre Arbeit fort. Sie gaben einem Typen namens Mark eine Chance, aber er konnte sich nicht genug für die Band engagieren, also spielte er nur ein paar Gigs mit ihnen. Whitelaw, die 1997 mit ihrer Musik anfingen, haben ihr letztes Album „Echoes from the Past“ erst 2020 veröffentlicht. Benny, Baz, Paul und Steve engagieren sich wie eh und je füreinander, für die Sache und für die Menschen, die ihnen folgen und sie unterstützen. So sehr als wäre es der Tag ihres ersten Auftritts. Und wie am Ende eines jeden Auftritts, so sagen sie auch im hier und jetzt: „You’ve just been Whitelawed“!

Whitelaw – Echoes from the Past (The Blackshirt Edition)

Whitelaw – Almost Unplugged

Whitelaw – Take the Salute – Neuauflage

Author: Frontmagazin

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