Deaths Head – Verses-Vs-Verses

Diesen Tonträger bewerten
[Total: 8 Average: 5]

Deaths Head – Verses-Vs-Verses
OPOS Records | DCD

Da sind sie wieder, die australischen Metalheads von Deaths Head. Jesse und seine Mannen melden sich mit einer Doppel-CD zurück und diese bricht musikalisch wahrlich Knochen

Gut, ein wenig mehr müssen wir schon auf das vorliegende Werk eingehen, es hat nämlich durchaus eine Geschichte zu erzählen und dies nicht nur in den Liedern. Aufgeteilt auf zwei CDs, ist Verses-Vs-Verses ein mehr als spannende Produktion. Den Anfang macht der Trench Hell Tonträger mit 6 Liedern. Das Material wirkt zum einen vertraut und dann auch wieder sehr untypisch für Deaths Head. Was sowohl als auch daran liegt, dass der musikalische Teil im Jahr 2016 von der Tiroler Band Feuernacht eingespielt wurde. Warum? Nun, es war als Teil einer geplanten Split zwischen Deaths Head und Feuernacht geplant, Jesse hat dem ganzen dann seinen Teil beigefügt und den Gesang übernommen. Aus unterschiedlichen Gründen ist es allerdings nie zur Fertigstellung der geplanten Split gekommen. Sehr schade, die Split hätte nämlich bestimmt was hergemacht. Doch anstatt das Material im digitalen Archiv verenden zu lassen, hat man sich dazu entschieden, das Material als Teil dieser Produktion zu verwenden.

Das Trench Hell Material ist musikalisch anders und hat sofort Wiedererkennungswert, die musikalische Note ist unverkennbar und vertraut. Man hört die Herkunft der Arbeit raus, das ganze dann mit Jesses Stimme garniert ergibt ein echt brachiales Metal-Gewitter. Macht euch also auf einen ordentlichen, musikalischen Angriff auf die Gehörgänge gefasst, das durchweg brachiale Material macht keine Gefangenen und geht mehr als deutlich in die Offensive. Das dabei kein gutes Wort an die herrschenden Klassen der neuen Weltordnung lässt, dürfte klar sein. Das Material ist politisch durch und durch, sei es nun durch das kritische Lied Brave New World oder dem selbst reflektierenden Titel My Doctrine, die Lieder geben ganz klar einen Kurs vor. Der totale Abriss erfolgt dann mit der Übernummer This Is 1984, einfach nur grandios, welch eine musikalische Glanzleistung.

Man mag es kaum glauben, dass das Material vom Trench Hell Teil von gute 5 Jahre auf dem Buckel hat. Es klingt frisch, brachial und technisch raffiniert arrangiert. Eine CD mit 6 Titeln, die wohl das passende Rahmenprogramm zum totalen Ausnahmezustand sein dürfte.

Nachdem man den ersten Treffer einigermaßen verkraftet hat, geht es mit dem Nachschlag namens You Made Me weiter. Der zweite Tonträger ist ebenfalls mit 6 Liedern ausgestattet und kehrt musikalisch zu den Wurzeln der australischen Metalheads zurück. Dennoch, man befindet sich im Jahr 2020/21 und klingt aggressiver und technisch ausgereifter denn je. Brachiale, harte Riffs, ein tief brummender Bass und ein tyrannisches Schlagzeug geben hier den Takt der Vernichtung vor. Im Gegensatz zum Material von Trench Hell Teil, der maßgeblich auf brachiales Tempo setzt, experimentieren die Australier bei dem You Made Me Material wieder mehr und lassen verspielte und abwechslungsreiche Elemente einfließen. Rhythmische Solos, mehr Melodie und Midtempo Passagen, bringen hier den Kontrast absolut zur Geltung. Das es sich hier mit der dem politischen Inhalt nicht wirklich anders verhält, dürfte klar sein. Lieder wie Consume And Die gehen ebenfalls mit dieser verdorbenen Gesellschaft ins Gericht. Doch auch aus historischer Sicht gibt es einiges zu berichten, wie in dem Lied Tangled In The Wire, eine durchaus spannende Geschichte in etwas über 5 Minuten Spielzeit verpackt.

Es ist schon beeindruckend, welch musikalisches Können die Australier immer wieder präsentieren. Auch auf dem You Made Me Silberling gibt es grandiosen Metal serviert, der allerdings melodischer und verspielter ist als wie es bei dem vorherigen Material der Fall ist. Was dieser Produktion aber ein gelungenes Kontrastprogramm verleiht und jede Menge an Hörvergnügen.

Mit Verses-Vs-Verses hat OPOS Records mal wieder den Vogel abgeschossen und ein Brett auf die internationale Hörerschaft los gelassen, das einem puren Gewitter gleichkommt. Die Aufmachung in Form eines Doppel CD Digis, passt und ist optisch richtig passend gestaltet. Natürlich gibt es ein Beiheft mit allen Texten dazu, dabei hat man sich ebenfalls etwas gedacht und das Beiheft dem Konzept angepasst. Nicht nur optisch, auch sind die jeweiligen Seiten zu den passenden Tonträgern im verschiedenen Form. Sprich, liest man sich den Teil von Trench Hell durch, steht der Teil von You Made Me auf dem Kopf und umkehrt. Etwas komisch formuliert aber ich denke das ihr wisst was gemeint ist?!

Ein Produktion, die man schon jetzt als eine der gelungenen Arbeiten in diesem Jahr bezeichnen kann und dabei sind wir noch lange nicht am Ende. Wer auf wütenden, teils brachialen, teils melodisch und verspielten Metal steht, der wird mit diesem Werk sicherlich seine helle Freude haben. Geniale Klänge aus Down Under die abwechslungsreicher und wütender nicht hätten ausfallen können. Einfach nur genial, ganz klare Kaufempfehlung!

Titelliste CD 1 – Trench Hell:
01. Das Boot
02. Brave New World
03. Trench Hell
04. This Is 1984
05. My Doctrine
06. The Book

Titelliste CD 2 – You Made Me:
01. Blade Meets The Bone
02. Branded A Madman
03. Tangled In The Wire
04. You Made Me
05. Consume And Die
06. Three Flames

Hörprobe – Deaths Head – This Is 1984 (Trench Hell):

 

Hörprobe – Deaths Head – Three Flames (You Made Me):

 

 

Author: Frontmagazin
Frontmagazin.de - Das alternative Musikmagazin

2 thoughts on “Deaths Head – Verses-Vs-Verses

  1. I have only had the opportunity to hear a few tracks off this album and all I can say is I definitely would like to hear the rest. Deaths Head(J. Kilgore) never disappoints.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert