Eskalation – S.F.F.S.

Eskalation – S.F.F.S.
OPOS Records | CD

Eskalation starten in die dritte Runde und der Titel ist hier Programm…

Kürzlich erst noch die Bühne auf dem Skinheads Back to the Roots Festival gerockt und hier ist dann auch schon „S.F.F.S.“, der dritte Streich der Glatzen. Ganz traditionell geht es auch hier wieder Zur Sache, in bekannt, beliebter Manier lassen es Eskalation wieder scheppern. Rythmischer, melodischer und lockerer Skinheadrock mit politischer Note und eben einem Bekenntnis, den man nicht weiter kommentieren braucht. „S.F.F.S.“ (Anm.d.Red.: Steht für Skinhead Forever, Forever Skinhead) ist Musik von der Straße, für die Straße. Musik von der Subkultur und zurück.

Frisch kommt das neue Album daher und dennoch, im Grunde hat sich nicht wirklich viel geändert. Aber keine Sorge, dass ist jetzt nicht negativ gemeint. Man bleibt sich treu und geht weiter seinen Weg, so klingt dann auch „S.F.F.S.“. melodischer Rechtsrock der den Schunkelfaktor mit sich bringt und zum mitsingen einlädt, einfach gute und ehrliche Musik. Jede Menge Melodie und Spielfreudigkeit hört man dem Material raus, beispielsweise in der Memorandumsnummer „Erinnerungen in schwarz & weiß“, da feiert man sich selbst mit einem richtig schicken Solo. Oder das Lied „Ausbeutung der Arbeiterklasse“, dort wird ordentlich auf das Gaspedal getreten und förmlich zum Pogo eingeladen, allerdings sollte man hier selbstverständlich den Text nicht unbedachtet lassen. Was selbstverändlich nicht nur für diesen gilt, sondern für alle Texte. „S.F.F.S.“ ist textlich ein einfach gestricktes aber ehrliches und stimmiges Album, man kann es wunderbar hören und ist nicht gezwungen, sich der teilweise nervigen Überhelblichkeit so mancher Gruppen hinzugeben. Hier lebt und liebt man den Skinheadkult, entsprechend sind die Texte verfasst und trotz bekannter Muster ist „S.F.F.S.“ frisches Album geworden. Wie bereits geschrieben, die Lieder laden zum mitsingen ein. Vielleicht stellenweise etwas leicht melancholisch, wie beispielsweise am Lied „Damals“ zu hören, aber das bricht der Nummer (und dem Album) keinen Zacken aus der Krone. Sehr emotional geht es mit dem Lied „Das Fenster“ zur Sache, da läuft es einem schon kalt den Rücken herunter. Als Zusatz gibt es noch drei ältere Nummern geboten, davon gefällt mir „We are still alive“ ziemlich gut. Hat was von Neunziger Streetrock/Punk, ziemlich gelungen. Ja und mit dem dritten Bonustitel „Für die Straße zu fein (Kommerzpunk)“ bekommt eine bekannte Nobelpunkband ihr Fett weg, zu geil. Schade das die Lieder erst jetzt veröffentlicht wurden, finde ich irgendwie sogar etwas besser als das neue Material, ha, ha…

OPOS Records hat das Werk wunderbar verpackt, optisch kann sich das Teil sehen lassen. Wie schon beim Vorgänger, so gibt es auch hier, auf dem Frontcover wieder Zeichnungen zu bestauenen. Auch wenn es bei aller Verständlichkeit nicht wirklich notwendig wäre, sind die Texte im Beiheft abgedruckt. Die Produktionen aus dem Hause OPOS Records können sich bekanntlich sehen lassen, so auch dieser Silberling.

Das Rad wird mit „S.F.F.S.“ nicht neu erfunden, aber man bringt es melodisch und rockig in Fahrt. Politischer Skinheadrock der für die Zeit im Ohr hängen bleibt aber auch stellenweise etwas kurzlebig ist. Dennoch, Eskalation liefern uns eine Steigerung zum Vorgänger ab. Stiefeljungs werden mit diesem Werk ihren Spaß haben, der Rest hört wie immer rein und entscheidet selbst. Wer mal wieder Lust auf melodische Musik hat, der kann hier mit einem Kauf liebäugeln. Der Kult lebt weiter!

Titelliste:
01. Intro
02. Wir bleiben steh´n
03. Flaschen und Fäuste *
04. Sei du selbst
05. S.F.F.S.
06. Erinnerungen in schwarz & weiß
07. Ausbeutung der Arbeiterklasse
08. Damals **
09. Das Fenster
10. Möh
Zusatz
11. We are still alive ***
12. Auf uns ***
13. Für die Straße zu fein (Kommerzpunk) ****

* im Original von Holsteiner Jungs
** im Original von Agitator
*** Aufgenommen im Jahr 2015
**** Aufgenommen im Jahr 2014

Hörprobe – Eskalation – Erinnerungen in schwarz & weiß:

 

Author: Frontmagazin

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