The Skinheads Come Back Vol. 4

[Gesamt: 25   Durchschnitt:  4.2/5]

The Skinheads Come Back Vol. 4
Oldschool Records | CD

Ach ist das schön, endlich ein neuer Teil der beliebten Sampler-Reihe. Und das meine ich ganz ehrlich, nicht das man mich jetzt gleich zu Anfang falsch versteht. Es gibt eben diese Produktionen, in diesem Fall ein Sampler, die völlig problemlos starten und durchweg funktionieren. Fröhlich über alles spießerhafte stehen und mit einem genussvollen Fickt euch doch einfach Effekt glänzen. Die Alben der The Skinheads Come Back Sampler-Reihe sind genau solche Produktionen und der hier vorliegende 4. Teil repräsentiert dies mehr denn je. Macht euch ein leckeres Bierchen auf, dreht die Anlage auf Maximum und genießt die 13 Titel auf diesem Silberling

Den Anfang machen Smart Violence mit drei neuen Liedern. Die Ruhrpottglatzen dürften spätestens mit dem Material auf der Vereinte Kräfte / Fuerzas Unidas Split bewiesen haben, was eine sich weiterentwickelnde Skinrockband ist. Musikalisch hat sich die Truppe um Broschi echt gemausert, ein satter und druckvoller Klang ertönt hier aus den Boxen und Wir scheissen auf eure Welt ist dann eben die passende Hymne für die gepflegte Leck mich doch am Arsch Haltung gegen diesen Zeitgeist voller Irreführungen. Technisch ausgereichter RAC der seinesgleichen sucht und auf ganzer Linie zu überzeugen versteht. Smart Violence haben sich in den letzten Jahren zu einer der aufstrebenden Skinband entwickelt, stetig mit guten Lieder im Gepäck, lassen die Ruhrpottglazen so manche Bude und Tanzfläche beben. Ein gelungener Auftakt zu diesem Sampler.

Weiter geht es mit einer ehrenvollen Altherrenrunde aus Berlin. Ganz genau, nun liefern die alten Hasen von Kraft durch Froide zwei neue Lieder ab und zeigen den jungen Hüpfern und Rammlern mal, wie man Oi! der alten Schule spielt und dabei alles andere, als politisch korrekt klingt und nicht wie eine gebückte Fee dasteht. KdF darf man gerne als deutschen Pendant zu Ken und Brutal Attack sehen, immerhin sind die Berliner nun auch schon fast 40 Jahre (!) im Geschäft. Respekt, und was das bedeutet, lassen uns die Skins mit dem Lied Tradition schlägt Trend wissen. Eine musikalische Handrückenschelle gegen den neumodischen Quark, der bei Kraft durch Froide nichts zu suchen hat. Das zweite Lied ist eine eigenwillige Liebeserklärung an die Hauptstadt. Das Lied hat einen richtigen unterhaltsamen Schunkelcharakter, fröhlich und frei erklingt die Nummer. KdF sind authentisch, ehrlich und alles andere, als modern und das ist gut so. Eine Band, die Respekt verdient und einen guten Platz auf diesem Werk belegt.

Wer hat denn hier an der Uhr gedreht? Ich habe nämlich das Gefühl, als würde ich mich in den wilden Neunzigern befinden. Genau so klingen nämlich die Lieder von Brutal Attack, die nun an der Reihe sind. Es fast so, als würde ich die SteelRolling On oder Ressurection auflegen. Richtig schön kultiger RAC der alten Schule, als wenn das Material Jahrzehnte in irgendwelchen Archiven verweilt hat und nun erstmalig das Licht der Welt erblicken würde. Mehr Brutal Attack geht nicht. Einmal covern Ken und seine Mannen ein Lied von den Shame 69, was man ja nun nicht das erste Mal von Brutal Attack hört. Das zweite Lied nennt sich Embers 2020 und ist eine Neuinterpretation der eigenen Hymne Embers of Yesterday. Die Nummer beginnt im balladesken Stil und wandelt sich im weiteren Verlauf zu einer leicht rockigen Neuausrichtung. Ich bin hin und weg, ich liebe Brutal Attack und das Material hier ist einfach ein Hörgenuss. Definitiv der Anteil dieses Samplers mit dem höchsten Nostalgiefaktor.

Weiter geht es mit einer Band aus den Staaten. Einige kennen Total Annihilation vielleicht, die amerikanische Oi! Band mit ihren japanischen Frontmann Jimi Yamamoto. Angefangen als Punkband und mit der Zeit zu einer sozialkritischen, politisch unkorrekten Oi! Band gewachsen, die von sich selbst behauptet, patriotische Musik zu spielen. Was auch stimmt und das verdammt gut. Es ist noch gar nicht so lange her, seit ich das Album Total War von den Skins in Pfoten bekommen haben und es hat mich überzeugt, ehrlicher Staaten Oi! mit dem passenden Wiedererkennungswert. In dem Lied Old School beispielsweise, rechnet die Band mit all den Posern ab, die sich heute mit falschen Federn schmücken, aber keine Ahnung haben. Jimi singt sogar einmal in deutscher Sprache, sehr geil. Total Annihilation sind der Geheimtipp auf diesem Sampler, starkes Material.

Nun kommen wir zu den Abräumern auf diesem Sampler und das sind The Pride aus Belgien. Mein lieber Scholli, da muss ich Oldschool Records beipflichten, was die belgischen Stiefeljungs hier abliefern ist schon eine ziemliche Hausnummer und rockt absolut. Einwandfreier Oi! mit jeder Menge Pogo-Garantie. Technisch einwandfrei und mit ordentlich Dampf unter dem Kessel. Mit Won´t go down without a fight liefern die Belgier die wohl derzeit angesagtes Kampfhymne für alle Kinder der Straße und Außenseiter ab, geniale Riffs treffen auf ein starkes Tempo und lassen einen nicht ruhig zuhören. Wann will den Pogo frönen, definitiv. Ganz klar, The Pride machen alles richtig und dürfen zu Recht die Krone auf diesem Sampler tragen.

So, und nun ist es dann auch schon leider wieder vorbei. Aber keine Sorge, man lässt es nicht ohne einen Knall enden. Den Abschluss machen die legendären Open Season aus Australien. Ich bin ehrlich, ich hätte nicht damit gerechnet, das es Jim und seine Kameraden aus Down Under noch geben würde. Mit zwei neuen Liedern wurde ich positiv eines Besseren belehrt. Ja und was soll ich hier noch großartig schreiben? Wer Open Season kennt und mag, der weiß was jetzt kommt Harter und kompromissloser Skinrock mit einer klaren politischen Botschaft. Hier gibt es keine Gnade, die Kultband aus dem Land der Kängurus liefert mit ihrem Liedern definitiv das härteste Material auf dieser Scheibe ab. Doch nicht nur das, die Nummer Do you Remember knackt mal eben die 6 Minuten Spielzeit und ist dazu dann auch noch ein kräftiger musikalischer Schlag in die Fresse einer jeden gutmenschlichen und charakterlosen Witzfigur. Allerdings wurde die Reihenfolge der Lieder auf dem Cover vertauscht, Ivory Towers kommt auf dem Tonträger vor der Übernummer Do you Remember. Es freut mich sehr, dass es die Band noch gibt. Hoffentlich hören wir bald noch mehr neues Material von den Australiern?

Einmal wieder ist es viel zu schnell vorbei und ein weiterer großartiger Sampler findet sein Ende. The Skinheads Come Back Vol. 4 ist einfach ehrlich, hat Charakter und tritt ordentlich Ärsche, feinster Skinrock / Oi! aus der Nähe und der Ferne. Oldschool Records hat hier wieder einmal alles richtig gemacht, vom mittelschnellen Knaller bis zum brachialen Dampfhammer ist hier alles vertreten, sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache. Die Aufmachung ist auch hier wieder von feinster Arbeit gezeichnet. Ein absolut passendes Konzept ziert das Design und im Beiheft findet ihr Bilder und alle Texte. Ich bin von diesem Sampler durchweg begeistert, das Material, die Produktion, hier passt es eben vom Anfang bis zum Ende. Kauftipp und Ende!!!

Titelliste:
01. Smart Violence – Dreckige Hände
02. Smart Violence – Skinheadgirl Warrior *
03. Smart Violence – Wir scheissen auf eure Welt
04. Kraft durch Froide – Tradition schlägt Trend
05. Kraft durch Froide – Wenn unser Berlin auch verdunkelt ist!
06. Brutal Attack – Borstal Breakout **
07. Brutal Attack – Embers 2020
08. Total Annihilation – Old School
09. Total Annihilation – Wash Out
10. The Pride – Won´t go down without a fight
11. The Pride – Freedom
12. Open Season – Do you Remember
13. Open Season Ivory Towers

* im Original von Warzone
** im Original von Shame 69

Hörprobenmix – The Skinheads Come Back Vol. 4:

 

The Skinheads Come Back Vol. 3

Author: Frontmagazin

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