Tank Turret – 9

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Tank Turret – 9
Midgard Records | CD

Nach zwei Minischeiben melden sich Tank Turret nun mit dem ersten Studioalbum zurück und wie zu erwarten war, gibt es hier von der Insel in feinster Oi! / Punk Manier musikalisch in die Fresse…

Die britische Band Tank Turret lässt wieder von sich hören und dieses Mal hat man es sogar über das MCD Format hinaus geschafft. Das erste Studioalbum der Skins nennt sich “9” und bietet, wie der Name es andeutet, neun neue Lieder… gut, zehn mit dem Bonustitel. Ich denke, ihr wisst, auf was ich hinaus wollte. Erneut lassen die alten Herren um Mark French und ehemals Paul Swain hier gut die Fetzen fliegen. Meines Wissens ist Swain nicht mehr dabei, möchte aber meine Hand dafür nicht ins Feuer legen und garantieren. Wie dem auch sei, musikalisch lässt es die britische Band in bekannter Weise aus den Boxen scheppern. Rotziger Dirty Punk´n´Oi!, unverkennbar der britische Einfluss.

Wessen Herz im Takt der Klänge der alten Schule schlägt und diese dann auch noch unter der Union Jack entstanden sind, der kommt hier auf seine Kosten. Schön rotziger, rauer Sound erklingt aus den Boxen, das alles klingt auf diesem Album etwas nach den 4 Skins oder gesanglich erinnert es mich ein wenig an Jonesy von English Rose. Musikalisch ist das ganze Material auf dieser Scheibe noch einmal einen Zacken flotter ausgefallen und klingt im direkten Vergleich zu den beiden vorherigen Minialben noch einmal ausgereifter. Dennoch verliert die Scheibe nicht ansatzweise ihre Wurzeln und bleibt sich selbst treu. Auf “9” gibt es keine geleckte Überproduktion mit einer sauberen Klangkulisse oder überproduzierte Lines, stattdessen gibt es ehrlich Klang der Straße, dreckig und aggressiv. Dabei fällt das Themengut erwartungsgemäß sehr subkulturell aus, aber auch der eine oder andere, scharfe politische Ton erklingt. So appelliert man beispielsweise an die Einigkeit und auf den Verzicht der Zersetzung durch den Bruderkrieg in dem gleichnamigen Lied “Brother wars“. Mit dem Lied “Not the same” gibt es dann eine der genannten politischen Nummern geboten, in dieser beschäftigen sich Tank Turret mit dem kulturellen Unterschied, es sind eben faktisch nicht alle gleich.

Tank Turret liefern ein stimmiges Album ab, klassisch ausgerichtete Klänge von Insel, die sich dem Oi! / Punk verschrieben haben. Ich mag diesen rotzigen Sound, hier hört man die Ehrlichkeit in den Liedern, unverfälschte und nicht überproduzierte Inselmucke. Sicher, hier kommt vorrangig die alte Hörerschicht auf ihre Kosten, für die neue Generation eher weniger interessant, es sei denn, man beschäftigt sich mit den alten Hasen und ihrer Musik. Tank Turret haben sich gesteigert und im Vergleich zu den vorherigen Minischeiben noch einmal draufgelegt. Ich mag die Musik und höre sie gerne, das neue Album ist ehrlich und direkt. Midgard Records ist erneut als Label für die Band tätig und da ist man bekanntlich verdammt gut aufgehoben. Die Aufmachung ist schlicht und dennoch passend, ergänzt sich gut zu den vorherigen Werken und im Beiheft sind alle Texte, für die, die noch einmal nachlesen wollen oder müssen. Dirty fuckin´Oi! / Punk!

Titelliste:
01. 100% Infidel
02. Happy to offend
03. Coughing up blood
04. Not the same
05. The butchers bill
06. Liar, liar, liar
07. Baseball bat
08. Fuck off and die
09. Brother wars
Bonus
10. Race around

Hörprobe – Tank Turret – 100% Infidel:

 

Tank Turret – Track Rash

Tank Turret – 2020

Author: Frontmagazin

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