Germanium – Wider dem Zeitgeist

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Germanium – Wider dem Zeitgeist
Heimdall Versand | CD

Nächster musikalischer Angriff aus dem Gefechtsstand von Germanium

Nach nunmehr drei Jahren meldet sich Germanium mit dem zweiten Studioalbum zurück. Zehn neue Titel werden auf “Wider dem Zeitgeist” geboten und musikalisch macht man durchaus einen guten Schritt nach vorne. Einige erinnern sich vielleicht noch an das Erstlingswerk “Imperium Novum”, dieses hat seinerzeit durchaus positiv geglänzt, natürlich mit Spielraum nach oben. Nun geht es weiter und man muss sagen, dass das Teile seine Stärken aber auch seine Schwächen besitzt.

Musikalisch hat sich die Wartezeit gelohnt, keine Frage. Im direkten Vergleich mit dem Erstlingswerk, erklingt die Musik auf “Wider dem Zeitgeist” wesentlich flüssiger gespielt, mit größeren experimentell Anteil und sauberer produziert. Hier ist man hörbar mit der Zeit gewachsen und zelebriert ausgereiftere Hardrock/Metal Klänge. Mal etwas langsam, angesiedelt im Midtempo und selbstverständlich auch mal entfesselt und schnell. Musikalisch hat mich das Album wirklich positiv überrascht, da darf man sich bei Germanium durchaus mal selbst auf die Schulter klopfen. Gut gemacht. Etwas fade, mit einem leicht negativen Beigeschmack muss ich die Stimme bzw. den “Gesang” erwähnen. Nicht dass dieser jetzt absolut unterirdisch ist, dass nun nicht, allerdings sind für meinen Geschmack hier deutliche Schwächen zu vernehmen, die ich bei dem ersten Studioalbum (noch) nicht gehört hatte. Dies liegt jetzt nicht am angesagten fiese und bösen klingen, nein, vielmehr fehlt mir immer mal wieder die Kraft in der Stimme. Dadurch kommt die tiefe Gesangsart nicht richtig zur Geltung und wirkt, als, wenn der Sänger mit einer ätzenden Erkältung singt. Auch werden hier und dort die Töne nicht gehalten, es klingt vereinzelt schief und zeitlich zu früh oder zu spät platziert. Das schmälert diese sonst eigentlich gute, zweite Studioscheibe. Thematisch ist das Teil den Erwartungen gerecht geworden, klassische Rechtsrocknummern mit persönlich, historischen aber auch aktuellen, politischen Themen. Ein Blick auf die Titelliste dürfte für sich sprechen, da brauche ich auf einzelne Lieder jetzt wohl nicht mehr eingehen. Dennoch muss ich auch hier sagen, dass mir die Themenauswahl auf dem ersten Album besser gefallen hat, es war alles etwas ausgefallener.

Fassen wir zusammen, “Wider dem Zeitgeist” ist musikalisch und spielerisch eine hörbare Steigerung zum Erstlingswerk. Textlich und vom Gesang her, verweilt das neue Werk allerdings im Schatten der ersten Studioscheibe, sehr schade, dabei steckt Potenzial in Germanium.

Erschienen ist das neue Album beim Heimdall Versand, dort gibt man sich Mühe und unterstützt die Künstler und Bands, keine Frage. So auch im Falle der “Wider dem Zeitgeist”, das neue Album erschien wahlweise als klassische Edition im Jewelcase und als limitiertes Digi mit alternativer Gestaltung, dieses ist handschriftlich auf 188 Exemplare begrenzt. Schade, ich hatte mich wirklich auf diese Produktion gefreut und wurde leider etwas enttäuscht. Wobei die Enttäuschung hier nicht der Produktion geschuldet ist, der Heimdall Versand leistet wirklich gute Arbeit und Germanium haben hier einen guten Partner gefunden. Ich hoffe doch, dass weiteres Material ebenfalls dort scheinen wird. Potenzial hat Germanium, wie bereits geschrieben, daran besteht kein Zweifel. Daher, es gibt keine Perfektion in der rechtspolitischen Musikszene und darum gilt, beim nächsten Mal wird es besser, da bin ich von überzeugt!

Titelliste:
01. Intro
02. T.I.G.E.R.
03. Ausgesperrt
04. Jetzt ist Schluss
05. Wider dem Zeitgeist
06. Intro – Teufelswerk
07. Teufelswerk
08. Im Kampf gegen Rechts
09. Deutschland in Flammen
10. Sons of Seven (Clublied)

Hörprobe – Germanium – Ausgesperrt:

 

Germanium – Imperium Novum

Author: Frontmagazin
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