Wolfskommando – Konsumfresser

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Wolfskommando – Konsumfresser
Rebel Records | CD

Dennis K. meldet sich mit Wolfskommando nach fast zwei Jahren wieder zurück an der musikalischen Front und legt mit “Konsumfresser” nach

Mit dem Studioalbum “Bereit zum untergehen” hatte sich Dennis K. im Jahr 2021 erstmals mit Wolfskommndo stimmungsvoll zu Wort gemeldet, außerdem hat sich das Material noch recht stark vom vorherigen Arbeiten abgegrenzt, was dem ganzen Vorhaben hörbar gutgetan hat. Nun geht es in die zweite Runde und mit “Konsumfresser” knüpft Dennis am Erstlingswerk an, zumindest in einigen Punkten.

Musikalisch ist “Konsumfresser” schon sehr ähnlich zu seinem Vorgänger, zwar technisch etwas ausgereifter, aber dennoch, der Stil den Dennis spielt, hört man hier heraus. Erneut gibt es eine angenehme Mischung aus klassischen Rock (RAC) und Metal Elementen. Wer also gerne mal die etwas härtere musikalische Schiene hören mag, der bekommt in diesem Bezug, schon einmal ein gutes Werk geboten. Wenn man genau hinhört und vielleicht auch ein wenig Fantasie mitbringt, dann kann man vereinzelt, nicht stark am dennoch, einen gewissen Unterton der Marke Neue Deutsche Härte in einigen Riffs heraushören. Das Ganze wird mal schön schnell und mal im mittel schnellen Tempo zelebriert, was eine passende Abwechslung im musikalischen Teil darstellt.

Thematisch gibt es auch dieses Mal wieder eine klare und hörbar deutliche Abrechnung mit dem System und so mancher liberal-politisch durchseuchten Situation in diesem Land. Dennis kotzt sich ordentlich aus und hält dabei auch nicht vor Kritik an den eigenen Reihen zurück. Mit dem Lied “Rettungsboot” beispielsweise, gibt es eine musikalische Abrechnung mit der politischen Führung dieses Landes und wo man uns hinsteuert. Das Ziel ist wahrlich nicht der Garten Eden. Emotional wird es dann u.a. mit dem Lied “Allein gelassen”, welches die Geschichte eines Kindes erzählt, dass seine eigene Mutter in Stich lässt. Ob dies nun auf wahren Begebenheiten beruht oder nicht, vermag ich an dieser Stelle nicht zu sagen. Zumindest lässt der Text es etwas vermuten, andererseits ist Dennis K. für seine teils ziemlich melancholische Lyrik bekannt und auch dies könnte dem entsprungen sein. Auf jeden Fall eine ziemlich bedrückende und zugleich gelungene Nummer. Es wird übrigens mehrstimmig gesungen und Gegrölt, wobei Gekeife das besser Wort ist, es klingt vereinzelt nämlich sehr Black Metal lastig. Und dann gibt es noch solche Überraschungen wie in dem Lied “Weil ich es nicht ertrage”, in dem wird mit einem doch ziemlich angenehmen Klargesang gesungen.

Mit dem neuen Album “Konsumfresser” gibt es eine gute Fortsetzung geboten, Dennis K. serviert zehn neue Lieder mit viel Wut und Leidenschaft, Hass und Seelenschmerz. Persönlich ist mir das neue Album etwas zu melancholisch, vielleicht auch depressiv geworden. Es erinnert mich mehr an seine Werke unter seinem Namen als wie an das vorherige Wolfskommando Album. Diese hatte etwas mehr Pepp, mehr politisch Aussagekraft und weniger persönliche Schicksalsschläge in den Texten. Sicher, es ist des Künstlers Werk und seine Arbeit, ich finde es immer wichtig und gut, wenn Erlebtes verarbeitet wird. In Bezug auf die politische Botschaft allerdings bleibt dieses Werk leider etwas hinter dem Vorgänger. Was dieses Werk jetzt nicht schlecht sein lässt, dies ist natürlich nicht der Fall. Auf “Konsumfresser” gibt es interessante, teils wirklich spannende Musikstrukturen, bissige Textpassagen und gute Shouts und ganz ohne politischer Meinung ist das Album selbstverständlich auch nicht aufgestellt.

Die Aufmachung kann sich sehen lassen, bei dem Dickerchen, dem die Pommes gereicht werden, musste ich sofort an den sprechenden Fleischklops aus Blade denken, he, he. Das Digi macht einen guten Eindruck, im Beiheft sind bedauerlicherweise keine kompletten Texte, nur Textauszüge, dafür braucht das Werk sich technisch nicht verstecken und gleicht durch einen deutlichen Ton und somit Verständlichkeit der Lieder, die fehlende Texte aus. Sprich, es klingt sauber und druckvoll. Rebel Records hat sich erneut der Produktion angenommen und auch dieses Mal gelingt dem Label eine wirklich gute Produktion. Testet das Teil ruhig mal an, verkehrt macht man nichts!

Titelliste:
01. Du allein
02. Klanglos
03. Fressen
04. Steig ab
05. Rettungsboot
06. Du Fehlst
07. Sage nichts
08. Allein gelassen
09. Weil ich es nicht ertrage
10. Scheinheilige Tränen

Hörprobe – Wolfskommando – Rettungsboot:

 

Wolfskommando – Dennis K. – Bereit zum Untergehen

Author: Frontmagazin
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2 thoughts on “Wolfskommando – Konsumfresser

  1. Gute Arbeit Dennis.

    Nur hätte ich mich noch über etwas mehr politischen “Nachdruck” gefreut. “Rettungsboot” ist um Beispiel echt Klasse produziert und textlich 1A.
    Aber musikalisch fehlt dem Album die Richtung einer “Kampfansage”.

    Klagt nicht, kämpft!

    MfG von der Insel Usedom.

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