Brutal Attack Tribute

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Brutal Attack Tribute
Brotherhood Worldwide | CD

Ein neuer Tribute-Sampler zu Ehren der dienstältesten Rechtsrockband, die noch aktiv ist, Brutal Attack...

Da haben wir ja mal wieder eine musikalisch vielfältige Produktion vorgesetzt bekommen und dies mit internationaler Beteiligung. Ein weiterer Tribute-Sampler zu Ehren von Ken und sein Band Brutal Attack. Einen ähnlichen Sampler gab es 2008 ja schon einmal und dieser konnte sich hören lassen, allerdings muss ich sagen, dass die hier beteiligten Band auf den ersten Blick schon einmal überzeugender sind. Mal schauen, was der Silberling so zu bieten hat.

Den Anfang machen Blackout aus England, die Band von Brad liefert mit ihrer Coverversion von “Healing Hands” eine klassische Nummer in musikalisch hochwertiger und bewehrter Inseltradition ab. Dass Blackout nicht wirklich Probleme damit haben dürften das Material von Brutal Attack nachzuspielen, könnte u.a., daran liegen das Brad als Gitarrist bei Brutal Attack tätig ist. Zumindest ist dies mein letzter Wissensstand, wenn ich da inzwischen etwas geändert haben sollte, dann möge man Nachsicht haben. Aber davon abgesehen ist Blackout ein nicht minder begabte Band und dies beweisen Bred und seine Musiker hier sehr gut. Bei dem nachfolgenden Beitrag bin ich ein wenig irritiert, es handelt sich um eine Nummer von Bunker 84 aus Frankreich und ich war bis zu dem Moment als den Titel und den Bandnamen auf dem Cover erblickte, der Meinung, dass es die Truppe schon ein paar Jahre nicht mehr geben würde? Ob dies jetzt eine alte Aufnahme ist oder nicht, dass kann ich an dieser Stelle nicht sagen und auch ob die Band wieder aktiv ist oder nicht. Musikalisch geht die Nummer in Ordnung, das Lied bietet einen kantigen Sound, der mich ziemlich an die alte Schule erinnert und auch so klingt. Ganz in Ordnung, meiner Meinung nach aber kein Glanzlicht auf diesem Tonträger. Anders sieht es mit dem nachfolgenden Lied aus, hier marschieren nämlich amerikanische Kenner und Könner auf, im Schlepptau eine der interessantesten und ausgefallensten weiblichen Punkrockstimmen der letzten Zeit. Evil Inside, die Band von Roy (Final War) spielt zusammen mit KT8 hier die Nummer “Dear Mother” nach und dies in einer wunderbaren Art und Weise. Hey, die eigen interpretierte Rockballade geht voll unter die Haut, musikalisch stark arrangiert und gesanglich liefern Roy und KT8 eine erstklassige Leistung ab, ich musste das Lied tatsächlich zu Beginn schon ein paar Mal hintereinander hören, so sehr hat es mich begeistert. Mein erstes Highlight und wir sind bei dieser Version gerade einmal bei der dritten Nummer, das kann ja noch was werden. Aber so ruhig und besinnlich es auch war, ist es damit auch schnell wieder vorbei, denn nun kommen wir von zarten zu harten Klängen. Dennis und seine H8machine melden sich mit “Blind Fury” zu Wort. Mal ehrlich, wer politisch unkorrekten Hardcore hört, der kennt H8machine und weiß, was abgeliefert wird. Schneller Oldschool Hardcore, kurz, aber verdammt kraftvoll. Wer also Freude an dem Material der “Fighting Solves Everything” Scheibe hatte, der wird die Nummer lieben. Eine sehr gelungene Eigeninterpretation, gute Arbeit. Wir bleiben in den Staaten, mit der nächsten Nummer “When Odin Calls” melden sich Ironwill tatsächlich wieder zu Wort. Einige kennen die Band vielleicht von ihrer ersten bösen Scheibe, die seinerzeit in den Staaten veröffentlicht wurde und als legale Variante später für den deutschen Markt über die GKS veröffentlicht wurde. Ich hatte damals die Hoffnung, dass die Band Ironwill das Feuer dort drüben wieder entfachen würde. Leider war da ziemlich schnell wieder tote Hose und der Funke war schnell verfolgen. Gut, es freut mich natürlich das man wieder, was von Ironwill hört und ja, auch die Nummer kommt ziemlich gut rüber, harter Rock mit kratzigem Gesang. Die Band hat sich ein passendes Stück ausgesucht, sofern es überhaupt noch eine Band ist und nicht Skip mittlerweile alleine alles macht. Aber egal, eine gute Nummer, besonders für Freunde der amerikanischen Klänge. Der nächste Beitrag ist mir im Original bekannt, allerdings nicht die hier vorliegende Eigeninterpretation der Band Legion Dorada. Zumindest wüsste ich aktuell nicht woher? Macht zumindest keinen verkehrten Eindruck und lässt sich ganz gut hören. Nachfolgend kommen wir zum zweiten Hightlight der Scheibe, zumindest würde ich es so beschreiben. Jetzt sind nämlich die finnischen Altmeister von Mistreat an der Reihe und die liefern mit “For The Fallen And The Free” ein echt großartiges Stück ab. Schön melodischer Rock und dazu Muke mit seiner unverkennbaren Stimme, einfach großartig. Mehr braucht man zu Mistreat ja nun wirklich nicht sagen, die Finnen sind eine feste Größe der internationalen Musikszene und musikalische Workaholics, ganz starkes Lied. Ein weiterer gelungener Beitrag kommt in Form der nachgespielten Version von “Europe Is Burning” von der chilenischen Band Odal Sieg. Und auch hier bin ich wieder sehr überrascht von der Band überhaupt noch einmal etwas zu hören, immerhin liegt deren letztes Album jetzt auch schon über fünfzehn Jahre zurück. Ziemlich beeindruckend ist die doch schon hörbare Ähnlichkeit zu Ken im Gesang, die recht junge Nummer “Europe Is Burning” wird kraftvoll, rockig und ziemlich zügig vorgetragen, macht wirklich Spaß. Wenn es jetzt keine alte Aufnahme ist, dann hoffe ich doch in naher Zukunft wieder mehr von Odal Sieg hören zu können. Jetzt kommen wir zu einem Beitrag aus Serbien, und zwar von der Gruppe Providenje. Vom Namen her ist mir die Band ein Begriff, allerdings habe ich ihr keine aktive Aufmerksamkeit geschenkt. Nicht einmal aus irgendwelchen Gründen, es hat sich nur einfach nie wirklich ergeben. Was mit diesem Lied die Sache allerdings auch nicht zu verändern vermag, die Nummer ist ziemlich lasch und lieblos, sowohl musikalisch als auch von Gesang her, fehlt dem Lied am Kraft. Ein Titel, den man gut und gerne überspringen kann. Dafür ist die nachfolgende Nummer wieder ein Genuss. Meine Damen und Herren, es melden sich PWA aus Estland zu Wort. Die Band fetzt und ist Garant für hochwertige und verspielte Rockmusik politisch unkorrekter Art, dies haben die Esten ja bereit durch ihre grandiosen Alben bewiesen und immer da wo man sonst noch was von ihnen hört. Mit “I´m Free” trifft die Band auch hier den richtigen Ton, sehr geiles Lied. Wir sind erst einmal wieder in Deutschland angekommen und nun dürfen Sleipnir ihren Teil zu diesen Tributealbum beisteuern. Schön mal wieder etwas von Marco und Co., zu hören, wenn es auch nur eine, mehr oder weniger, Rockballade ist. Die Nummer hat einen leichten Blues Einfluss, der ziemlich fetzig ist und sich gut anhört. Geile Sache und an Können mangelte es der Truppe ja bekanntlich noch nie. So und wo wir gerade beim deutschen Können waren, bleiben wir auch dabei. Jetzt gibt es ein weiteres Hightlight und dieses kommt von keiner geringeren Band als Sturmwehr. Die deutsche Kultband liefert mit ihrer Interpretation von “Tales Of Glory” ein echtes Kraftpaket ab, mit diesem Lied beweist Jens erneut welch ein Talent er besitzt und nach all den Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Geiler Scheiß. Als Nächstes geben die Skins von Thumbscrew eines zum besten und dies in Form der Nummer “Show No Mercy“. Thumbscrew haben sich in den vergangenen Monat zu einem echten Geheimtipp entwickelt, flotte und vor allem richtig schön verspielte Riffs sind ein Markenzeichen der Skins aus Madrid. Das lassen sie uns auch hier wieder hören, macht echt Laune. So und wieder zurück ins gute, alte Deutschland. Dort warten die ULTRACocks, um ihre Version von “Too Many People” vorzutragen. Kommt gut rüber und kann man hören, finde ich hier sogar noch einen Zacken besser als auf deren Vollscheibe. Alles klar, im Alten liegt die wahre Kraft, oder wie war das? Die Eigeninterpretation von “The Return Of St. George” von White Law ist eine atmosphärische Glanzleistung. RAC der alten Schule in allerfeinster Tradition, mit jeder Menge an Kraft und Charme. Ich bin schlicht begeistert, hier zeigt sich eine der großen Bands in Bestform und beweist den jungen Hüpfern wie man richtig Musik macht. Zum Ende hin, gibt es noch einmal etwas Exotischeres, aus Brasilien melden sich Bandeira de Combate zu Wort und steuern mit “Bad Attitude” ihren Beitrag zum Tributealbum bei. Ich mag deren Mucke und auch hier begeistern mich die brasilianischen Skin wieder einmal, da freue ich mich schon auf etwas Neues. Ich möchte sogar behaupten, dass “Bad Attitude” in der nachgespielten Version sogar besser rüberkommt als in seiner Originalversion. Die nachfolgende Nummer “Always Near” gehört zu den emotionalen Nummern von Brutal Attack und dieser haben sich Kodex Frei angenommen. Leider muss ich hier sagen, dass mir die doch schlechte Aussprache der englischen Sprache das Lied arg vermiest. Es ist sicherlich gut gemeint gewesen, der Effekt wird bedauerlicherweise aber verfehlt. Als Bonus gibt es jetzt noch zwei weitere Titel. Warum diese nun als Bonus gelistet sind, das entzieht sich meiner Kenntnis. Die erste Nummer ist von den White Rebel Boys und die liefern in ihrer eigenen Art und Weise das Lied “I´m Free” ab, macht Spaß und Öddi ist ja ein ebenfalls begabter Musiker. Passt. Als Letztes gibt es einen Beitrag aus Russland zu hören, Denis und seine Band Kolovrat interpretieren “Tales Of Glory” in gekonnter Eigenart. Die russische Band steht für hochwertige Arbeit, dies hört man auch hier.

Ein schöner Tribute-Sampler mit einer überwiegend guten Beteiligung bzw., gut umgesetzte Beiträge. Natürlich tritt auch hier wieder das unliebsame Phänomen in Erscheinung, kein Sampler bietet durchweg gelungenes Material und überzeugt jeden Konsumenten. Allerdings ist die Brutal Attack Tribute CD im überwiegenden Teil wirklich gelungen. Wer mal wieder Lust auf einen abwechslungsreichen Tonträger mit verschiedenen Stilrichtungen hat, der sollte sich das Teil zu Gemüte führen. Wir haben die deutsche Version besprochen. Optisch ist das Teil auch gelungen, das Beiheft ist vielleicht etwas mager ausgefallen, aber gut, so ist es eben. Ein paar Bandlogos, Bilder von Brutal Attack und ein paar Worte zu dieser Produktion, damit ist das Beiheft fertig. Ach ja, außerdem ist das Teil im Digi erschienen. Wir haben euch einen kleinen Hörprobenmix mit einigen Titeln bereitgestellt, hört mal rein. Sieht man von 2 bis 3 Beiträgen ab, ist dieses Werk durchaus gelungen und bekommt eine klare Kaufempfehlung, geile Scheibe!

Titelliste:
01. Blackout – Healing Hands
02. Bunker 84 – Outside
03. Evil Inside feat. KT8 – Dear Mother
04. H8machine – Blind Fury
05. Ironwill – When Odin Calls
06. Legion Dorada – Avenge Or Regrets
07. Mistreat – For The Fallen And The Free
08. Odal Sieg – Europe Is Burning
09. Providenje – We Won´t Run
10. PWA – I´m Free
11. Sleipnir – A Wounded Man
12. Sturmwehr – Tales Of Glory
13. Thumbscrew – Show No Mercy
14. ULTRACocks – Too Many People
15. White Law – The Return Of St. George
16. Bandeira de Combate – Bad Attitude
17. Kodex Frei – Always Near
Bonus
18. White Rebel Boys – I´m Free
19. Kolovrat – Tales Of Glory

Hörprobenmix – Brutal Attack Tribute:

 

 

Author: Frontmagazin

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