Hannes – Kommt mit mir

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Hannes – Kommt mit mir
KC Die Firma | CD

Joa, also an Selbstbewusstsein mangelt es dem neuen Fü…. ähm, ich meine dem guten Hannes wahrlich nicht, wie sonst könnte man solch ein Album wie “Kommt mit mir” konzipieren…

Hier haben wir nun “Kommt mit mir”, das dritte Soloalbum von Hannes und von Labelseite aus als neue Meisterwerk angepriesen. Ich muss allerdings sagen, dass ich dies nicht wirklich teilen vermag. Sicher, musikalisch ist es nicht verkehrt und gehört durchaus zu dem besseren Material, das Wiesel in letzter Zeit eingespielt hat, aber dennoch, so wirklich abgeholt hat mich diese Scheibe irgendwie nicht. Man hat sich einige stimmige Riffs und fetzige Solis einfallen lassen, aber der überwiegende Teil ist jetzt nichts, was dem Prädikat Meisterwerk würdig wäre. Auch habe ich bereits mit den ersten beiden Lieder das Gefühl als würde ich die 2000er-Werke der Onkelz hören. Hier ein wenig “Dopamin”, dort ein Hauch “Adios” und jede Menge musikalisch vertraute Atmosphäre aus eben jener Zeit. Der Eindruck, dass man musikalisch hier auf Kuschelkurs mit dem W und Gonzo gegangen ist, ist einfach präsent.

Der ideologische bzw. aktivistische Grundgedanke und Charakter, der diesem Werk innewohnt, ist selbstverständlich eine feine Angelegenheit. Ganz gleich, ob man nun den Kurs nachvollziehen kann und die Meinungen und Haltungen teilt oder nicht. Das Album repräsentiert eben Hannes seine Sicht- und Handlungsweise wieder, das ist das gute Recht und die Arbeitsweise eines Musikers. Die Propagandamaschinerie aus dem Hause KC scheint noch immer gut zu funktionieren, wenn nicht sogar mehr denn je. Ob dies jetzt allerdings noch viel mit dem alten Geist von KC zu tun hat, das steht auf einem anderen Blatt. Gerade in Hinblick auf Lieder wie “Mann für Mann”, immerhin gilt doch “Fußball ist Fußball und Politik bleibt Politik”, so ein Leitspruch den man sich einst auf die Fahne geschrieben hatte, der allerdings spätestens mit dem Krieg in der Ukraine als Nichtigkeit gelten dürfte. Immerhin stehen ukrainische Ultras und Hooligans jetzt mit dem Gewehr und nicht mit dem Bengalo auf den Straßen, im politischen Kampf. Aber wir driften ab, zurück zum “Kommt mit mir” Album. Textlich bietet das Werk durchaus unterhaltsame Ergebnisse, neben klaren politischen Ansagen wie beispielsweise “Wasserwerfer-Republik” oder “Kinder bleiben Kinder”, gibt es auch ein wenig geschichtliches Material mit “Hannibal ante portas” vertont. Ein wirklich richtig starke und gelungene Nummer ist “Der dunkle Ritter”, eine musikalische Fusion zwischen dem Handeln von Batman und dem gegenwärtigen Aktionismus auf deutschen und europäischen Straßen. Wenn dann allerdings Lieder wie “Kommt mit mir” und besonders “Hannes unser” erklingen, dann kreisen wirklich so unglaublich wilde Gedankenzüge durch meinen Kopf, das ist schon irre. Selbstbewusstsein und eigene Überzeugungskraft sind Hannes gewiss, daran mangelt es ihm nicht. Ehrlich, ich für meinen Teil werde die Lieder als ordentlich satirisch und selbstironisch betrachten, damit funktioniert es am besten. Welche Intention letztlich wirklich hinter den Liedern steckt, dass kann nur Hannes selbst sagen.

Das neue Album “Kommt mit mir” wird funktionieren und seine Hörerschaft finden, daran besteht kein Zweifel und immerhin sind auch zwei bis drei gute Lieder enthalten. Außerdem hat Hannes seine treue Anhängerschaft und die marschieren getreu im Takt seiner Klänge. Aber man muss auch sagen, dass das Album einfach keine Neuerungen mit sich bringt, es fehlt dem Werk einfach an Selbstständigkeit und Abwechslung im Verhältnis zu den vorherigen Scheiben. Auch hört man es heraus, dass es weniger die alten Kategorie C Musiker sind und vielmehr Wiesel die Federführung bei der instrumentellen Arbeit übernommen hat. Technisch ist das Album sehr gut abgemischt, ein satter Klang ertönt durch die heimischen Boxen. Das Album ist im schicken Digi mit passender Gestaltung, Texte findet ihr im Beiheft. Da hat man gute Arbeit geleistet.

Nun mag wieder der Teufel aus der Hölle steigen und das Frontmagazin verfluchen, aber so ist es nun einmal mit der Kritik und mit unliebsamen Meinungen. Mit “Kommt mit mir” bekommen wir vertrauten Material unter dem Solobanner vom Hannes. Nicht innovativ, aber sicherlich funktionsfähig und für eingefleischte Kategorie C bzw., Hannes Sympathisanten unausweichlich. Der Rest wird sich eher wenig begeistert zeigen, man weiß eben was hier gespielt wird!

Titelliste:
01. Kommt mit mir
02. Hannes unser
03. Wilde Männer
04. Mann für Mann
05. Der dunkle Ritter
06. Vogelfrei
07. Kinder bleiben Kinder
08. Hannibal ante portas
09. Hört meine Worte
10. Lebenslänglich
11. Alles grün
12. Wasserwerfer-Republik

Hörprobe – Hannes – Der dunkle Ritter:

 

 

Hannes – 100 Jahre altes Holz

Author: Frontmagazin

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6 thoughts on “Hannes – Kommt mit mir

  1. Eigentlich ein gutes Album. Jetzt an 2Liedern sich aufzuhängen, kann man, muß man aber auch nicht.
    Was an Mann für Mann jetzt schlimm ist, verstehe ich nicht.
    Er tritt ja auch als Hannes jetzt auf, denn ist es OK oder sogar gut, daß es sich nicht nach KC anhört. Halt was eigenes.
    Aufnahme, Gesang und Musik nimmt ein gut mit und textlich mag ich sie etwas mehr als die 2te aber nicht so gut wie die 1te.
    Mag halt auch gern mal diese Projekte die nicht rein politisch singen, sondern auch das Lebensding mit einbeziehen,wie auch Anker, MPU, Strongside . Hat wohl auch was mit den “Groß werden” in Onkelz, Freikorps Zeiten zutun.
    Gibt für jeden was fa draußen.

  2. Seine Sachen sind einfach nurnoch bescheuert.
    Seid der mit dem Neido Musik gemacht hat und damit seine Namen noch mehr verbreitet hat ist das echt nur lächerlich geworden.
    Kategorie C = Verarschung
    Erst weg und dann wieder da.
    Nahkampf = Verarschung
    Auf einmal wieder da und dann wieder ein letztes Album.
    Hannes = Verarschung
    Glaubt ein Szenengott zu sein.
    Dann hat er nur noch diesen Wiesel für seine Musik und das hört man. Einfach Scheiße.
    Reiner und die alten Kameraden schämen sich sicherlich was aus den Namen Kategorie C geworden ist.
    Ich vermisse die alten Sachen. Das ganze neue Zeug ist einfach nur Scheiße!!!

    1. Dann leg doch die alten Sachen auf, erfreue Dich dran und sei still. Was ist das verdammte Problem von Leuten wie Dir? Ich kenne den Ostendorfer zufällig persönlich und kann versichern: wegen der Kohle macht er das nicht. Dann wäre er übrigens auch in einer anderen Branche tätig, die sich monitär freundlicher verhalten würde als die absolute Mini-Nische der rechten Polit-Mukke, wo praktisch kein Geld zu verdienen ist als schaffender Künstler. Sobald sich jedoch mal einer durch seine Mukke finanzieren kann ohne nebenbei auffem Bau Akkord-Schichten malochen zu müssen schreit ihr ja alle gleich „Verrat!” Unsere politischen Aktivisten *müssen* schließlich am Hungertuch nagen und Harz4 beziehen, um bei einem Teil der geistigen Überflieger glaubwürdig zu sein. Absurd.

  3. Hallo zusammen,

    das neue Album von Hannes hab ich bis jetzt erst ein paar mal gehört. Grundsätzlich ist es aus einer Sicht ein solides Album. Das Vorgängeralbum 100 Jahre altes Holz fand ich etwas besser. Man sollte bei der Bewertung dieses Albums bedenken, dass es eben nicht hauptsächlich für die Szene konzipiert wurde. Der recht große und vielfältige Telegramkanal von KC ist, glaube ich, ein guter Anhaltspunkt dafür, an wen sich dieses Album hauptsächlich richtet. Dass man hier keine Lieder wie „so sind wir, außer Kontrolle oder Antifa halt’s Maul“ erwarten kann, dürfte klar sein. Mir gefällt der alte Klang auch etwas besser. Jedoch sollte man schließlich festhalten, dass diese Art von Musik den typischen coronakritischen Bürger besser abholen kann als der alte Stil es konnte. In diesem Sinne ist das Album in dem was es leisten möchte und wen es ansprechen möchten möchte, aus meiner Sicht als kompetent und wirksam zu bezeichnen.

    Viele Grüße

    1. Das ist gut, haha, pass bloß auf, dass Dich der Hannes nicht noch besucht ( so martialisch, wie er auf dem Cover daherkommt ) !!!!!
      Hunde die bellen, beißen (meistens) nicht, und das neue Album beißt wirklich nicht.
      Kein Wunder, 4 oder 5 Alben, in denen Meister O. in den letzten paar Jahren beteiligt war, da bleibt die Kreativität auf der Strecke.
      geht nur noch ums Kohle machen, sieht man auch im KC-Shop, laufend was neues, mal hier ein Kugelschreiber, mal ein Windbrecher, alles in aufwendigem Artwork beworben.
      Der Telegram-Kanal ist sowas wie die Bibel für seine Jünger, jeden Tag 5 bis 8 Posts, man könnte denken, NUR seine Meinung zählt.
      Habe neulich die “Auf nach Walhalla” gehört, da waren noch 2 oder 3 Brecher drauf, davon kann auf “Kommt mit mir” keine Rede mehr sein. Dafür hat die Promotion den höchsten Stellenwert bekommen !
      Schade !

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