Blutzeugen – Quamvis bannum, non mortuum

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Blutzeugen – Quamvis bannum, non mortuum
OPOS Records | CD

Eine Produktion wie die hier vorliegende “Quamvis bannum, non mortuum” der Blutzeugen, wird sicherlich für Gesprächsstoff sorgen. Was grundsätzlich nicht verkehrt ist. Ganz im Gegenteil, immerhin funktioniert man derzeit in einer recht kurzlebigen Zeit als Musiker bzw. Band und wenn man nicht kontinuierlich von sich hören lässt, läuft man Gefahr in Vergessenheit zu geraten. Natürlich gibt es Ausnahmen, daher sei diese Aussage auch mit entsprechender Sorgfalt bewertet.

Im Falle der Blutzeugen haben wir hier nun eine, nennen wir es mal vorsichtig, aus der Not heraus geborene Produktion vorliegen. Da das dritte Album “P*******” der Blutzeugen leider der Indizierung zum Opfer fiel und folglich die, ebenfalls in diesem Jahr erschienene Minischeibe “O****************” aufgrund von Inhaltsgleichheit jetzt nicht mehr frei zugänglich ist, hat man sich im Feldlazarett etwas einfallen lassen. Mit “Quamvis bannum, non mortuum” werden fast alle Titel, die nicht von der Indizierung oder dessen Auswirkungen betroffen sind, noch einmal veröffentlicht. Dabei hat man sich allerdings etwas einfallen lassen, um nicht einfach eine lieblose Resteverwertung zu produzieren. Ich hatte es ja bereits seinerzeit in meiner Rezension zur “P*******” erwähnt und beklagt, der Ton war nach meiner Ansicht nicht gerade das, was ich als sauber abgemischt ansehe und für die Blutzeugen als entsprechend würdige erachte. Ich maße es mir natürlich nicht an, dass dies das ausschlaggebende Argument war, aber für die vorliegende Produktion haben sich die Blutzeugen dazu entschieden, die verbleibenden, strafrechtlich nicht relevanten Lieder neu abmischen zu lassen. Herzlichen Dank dafür, dies lässt das Material natürlich jetzt um einiges besser klingen und verdammt, so hätte ich mir das komplette Album seinerzeit gewünscht. Man kann jetzt natürlich hinterfragen und dies ist sicherlich irgendwo berechtigt, warum musste erst eine nachträgliche Neuauswertung aufgrund juristischer Gründe bzgl. einiger Titel erfolgen, um dem Material eine würdige und gute Klangkulisse zu verleihen, nur würde es am Ende doch nichts mehr bringen. Die Indizierung wird dadurch nicht aufgehoben und das restliche Material wird es nicht in neue Klangkulisse geben, daher sollte man sich am Klang der neu abgemischten Lieder erfreuen. Außerdem hat man einige Titel der leider folglich ebenfalls der Zensur zum Opfer gefallenen “O****************” mit auf den Tonträger gepackt, diese wurden 1:1 so übernommen, wie sie vor einigen Monaten erstmals auf der besagten MCD enthalten sind. Auch ein Titel vom Debütalbum findet man in seiner, auf der “O****************” enthaltenen Version auf diesem Tonträger. Als musikalisches Sahnehäubchen gibt es zum Schluss noch eine komplett neue Nummer, mit “Zwischen den Fronten” beschäftigen sich die Blutzeugen mit dem gegenwärtigen Kriegszustand zwischen der Ukraine und den Neo-Bolschewisten. Dieses Lied kann man als klassische und gelungene Nummer bezeichnen, ohne Zweifel. Und so kommen wir in der Gesamtheit auf fünfzehn Lieder der Blutzeugen, teils mit neuer Klangkulisse.

OPOS Records hat “Quamvis bannum, non mortuum” als Hauslabel dem Werk eine wirklich schicke und vom Stil her typische Gestaltung verpasst – einmal mehr wurde eine Arbeit von Arno Breker als Covermotiv gewählt – und das Teil in ein Digi verpackt. Es gibt zwar nur ein 4-seitiges Beiheft ohne Texte, was man allerdings in Anbetracht der jüngsten Differenzen mit der Justiz durchaus verkraften kann. Stattdessen findet man eine Schrift von Wilhelm Ziegler namens “Ethos oder Fron” und einen Aufkleber.

Ohne Frage, die “Quamvis bannum, non mortuum” Produktion wurde aus der Asche der Zensur geboren, wo sicherlich einige Bands nur auf eine einfache Neuauflage ohne die beanstandeten Titel gesetzt hätten, haben die Blutzeugen sich auf diesem Album etwas einfallen lassen und dies ist in Bezug auf die neue Klangkulisse der nicht beanstandeten Beiträge der dritten Studioscheibe durchaus ein Mehrwert. Ob dieser Mehrwert nun von jedem gemocht, akzeptiert oder als relevant erachtet wird, sich erneut fast ausschließlich bekanntes Material der Blutzeugen ins Regal zu stellen, obliegt der eigenen Entscheidung. Eines ist sicher, es ist keine “Rest Of” Verwertung im klassischen Sinne, vielmehr eine technisch ausgereifte Kompilation für Sympathisanten und Sammler. Ich mag die neue und anständige Klangkulisse der Lieder, kann man sich richtig gut geben!

Titelliste:
01. Zum Appell *
02. Helm ab zum Gebet *
03. Parsifal *
04. Kalt weht der Wind *
05. Sie leben! *
06. Dolchstoss *
07. Zu Höherem geboren ***
08. Weltanschauung **
09. Utopie und Wirklichkeit ***
10. Ewige Wache **
11. Inquisitor ***
12. Hammer und Amboss ***
13. Frei geboren ****
14. Nibelungentreue *
15. Zwischen den Fronten *****

* neu abgemischte Version, erstmals auf der inzwischen indizierten “P*******” CD enthalten
** neu augenommene Version, erstmals im Original auf der “Ewige Wache” MCD enthalten, als neu aufgenommene Version erstmals auf der “O****************” CD enthalten
*** erstmals auf der “O****************” CD enthalten
**** neu augenommene Version, erstmals im Original auf der “B*********” CD enthalten, als neu aufgenommene Version erstmals auf der “O****************” CD enthalten
***** neues Lied

Helm ab zum Gebet (Alte Version) Helm ab zum Gebet (Neue Version)
Helm ab zum Gebet
Alte Version – 320 kbps, 44100 Hz
Helm ab zum Gebet
Neue Version – 320 kbps, 44100 Hz

Blutzeugen – Ewige Wache

Author: Frontmagazin
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