Richtlinie – Ewige Flamme

Diesen Tonträger bewerten
[Total: 22 Average: 4.2]

JETZT KAUFEN

Richtlinie – Ewige Flamme
Das Zeughaus | CD

Gute zwei Jahre nach Erscheinen der “Freiheitskämpfer” Minischeibe – man mag das Teil gerne auch als Demo bezeichnen – gibt es nun das erste Vollalbum der 1-Mann-Kapelle Richtlinie. Ja, was soll man großartig schreiben, grundsätzlich knüpft das Teil an der vorherigen Minischeibe an. Es gibt einen angenehmen Mix aus melodischen Rechtsrock mit einer ordentlichen Ladung an Metal Elementen geboten. Schön verspielte und einfallsreiche, eingängige Riffs, ordentlich Melodien, treffende Solis und mit der nötigen Portion Härte im Gepäck, so zieht es sich durch die zehn Titel dieser Studioscheibe. Dabei geht es schön zügig zur Sache und dann auch mal wieder mit einem etwas gedrosselten Tempo. Bis hin zum reinen balladesken Werk bzw. Teil.

Thematisch greift der Musiker hier verschiedene Themenfelder auf, von historischen Themen wie der deutsche Heldenmut unserer Soldaten in dem Lied “Vergessene Helden” oder das Bekenntnis zum eigenen Volk und dem Heimatboden und in dem Lied “Deutschland erwacht”, aber auch gegenwärtige Themen und Probleme werden aufgegriffen. Beispielsweise diese durchgeknallte Tik Tok Generation, diese bekommt ihre musikalische Abreibung in dem Lied “Tik Tok Thron”. Sehr persönlich wird es dann mit dem Lied “Mein Mädelein“, dieses kommt mit einem leicht “poppigen” Charakter daher, ich denke thematisch spricht der Titel für sich, oder? In seiner Gesamtheit geht es jetzt thematisch keine neuen Wege, dafür aber sind die bewehrten, bekannten Themen musikalisch sehr gut verpackt.

Wo ich leider Kritik üben muss, ist am tiefen Gesang bzw. Geschreie, dieser klingt zum einen sehr nach diversen anderen Künstlern, also nicht wirklich innovativ. Aber noch mehr besteht ein Problem mit der Verständlichkeit der grölenden Stimme, bedauerlicherweise ist diese nicht wirklich verständlich. Oder anders gesagt, man muss sich schon ziemlich anstrengen, teilweise zum Beiheft greifen, um das gesungene Wort zu verstehen. Anders verhält es sich mit dem Klargesang, dieser ist deutlich und verständlich, erinnert sogar stellenweise ein ganz klein wenig, hier und dort, an Phil von Flak. Das Kontrastprogramm ist gut gemeint und könnte grundsätzlich auch funktionieren, ungünstigerweise aber scheitert es in gewisser Weise an dem genannten Kritikpunkt.

Die Produktion aus dem Haus Das Zeughaus ist einmal mehr eine gelungene Produktion geworden. Es gibt ein handschriftlich, auf fünfhundert Stück limitiertes Digi serviert mit einer richtig schicken Aufmachung. Man könnte bei der Gestaltung fast meinen, dass das Teil zum Weihnachtsgeschäft erscheinen sollte, zumindest passt es optisch dazu. Wie auch immer, das Artwork sieht richtig schick aus und macht was her. Die Produktion passt, ohne Wenn und Aber, einzig der Kritikpunkt am wirklich ziemlich unverständlichen Geschreie lässt dieses doch eigentlich sonst gute Album etwas schwächeln. Vielleicht beim nächsten Mal nicht allzu tief ins Mikro hineinschreien, manchmal ist weniger dann doch mehr!

Titelliste:
01. Heiliges Fahnentuch
02. White Brothers In Arms
03. Schiffe gen Westen
04. Vergessene Helden
05. Deutschland ist erwacht
06. Der Weg zur Revolution
07. Mein Mädelein
08. Tik Tok Thron
09. Bruderheer
10. Ein europäischer Traum

Hörprobe – Richtlinie – White Brothers In Arms:

 

Author: Frontmagazin
Frontmagazin.de - Das alternative Musikmagazin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert