The Yardbombs – Hate for Hate

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The Yardbombs – Hate for Hate
Nordic Sun Records Budapest | CD

Jesse meldet sich mit The Yardbombs zurück und hier haben wir nun das ja, das wievielte Studioalbum ist es mittlerweile? Ganz ehrlich, ich habe aufgehört zu zählen. Bei dem umtriebigen Musiker geht es musikalisch zu wie am Fließband. Immerhin sind seine Produktionen gut und dies trifft auch auf “Hate for Hate” zu, mit dem der australische Künstler zurück zu seinen Wurzeln im Oldschool Hardcore kehrt.

Der Australier hat sich schon in fast jedem Genre ausgetobt, sei es im Hip-Hop der alten Schule, im Irish Folk oder im klassischen Punk. Dass man dabei nicht immer auf Zuneigung und Interesse bei der Hörerschaft stößt, dürfte klar sein. Zumindest kann man Jesse nicht nachsagen, das ihm der Einfallsreichtum verloren geht. Manchmal muss man sich aber auch wieder zurückbesinnen und seine musikalischen Wurzeln pflegen. Darum verschlägt es den Musiker auf der “Hate for Hate” zurück zum Hardcore der alten Schule, in klassischer Tradition. Ein kurzer Blick auf das Cover und ja, man weiß sofort, welcher Klassiker dem Australier hier Pate stand. Wer Interesse an der amerikanischen Punkrock-Hardcore-Band Blood for Blood hat, die auf diesem Album übrigens zweimal gecovert wird, der kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Schnell erkennt man optische Parallelen zum 1999er-Album “Livin‘ In Exile” und musikalisch schlägt es ähnliche Kerben ein.

Sowohl mit ernsthaften politischen Aussagen als auch mit einer guten Portion Selbstironie, bekommt die interessierte Hörerschaft dreizehn knackige, teils melodische und schön flotte Nummern geboten, die allesamt ihren musikalischen Kern im Hardcore, Punk und im klassischen Rock haben. Dabei lässt Jesse kein gutes Wort an dem sozialen Verfall der Gesellschaft, kritisiert die kulturellen Missstände in Australien und dem Rest der Welt und rotzt dem Establishment kräftig vor die Pforten. Aber auch subkulturell lässt sich “Hate for Hate” nicht lumpen und musiziert gekonnt auf den Pfaden der internationalen 90er Jahre Hardcore-Bewegung.

Oh ja, mit “Hate for Hate” gibt es endlich mal wieder einen Tonträger unter dem Banner von The Yardbombs, der sich durchweg positiv in die Gehörgänge der alten und jungen Hörerschaft schleicht und positiv haften bleibt. Voraussetzung ist natürlich, dass man diese Stilrichtung mag.

Nordic Sun Records Budapest ist bekanntlich der neue Heimathafen des australischen Künstlers und dies nicht erst seit gestern. Da verwundert es wenig, dass auch diese Produktion über das ungarische Label erschienen ist. Die Aufmachung wirkt vertraut, wenn man sich ein wenig mit dem internationalen Hardcore beschäftigt hat. Im Beiheft findet ihr alle Texte, welches leider etwas vollgestopft und unübersichtlich wirkt. Außerdem gibt es einen Nachruf auf AdrewBurnseyBurns, einem der Gründungsmitglieder von Deaths Head, der bedauerlicherweise Anfang vergangenen Jahres verstarb. Ansonst passt die Produktion, optisch einfach gehalten, passt es dennoch. Technisch hat der Sound einen, im positiven Sinne gemeinten, rotzigen Gossencharakter. Keine glatt gebügelte Überproduktion, dafür ehrlich und authentisch. Man hört die Szene raus, man hört die Straße raus.

Testet das Teil mal an, auch wenn ihr bei der Vielzahl an Produktionen des australischen Kombo eventuell etwas abgeschreckt seid. Es lohnt sich, es gibt Oldschool Hardcore mit Punk Attitude der gut in die Fresse scheppert, das Ganze ausgestattet mit politisch unkorrekten Botschaften und ab dafür, schon irgendwie ein geiler Scheiß!

Titelliste:
01. White Trash HC
02. H84H8
03. Dead End Kids
04. Liar
05. Two Minute Warning
06. Free of Your World
07. Some Kind of Hate *
08. I’ll Be There
09. Got Your Back
10. You Hate Yourself
11. You’re So Boring
12. White Trash Anthem *
13. Instant Gratification

* im Original von Blood for Blood

Hörprobe – The Yardbombs – Dead End Kids:

 

Author: Frontmagazin
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